Le Web (3): Das politische Skandalon – Teil 2
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Die Kritik an der politischen Inbeschlagnahme der Le Web-Konferenz in Paris ist nicht gerade klein. Wir berichteten zuvor bereits über die Teilnehmerin Nicole Simon aus Lübeck, und, da wir unter anderem über einen ihrer multiplen Blogs zum Sierralog geleitet wurden, möchten wir einen dort gefundenen offenen Brief (engl.) an Loic Le Meur nicht unerwähnt lassen. Diesen hat Dieter Rappold aus dem schönen Wien in Österreich verfasst. Er stellt offen die Frage der Korruption der Blogosphäre durch Sponsoren in den Raum, angesichts der Vorfälle in Paris.
“Does Money corrupt the Blogosphere at this level already – on such a massive scale?” (sierralog)
Rappold, wie auch Frau Simon, sprechen sich entschieden gegen den Auftritt der Politiker auf dem Event aus. Der Vorwurf der Korruption allerdings gibt der ganzen Angelegenheit einen völlig neuen Anstrich. Ich hatte bereits geschrieben, dass es nun wohl so sei, dass Loic Le Meur sich in der Öffentlichkeit durch diese Aktion indirekt politisch positioniert hat. Wir leben in einer Gesellschaft, in der das nicht verboten ist.
Doch auch die Beeinflussung durch Geldgeber in der Blogosphäre ist mittlerweile fast schon kein skandalträchtiges Thema mehr. Im Kontext der Berichte auf der Blogbar über die Edelman PR Company aus den USA wurde zum Beispiel angesprochen, dass ein Kunde von Edelman, der amerikanische Handelskonzern Walmart gekaufte Blogger in der Blogosphäre als Privatpersonen auftreten ließ, die den Kunden authentische Erlebnisse schildern sollten. Das jedoch ist nur ein Tropfen auf den heißen Stein, “the tip of the iceberg”. Es gibt, so wenig, wie man sich im wirklichen Leben davon freisprechen könnte, oder in anderen Sphären des Mediendiskurses, wirklich objektive Berichterstattung. Ich bewerte Rappolds Frage daher als rein rhetorische.
Klappern wir also weiter die Gästeliste ab, und schaue nach, ob ich Quellen im Internet finde, die Statements zu den Ereignissen abgeben. Mit Frau Simon und Herrn Rappold hatten wir immerhin schon die Möglichkeit zwei Stimmen aus erster Hand zu vernehmen. Die Konferenz ging am Dienstag zu Ende. Ein Teilnehmer aus der Schweiz, ein gewisser Didier Beck hat bislang keinen neuen Eintrag in seinem Blog vorgenommen. Vom 10. Dezember lediglich der letzte Beitrag von Beck, in dem Vorfreude auf das Event, auch wegen der Erfahrungen aus dem letzten Jahr, notiert sind.
Tom Raftery aus Irland hingegen verlangt sein Geld zurück. Er zitiert eine Mail, die er an Loic Le Meur schrieb. Gleichzeitig finden sich in Toms Blog eine Menge Hinweise auf Skandalträchtiges, das in der Folge des Le Web 3 Events geschah. So soll es unter anderem zur Schließung eines Blogs durch die Firma gekommen sein, für die Loic arbeitet, weil der Teilnehmer an Le Web und Bloginhaber negativ über Le Web geschrieben hatte. Dies allerdings sei relativ unmittelbar wieder dementiert worden. Nichts Genaues weiß man zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht.
Oliver Thylman, ein Besucher des Le Web aus Deutschland, schreibt in seinem Blog (engl.) u. a. Folgendes:
“I’m back, after little sleep and lots of exciting conversations. Except one or two very bad experiences, which I will go into later later, it was one of the best conferences I have been to. [...]” (Oliver Thylman)
Ein Lichtstreif am Horizont? Wir werden weiter am Ball bleiben und den Rest von Olivers Einschätzungen im nächsten Teil der Serie über das politische Skandalon veröffentlichen. Was mir allerdings aufgefallen ist, bei allen Beiträgen, die ich bislang gelesen habe, scheinbar haben die Teilnehmer das, was sie dort “gewonnen” haben, gut in ihren Gehirnwindungen vergraben. Denn: Wissen ist Macht, und Macht ist teuer, oder irgendwie so war es doch. Immer dran denken, den Humor nicht auf der Strecke lassen.
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Tags Le-Web, leweb3, Loic, Oliver-Thylman, Rappold, Tom-Raftery
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar

December 15, 2006 · 6:36 am
[...] A neverending story, as it seems. Die Geschichte geht also weiter, und weiter. Beinahe so wie der gute alte VW Käfer, und er rollt und rollt. Die Lemminge des IT, sie versammelten sich also in Paris um mit Geldgebern vermischt zu werden und am Ende, nach zwei Tagen, an Schlafmangel und viel zu vielen Visitenkarten zu leiden. Oliver Thylman, von dem im zweiten Teil der Serie bereits die Rede war, er ist einer derjenigen, die u. a. Visitenkarten von Geldgebern mit nach Hause nahmen und zudem unheimlich interessante Gespräche führen konnten. Besonders die sozialen Kontakte, die er auf Le Web knüpfen konnte sind für ihn der Grund, dieses Event positiv zu bewerten. Von den Vorträgen fand er insgesamt nur wenige herausragend. [...]