Die Welt von Shortnews (1)
{2}Heißer Titel:
Premiere im Visier der Staatsanwaltschaft – Sammelklage gegen Pay-TV-Sender
Muss man so sagen, kann man nicht anders sagen. Er strotzt vor Informationen. Der Autor (Atlantis2001) konnte nicht an sich halten, als er für Stern Shortnews zu Werke ging. Seinem Profil entnehmen wir, dass er uns etwas mitzuteilen hat:
Scheiß Bayern!
Steht auf dem Schild, das ein Smiley uns in der virtuellen Umgebung seiner Shortnews-Visitenkarte entgegenstreckt. Gemeint ist natürlich der Fußballverein, wie wir dankenderweise aufgeklärt werden. Ein 33-Jähriger hat der weltweit wartenden Netzbevölkerung ganze zwei Worte mitzuteilen.
Zurück zum Wesentlichen: Die Zusammenfassung der Nachricht über eine Sammelklage wird begleitet von einem Kommentar, den der Autor, den alle Autoren der Stern Shortnews immer noch als Dreingabe dazupacken können.
Bitte ausführliche Quelle beachten
Die Zahl der Betroffenen, die sich von Premiere verschaukelt fühlen scheint sich im vierstelligen Bereich (wen nicht gar höher) zu bewegen. Ist natürlich ein tolles Argument von denen, dass die Karten angeblich nie angekommen wären – das trifft bei den Karten von ein paar Kunden vielleicht wirklich zu, aber doch nicht bei hunderten von Kunden. Denen gehn wohl zuviele Kunden flöten ohne Bundesliga???
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Gesagt, getan. Man(n) beachtet die ausführliche Quelle und stellt fest, dass die gierige Freude des Shortnews-Autoren eine naive sein muss. Euphemistisch mittels zweier Smileys im Kommentarbeitrag von Atlantis2001 angezeigt, scheint eine gewisse Form von Schadenfreude spürbar. Dies allerdings zu Unrecht. In der Quelle (Artikel in RP-Online) ist lediglich die Rede von 53 Fällen, die eine Sammelklage angestrengt hätten. Ein Sprecher der Post wurde zu dieser Thematik natürlich ebenfalls abgehorcht, und dieser verkündete lapidar, es sei unmöglich, dass so viele Briefe an denselben Empfänger verloren gehen könnten. Wieder ein Punkt auf Seiten der geschulten Naivität. Dass ein Post-Sprecher derart für den Ruf seines Unternehmens steht, ehrt den werten Herrn Bensin. Allein, mir fehlt der Glaube. Nicht nur, weil Familienangehörige selbst bei der Post angestellt waren, möchte ich sagen, dass es genügend Berichte über verschwundene Pakete, Lieferungen, Briefe und und und in der Vergangenheit immer wieder gegeben hat.
Es gab mithin Inhalte, die dem einen oder anderen Postangestellten durchaus gut zu Gesicht standen. Zum Beispiel über Geldgeschenke in Kuverts zur Weihnachtszeit hat mancher Mitarbeiter in Zentrallagern durchaus ein Mal ein Präsent einer Oma an einen Neffen mit seinen gierigen Fingern zunichte gemacht. Man wartet eine Zeit, es kommt nichts an, beide Seiten (Oma und Enkel) sind verstimmt und bei der Post wird ein Nachforschungsauftrag eingeleitet, der damit endet, dass der Kunde auf seinem Schaden sitzen bleibt, wenn er nicht nachweisen kann, was er verschickt hat, oder zumindest nur bis zu gewisser Summe von der Versicherung erstattet bekommt. Bei Schalterangestellten gerne gesehen sind Briefmarken. Eine indirekte Währung. Sie unterliegen kaum der Inflation, man kann sie gut und gerne weiterverkaufen und damit einen Reingewinn erzielen, der in der Bilanz der Post als unaufgeklärter Posten ärgerlich verbucht werden muss. Augenzeugenberichte wären an dieser Stelle gefragt. Jeder hat die Möglichkeit, den eigenen Kollegen oder die eigene Kollegin anzuschwärzen. Ihr tragt Verantwortung. Denn immerhin: Dort bereichern sich Einzelne und schaden einem ganzen Kreislauf von anderen.
Premiere-Karten, die von den Kunden, wie der Pay-TV-Anbieter richtigerweise moniert, nur als gewöhnliche Briefsendung verschickt worden sind, sind ein nicht ungeliebtes begehrensvolles Objekt. Mittels der Daten auf dem Chip der Kundenkarten lassen sich Piratenkarten erzeugen. Aber am Ende will’s niemand gewesen sein. Über weitere verärgerte Kunden, die einen Kündigungswunsch hatten, ist in dem Quellartikel von Atlantis2001 die Rede. Man beachte den Wortlaut und den Kontext dort. Es ist ein sehr vager Hinweis, der noch nicht ein Mal genau auf kündigungswillige Kunden hinweist, bei denen dringend etwas schief gelaufen ist. Es ist auch ein Ärger mit der Bürokratie. Alle schreien nach Regeln und Moral, aber am Ende möchte sich niemand dran halten. Es gibt durchaus Kunden, die ein Mal bei Premiere waren, von denen man nicht immer sagen kann, dass sie sich das Bezahlfernsehen auch wirklich leisten können. Mitunter gerät jemand in Verzug, formuliert eine Kündigung nicht richtig, spricht sie zu spät, oder eventuell zu Unrecht aus. Weiß man’s? Wissen wir es? Eine Vielzahl von Fällen über einen Kamm scheren zu wollen, die eventuell total unterschiedlich sein könnten – wie möchte man erwarten, dass dabei am Ende mehr als nur ein Fünkchen Wahrheit dabei heraus kommen kann.
Premiere sieht sich einer Sammelklage ausgesetzt, das ist wahr. Aber der Angeklagte gilt solange als unschuldig wie seine Schuld nicht erwiesen werden kann. Ich zweifle sehr stark, dass man es sich zur Firmenpolitik hat werden lassen, absichtlich Kunden auflaufen zu lassen. Für gewöhnlich krankt der Service des Bezahlsenders nur an den üblichen Nahtstellen. Vielleicht dürfen ja am Ende Premiere und die 53 Sammelklagen-Steller gemeinsam auf eine Schwarzseher-Bande sauer sein, die ihre Handlanger bei der guten alten Post untergebracht hat. Die Welt von Shortnews: Manchmal ist sie eine naive und unausgegorene. Dieses Mal war sie es auf jeden Fall.
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Tags Betrug, Karten, Klage, Kritik, Premiere, Shortnews, Stern
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 2 Kommentare

November 28, 2006 · 1:47 am
hallo sir alex…..alles klar auf der andrea doria…??? hehe…ich proste dir zu…
November 28, 2006 · 1:48 am
ja – ich fühl mich sicher mit dem stick….kicher….