15. December 2006

Le Web (3): Das politische Skandalon Teil 3

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Le Web LogoA neverending story, as it seems. Die Geschichte geht also weiter, und weiter. Beinahe so wie der gute alte VW Käfer, und er rollt und rollt. Die Lemminge des IT, sie versammelten sich also in Paris um mit Geldgebern vermischt zu werden und am Ende, nach zwei Tagen, an Schlafmangel und viel zu vielen Visitenkarten zu leiden. Oliver Thylman, von dem im zweiten Teil der Serie bereits die Rede war, er ist einer derjenigen, die u. a. Visitenkarten von Geldgebern mit nach Hause nahmen und zudem unheimlich interessante Gespräche führen konnten. Besonders die sozialen Kontakte, die er auf Le Web knüpfen konnte sind für ihn der Grund, dieses Event positiv zu bewerten. Von den Vorträgen fand er insgesamt nur wenige herausragend.

Tag Zwei war offensichtlich derjenige, der kurzfristig von den politischen Gastrednern infiltriert wurde. Die französischen Präsidentschaftskandidaten Sarkozy und Bayrou gehörten ebenso dazu wie Schimon Peres. Oliver Thylman kam an eben jenem Tag erst spät auf das Event, verpasste den Vortrag von Schimon Peres, wusste jedoch nichts mit dem just vortragenden François Bayrou anzufangen. Folgendes Statement findet sich auf seinem Blog:

“Before that, right at the start, Simon Perez (sic!) had actually been there, whom I will have to watch on video. I was told he was great, and had good interaction with the crowd.” (Oliver Thylman)

Herr Thylman hat also vom Auftritt Schimon Peres’ nur Gutes gehört. Gehört dieser also nicht zum Teil des politischen Skandalon? Wir werden sehen. Weiter schreibt Thylman:

“[...] While the appearance of François Bayrou was unexpected, he seemed to be not taking himself to serious, and actually talked in english a lot of the time, or even translated the french of Loic himself. [...]” (oliver Thylman)

Diese Feststellung allerdings widerspricht teilweise den generalisierenden Beobachtungen von Frau Simon. Diese schreibt nur von einem Event, dass für den französischen Präsidentschaftswahlkampf missbraucht wurde. Der Name Sarkozy fällt nicht. Anders hingegen bei Herrn Rappold, der Sarkozy direkt anspricht. Und so war es dann auch, wie Thylman berichtet. Die Situation, von der Frau Simon schilderte, sie fühle sich in diesem Augenblick wie eine Geisel. Für den Staatsgast wurde der Saal gefilz, Sicherheitsleute und mit einem Mal unheimlich viele Medienvertreter aus Frankreich veränderten die Atmosphäre schlagartig. Im Blog von Thylman finden sich etliche Fotos zu dem Event. Was mich wundert, nicht, weil ich ihm Böses will, sondern selbst gerne mehr Bildmaterial veröffentlichen würde, ob das überhaupt rechtens ist. Immerhin heißt es klar, man darf Personen nicht ohne ihre Einwilligung auf Fotos zeigen. Nun gut, nur so ein Gedanke. Weiter im Text.

Es müssen Köpfe rollen. Wer hat das gesagt? Nun, wir erinnern uns, Frau Trott von Six Apart nahm letztes Jahr dieses Wort in den Mund. Sie hat ihren Job nicht verloren. Loic Le Meur, er schrieb dasselbe Wort (“asshole”) in den Ableger des Techcrunch-Blogs für UK und Irland. Loic Le Meur hat seinen Job auch nicht verloren, einzig verspielt er derzeit in der Blogosphäre sein Ansehen. Für einen Großteil der bloggenden Fraktion unter den 1000 Teilnehmern an Le Web 3 gilt er als Initiator des politischen Skandalons, und nun hat auch noch der Herausgeber von Techcrunch UK seinen Job wegen Loic verloren. Techcrunch UK wurde daraufhin vorerst eingefroren, wie vorgestern Michael Arrington in einem Blogeintrag dort klarstellte.

Zunächst stellte Sethi am 11. Dezember einen kritischen Blogbeitrag (engl.) über die Konferenz in Paris online. Richtig, der Beitrag stammt vom 11. Dezember, also Tag 1. Sethi äußerte sich zufriedenstellend über die Kontakte, die Teilnehmer. Er kritisierte die altbackenen Vortragsthemen und schließlich meckerte er an der Technik herum. Die Funknetzwerkübertragen, das liest man jedoch auch von anderen Teilnehmern, sei miserabel. Keine Kritik also an irgendwelchen Politikern, sondern eine subjektive, wenngleich von einigen der Teilnehmer geteilte, Meinung. Das Problem an der Sache war wahrscheinlich nur der Bekanntheitsgrad von Techcrunch UK. Zudem tritt Techcrunch als Sponsor auf. Allerding hat Sam Sethi damit sehr gut unter Beweis gestellt, dass finanzielle Verbindungen gleichwelcher Art sie auch sein mögen, nicht dazu führen müssen, sich nicht negativ über eine Sache oder ein Produkt äußern zu dürfen. Der entsprechende Kommentar von Loic findet sich an der Stelle nun nicht mehr. Doch es finden sich immerhin Hinweise, dass bereits im Jahr davor (Beitrag auf Französisch) Loic einen Journalisten mit “merde” (frz. für Scheiße) benannt haben soll. Wenig kritikfähig, der Mann. Gelangweilte und genervte Teilnehmer, eine Skandal-Blase in der Blogosphäre, ein Web 2.0-Herausgeber, der seinen Job verloren hat. Bislang eine recht ertragreiche Le Web-Konferenz, wie mir scheint.

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Kategorie Media · Autor · 4 Kommentare


4 Kommentare

  1. Pingback von Le Web (3): Auch der Don äußert sich - Sajonara.de - Internetmagazin
    December 16, 2006 · 7:59 pm

    [...] Zudem weist er auf die Situation post Le Web hin. Absonderung wird stattfinden, Fronten werden sich bilden und klären. In unserer Hemisphäre der Bloggerwelt, von den StudiVZ-Aktivisten liebevoll Kleinbloggersdorf getauft, hat sich, bislang jedenfalls, noch keine Alternative aufgetan. Ob das schlimm sei? Nicht unbedingt. In UK wird sich vielleicht was eigenes entwickeln, da doch der Herausgeber von Techcrunch UK Sem Sethi gefeuert wurde. Einerlei. Einer Meinung bin ich mit dem Don, wenn es darum geht, dass die ganze Bagage im Grunde nur sich selbst gefällt. Doch auch das tat ich bereits kund. Sie sitzen in ihrer Blase und verwechseln sie mit der richtigen Welt. [...]

  2. Pingback von Techcrunch geriet wieder in Misskredit at Timo Heuers Weblog
    December 26, 2006 · 10:04 am

    [...] Das ist das zweite Mal in kürzester Zeit, dass über Techcrunch negativ zu berichten ist. Erst vor kurzem löste Techcrunch-Besitzer Arrington das britische Unterprojekt Techcrunch UK auf und entließ Sam Sethi, nachdem dieser einen kritischen Beitrag zu Loic Le Meurs Konferenz Le Web 3 schrieb. Die darauffolgende Auseinandersetzung artete aus, sodass Le Meur sogar beleidigent wurde und Sethi als “Arschloch” (Original: “Asshole”) bezeichnete. [...]

  3. Pingback von Techcrunch gerät wieder in Misskredit - Sajonara.de - Internetmagazin
    December 26, 2006 · 11:08 am

    [...] Das ist das zweite Mal in kürzester Zeit, dass über Techcrunch negativ zu berichten ist. Erst vor kurzem löste Techcrunch-Besitzer Arrington das britische Unterprojekt Techcrunch UK auf und entließ Sam Sethi, nachdem dieser einen kritischen Beitrag zu Loic Le Meurs Konferenz Le Web 3 schrieb. Die darauffolgende Auseinandersetzung artete aus, sodass Le Meur sogar beleidigend wurde und Sethi als “Arschloch” (Original: “Asshole”) bezeichnete. [...]

  4. Pingback von Readers Edition » Techcrunch gerät wieder in Misskredit
    December 27, 2006 · 12:00 pm

    [...] Das ist das zweite Mal in kürzester Zeit, dass über Techcrunch negativ zu berichten ist. Erst vor kurzem löste Techcrunch-Besitzer Arrington das britische Unterprojekt Techcrunch UK auf und entließ Sam Sethi, nachdem dieser einen kritischen Beitrag zu Loic Le Meurs Konferenz Le Web 3 schrieb. Die darauf folgende Auseinandersetzung artete aus, sodass Le Meur sogar beleidigend wurde und Sethi als “Arschloch” (Original: “Asshole”) bezeichnete. [...]

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