Le Web (3): Stern schaltet am schnellsten, u. a. m.
Laut Google News ist dieser Beitrag im Stern der erste Newsbeitrag in der Sphäre der institutionalisierten Medien “nach” Le Web. Also bietet der Stern einen Artikel an, der die Vorfälle dort beschreibt. “Vive le Web, vive la France!” Der Aufhänger gibt im Grunde schon das Wesentlichste her:
“Eine Blogger-Konferenz in Paris wurde vom Schaukampf französischer Präsidenten-Kandidaten überschattet. Viele Blogger aus aller Welt fühlen sich verschaukelt.” (Stern)
Aber im Grunde erzeugt der Artikel nur noch mehr Redundanz. Ich habe mich durch etliche Blogbeiträge gelesen, und wenn nicht die Affäre um Sam Sethi, der indirekt — oder doch direkter? — wegen Loic Le Meur bei Techcrunch UK seinen Hut nehmen durfte, eine skandalträchtige Geschichte eine andere abgelöst hätte, wären zumindest einige von den “Professionals” wohl von ihren Unmutsbekundungen nicht mehr herunter gekommen. Manche mutmaßen, Sam hätte sich selbst gekündigt, indem er falsch handelte. Who knows?! Es scheint jedenfalls kaum so, dass er ein englisches Pendant von einem deutschen ALGII-Empfänger werden wird.
Ich habe auch moderate Beiträge gelesen, die zum Teil sogar einen Sinn hinter mehr Politik im Programm von Le Web erkennen konnten. Die Wahlkampfshow von Bouray und Sarkozy allerdings empfanden auch diese als eher störend. Nur von der Expertise, die sie dort mitgenommen haben, scheinen sie der Blogosphäre und dem Rest der Welt nur selten etwas mitteilen zu wollen. Bedenklich finde ich auch: Erst scharren sie sich wie die Maden um den Speck und dann hauen einige von den selbsternannten Professionals auf Loic Le Meur als Scapegoat drauf. Ja mein Gott, dann echauffiert euch, bis ihr Schwarz werdet, ob davon die Welt besser wird? Ich bezweilfe es. Wenig konstruktiv, dieser Umgang mit dem Potenzial. Dafür, dass manche so tun, als seien sie heilige Kühe in der Medienbranche, zeigen sie sich wenig kritikfähig. Öfter Mal ein Gespräch abbrechen.
Wie segensreich
da aus der Not eine Tugend erwachsen zu lassen und sich in die Selbständigkeit zu flüchten, weil man im Singleplayermodus den GOD-Mode gecheated hat. Mich beeindruckt das wenig. Lev Manovich hat die Welt von heute in Spieler und Nutzer eingeteilt. Jene, die mit Leichtigkeit sich den Gegebenheiten anpassen, und die anderen, die schon dann zum alten Eisen gehören, selbst wenn sie noch glauben, sie wären das Mondäne in der Welt; einfach weil sich in ihrem Denken zu schnell ein Status Quo festsetzt, den es dann schon nicht mehr gibt, wenn er für sie erreicht scheint. Nicht ihr seid es, und nicht wir sind es, und auch die, die es sein werden haben schwer daran zu knabbern, das der nächste Trend bald schon wieder aus und vorbei ist. Klammert euch an eure geklauten Strohhalme. Prost Mahlzeit. Ein Glück werden wir von euch nicht regiert.
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