6. December 2006

StudiVZ: Kommentator (Martin) vertut sich, Norweger kennen kein Pardon

Es liegt schon eine Weile zurück. Ende November, genauer, am 25ten des Monats erklärte Don Alphonso in einem blogbar-Beitrag den “kleinen StudiVZ-Stalkern die Welt“. Erst zwei Tage zuvor hatte der bayrische Skandal-Blogger die 700 “Glieder” starke Stalking-Gruppe, wie er sie taufte, der Öffentlichkeit (aka Blogosphäre) vorgestellt. Man könnte sogar so weit gehen, zu behaupten, der Don hat 700 männliche Zweibeiner bloßgestellt, die im Endstadium der Pubertät verharren, als gäbe es kein Morgen mehr.

In dem zuerst erwähnten Artikel nimmt der Don Fragen auf, die er “intern” im Stalker-Forum aufgegriffen hat. Wie er da bloß dran gekommen war?! In der Blogbar hat er es hinreichend erklärt. Viel wichtiger als der Nachhilfeunterricht des unverdrossenen Bayernbloggers ist jedoch die Naivität seitens mancher Gruppenmitglieder der zum Spießrutenlauf genötigten Stalker. Der Begriff Stalking wurde im Übrigen sehr kontrovers innerhalb der Kommentarstränge innerhalb Kleinbloggersdorfs diskutiert.

Nun gibt es einen Kommentator, “Martin” (Spitzname?!), der in angesprochenem Blogeintrag vom 25.11. noch am selben Tag ein großes Fettnäpchen eröffnete. In seinem Kommentar Nr. 18 tätigt er folgende Aussage, die mächtig viel Einspruch nach sich zog:

” [...] Wenn du [gemeint ist Don Alphonso] schon die rechtliche Lage so betonst, solltest du wissen, das Screenshots keinerlei Bedeutung als Beweismaterial haben… [...]“

Tacho fotografiert von Falko SteinbrichWarum, wieso weshalb nun norwegische Polizeibeamte den Weg zu YouTube gefunden hatten – ich weiß es nicht. Aus der Nachrichtenquelle geht es nicht hervor. Fakt ist jedenfalls, dass ein norwegischer Raser ein Video seiner PS-Hatz bei YouTube einstellte. Die Polizei zog dies als Beweismittel heran. Der Fahrer (und Filmer?!) nahm offensichtlich das Tacho mit in den mediatisierten Blick. 240 km/h Spitze zeigte die Nadel.

Die Polizisten ermittelten anhand des Videos eine Durchschnittsgeschwindigkeit von 139 km/h. Erlaubt sind in Norwegen allerdings nur 100 Kilometer pro Stunde. Pech: Der Raser wurde zu einer saftigen Geldstrafe verdonnert (1025 Euro).

Die übrigen Kommentierer in der blogbar zitierten sogar zum Teil aus Gerichtsurteilen, um Martin über seinen Irrtum aufzuklären. Ich wälze keine Paragraphen, aber winke mit dem medialen Zaunpfahl aus Kleinbloggersdorf. Ein Argument ist dieser Fall jedoch auch für die von Don Alphonso immer wieder vorgetragenen Bedenken bezüglich der naiven Sorglosigkeit (nicht nur) von StudiVZ-Mitgliedern, sondern Internetnutzern in ihrer Gesamtheit. Dieser Fall zeigt, wie die mediale Selbst-Prostitution, in diesem Fall marke YouTube, ganz schnell, wie ein Bumerang auf einen selbst zurückschnellen kann.

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