6. December 2006

Politisierung des StudiVZ, von Linken und Rechten

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Die Berliner Macher hoben bereits im Firmenblog hervor, und ein Vorstandsmitglied der StudiVZ ltd. aus dem Dunstkreis des Investors Holtzbrinck erwähnte es im Interview: Das StudiVZ setzt auf Meinungsvielfalt. Dieses Credo wird jetzt deutlich unter Druck gesetzt.

Wie die taz berichtet, will der “linkslastige Dachverband der Studierendenschaften, fzs” (ebd., Artikel vom 06. Dezember: Studirevoluzzer wollen ins Prollnetz) eine Kooperation mit dem StudiVZ eingehen. Was die Linke kann, das muss die andere Seite nicht schrecken. Kai Siering berichtet in seinem Blog darüber, dass auch beim unionsnahen RCDS-Münster eine Kooperation angestrebt wird. Siering entnimmt diese Information aus dem Wahlprogramm des RCDS für das Jahr 2006.

Interessant an Sierings Blogeintrag ist überdies der Hinweis darauf, dass der RCDS zwar als unionsnah gedacht wird, aber Tendenzen zum Rechten Lager zeigt(e). Der Regionalverband RCDS Gießen geriet in die Schlagzeilen als ein führendes Mitglied in der Öffentlichkeit als Nazi entlarvt wurde. Dass das Mitglied Michael Müller schon lange Zeit vorher als Nazi hätte erkannt werden können, und die Beteiligten es nicht tun wollten, es führte zum Rücktritt des Vorstands des RCDS Gießen. Darüber schrieb u. a. die Frankfurter Rundschau (vgl. Artikel vom 24. November: RCDS-Vorstand tritt zurück). Der Aufhänger eines SpiegelOnline-Artikels (vom 22. November: Ein Rechtsextremist im RCDS-Vorstand) beschreibt es ganz umfassend:

“Der bisherige Gießener RCDS-Vize ist Sprecher einer ultrarechten Burschenschaft und hat beste Verbindungen in braune Kreise. Den RCDS-lern ist das so peinlich, dass sie Matthias Müller ganz leise aus dem Amt bugsieren wollten. Nun ist das Getöse umso lauter.” (SpiegelOnline)

Die linke Wochenzeitung Jungle-World nimmt das in der Ausgabe 49 vom 06. Dezember zum Anlass, in einem Artikel “die bisweilen enge Verstrickung von Rechtsextremen, Burschenschaften und dem konservativen Studentenbund” (ebd.) aufzuzeigen (vgl. Artikel vom 06. Dezember: Laufburschen der Nazis).

Nun wird das StudiVZ offensichtlich politisiert, oder etwa doch nicht?! In dem bereits oben angemerkten Artikel der taz kommt der Redakteur zu der Einschätzung, dass es für beide Seiten nicht ganz “ohne” ist. Während der fzs sich jedoch anbiedere, würden die StudiVZ-Macher eher noch eine Stärkung ihrer Position erreichen und sich den fzs, und etwaige andere Studentenbünde für ihre Zwecke missbrauchen. Die Macher aus Berlin können sich jedenfalls nicht leisten, wählerisch zu sein. Im Augenblick tut jede Unterstützung gut, und sei sie eventuell noch so militant. Sollten sie eine Einigung mit einem der Verbände erzielen, käme es der gewollten “Meinungsvielfalt” natürlich zugute, sich auch mit allen anderen Lagern an den Verhandlungstisch zu setzen. Da die Investoren, die im Vorstand von StudiVZ vertreten sind, für eine Umwälzung beim Personal gesorgt haben, dürfte auch die PR-Abteilung in Zukunft wissen, dass es gut ist, über das öffentliche Bild der eigenen Firma im Bilde zu sein. Ein Schritt in die falsche Richtung, zudem dilletantisch hinausposaunt, sollte dem Start-Up aus Berlin sobald nicht wieder unterlaufen.

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Kategorie Media, Politics · Autor · 1 Kommentar


Ein Kommentar

  1. Trackback von blogdoch.net — jetzt wird zurückgeblogt
    December 7, 2006 · 1:59 am

    Scheidung vor der Ehe, fzs gibt Studivz den Laufpaß…

    Uiuiui, so gerne mit Studivz in einem Atemzug genannt werden will der fzs zumindest derzeit eher nicht mehr: Erklärung zur ……

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