5. February 2006

Hoffnung und Wahrheit?!

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Trotz der zunehmenden Anspannung im Atom-Konflikt mit dem Iran muss man endlich die Augen zu öffnen bereit sein, und nicht alle positiven Signale, die aus Teheran kommen, in den Wind schlagen. Man möge mich als naiv kritisieren wollen, ich würde zurückgeben wollen, dass alle die, die das tun, nicht weit genug zu denken in der Lage sind. Eine Marionette namens Ahmadinedschad ist als politischer Führer des Irans gewählt worden, und bringt mächtig Schwung in den Laden der internationenl Beziehungen. Es gibt gute Gründe, warum jemand etwas haben möchte, was andere als ihr gutes Recht proklamieren – und um nichts anderes geht es in dieser Sache. Warum dürfen Franzosen Atomtest vor Inselnd öffentlich zur Schau stellen, und darf der Iran kein Uran anreichern? Warum dürfen die Amerikaner eine nukleare Macht sein, die Russen jedoch immer nur einen Schritt zurück? Warum muss einer mehr haben als der andere? Vor diesem Hintergrund finde ich es fahrlässig, alles in den Wind zu schreiben, dass aus der Richtung Teherans in Form von Botschaften zwischen den Zeilen an den Westen gesandt wird. Der Iran drohte mit Reaktionen, weil er sich übergangen fühlt, wenn man versucht, die Situation zu seinen Ungunsten aufzustacheln.

Wir können uns den Iran als einen kleinen Jungen vorstellen, der schmollt, weil er nicht versteht, warum der selbst ernannte große Bruder den Lollie haben darf, er selbst aber nicht. Und der Westen wirkt wir ein gelähmter Goliath, den David zu Fall gebracht hat und der nun nicht mehr in der Lage ist, vernünftig zu argumentieren. Ich persönlich verstehe es als Signal der Hoffnung, wenn einen Tag, nachdem die internationale Atomenergiebehörde (IAEA) den Fall im Atomstreit mit dem Iran an den UN-Sicherheitsrat abgetreten hat, dass man sich aus Teheren dennoch offen für weitere Verhandlungen hält (vgl. Artikel in der NZ vom 05.02.2006). Öffnen wir die Augen und verschließen uns nicht vor den Möglichkeiten, nur weil wir vielleicht vorschnell unseren Ressentiments die Handlungshoheit übergeben. Es ist so einfach, immer zuerst das anzunehmen, was man vielleicht schon kennt, und schon erfahren hat.

Gerade an dieser Stelle passt ein einer Passus sehr gut, der in der SZ erwähnt wird, und der mir in meiner persönlichen Meinung zustimmt. Jeder, und darin sind sich ja offensichtlich die westlichen Journalisten einig, hat das Recht auf freie Meinungsäußerung, und so mache eben auch ich davon Gebrauch. In München tagte die Weltsicherheitskonferenz, und Angela Merkel legte sich, frisch fromm fröhlich frei, wie sie die Speckschwarte Kohls gelehrt hat, mit kritischen Worten, quasi jedoch nur als Überbringerin der Botschaften anderer, verbal mit den Vertretern des Irans an, die ebenfalls auf der Sicherheitskonferenz geladen waren. Logische Konsequenz – und wenn wir ehrlich sind, können wir dem nur zustimmen – ist die folgende Reaktion seitens des Irans:

Eine Politikerin sollte nicht die Augen schließen und dann einfach den Mund aufmachen, sondern erst die Augen und dann langsam den Mund

, sagte der iranische Außenamtssprecher Hamid-Resa Assefi. Assefi nannte Merkel

selbstverliebt.

Ihre Bemerkungen bezeichnete er als irrelevant zu der derzeitigen Lage.

Man sollte in der Tat vorsichtiger sein, damit dann nicht solche Bemerkungen herauskommen.

Es gibt dem, in meinen Augen nichts hinzuzufügen, oder jedenfalls wenig. Jeder mag denken, er könnte sich ein Bild darüber erlauben, doch sollte er vielleicht erst abwägen, wie viel er überhaupt zu dem Thema zu sagen weiß. Merkel kennt die Beweggründe der Iraner nicht und wird sie als Schachfigur des großen Bruders Amerika, die sie sich scheinbar gerne anbiedert sein zu wollen, niemals ein Alpha + werden, der dazu in der Lage ist auch Hinter die Kulissen zu blicken, sondern ewig in dem beschränkten Horizont agieren, den andere Geier ihr zum Fraß vorwerfen.

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Kategorie Glocal, Politics · Autor · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Kommentar von Haze
    February 19, 2006 · 9:12 pm

    …ja dieser Ausspurch des Außenamtssprechers wurde gleich in der nächsten Tagesschau völlug aus dem Zusammenhang gerissen gezeigt. Ich kann mich leider nicht mehr an den Wortlaut errinnern, jedoch war es in der Art: Unverschämtheit, was erlauben die sich. In der Tat war dieser kommentar nicht sehr taktvoll aber in diesem Moment verständlich. Allerdings allzu leicht darf man es sich auch nicht machen und einfach wie immer dem Bösen Amerikaner unterstellen sie machten dies nur aus reinem Egoismus. Man muss diese Sache mit der allgemeinen Situation, in der sich der iran befindet, zusammen bewerten. Mir ist dieser jetzige Führer des Irans sehr Suspekt! Er verleugnet seinen Hass auf die Juden nicht und schürt den Antisemitismus im Iran weiter. Wir wollen nicht darüber reden, dass dieser wie die Hamas das Existenzrecht des Staates Israel bezweifeln. Als Folge der “Karrikaturen-Affäre” rief eine iranische Zeitung auf die beste Holocaust Karikatur zu zeichnen. Nun ist die Frage, kann man einem derart feindlich gesinntem Land die Möglichkeit eröffnen eine Atombombe zu bauen??? Man fragt sich auch, warum die Iraner nicht (vorlaüfig) das Angebot Russlands annimmt und angereichertes Uran von dort bezieht (ginge es nur um die Energieerzeugung).
    Wir haben nicht das wissen, was die UN-Baobachter und sollten daher vielleicht ein wenig vertrauen haben…

  2. Kommentar von ATrust
    February 19, 2006 · 11:23 pm

    Vertrauen in wen?

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