3. January 2007

23C3: Console Hacking 2006 (Update)

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23C3 Apfel-Logo(Update) Jetzt, da die 23C3 vorbei ist, habe ich begonnen, mir die Vorträge, die ich verpasste, oder auch andere, noch ein Mal anzusehen, über die ich sowieso noch schreiben wollte. Ich bin zu der Meinung gekommen, dass man den Vortrag von Felix Domke doch auf irgendeine Art und Weise zu würdigen wissen kann. Aus diesem Grund “reformuliere” ich Teile des alten Beitrags an dieser Stelle und füge ein paar neue Informationen hinzu. Damit sich jeder selbst ein Bild machen kann, an dieser Stelle auch die Implementierung des Vortragsmittschnitts bei Google-Video:

Medium: video.google.com
Link: video.google.com

Gleichwie muss ich auf dem Schmalspur-Hacking im nervösen Vortrag-Urteil beharren. Felix Domke hielt auf der 23ten C3-Konferenz in Berlin einen Vortrag “Console Hacking 2006” über das Hacken von modernen Konsolen. Domke war ziemlich aufgeregt, das merkte man ihm an. Der Vortrag fasste Ergebnisse zusammen, ging aber wenig ins Detail, was das angewandte Hacking betrifft.

“‘Next Generation’ gaming consoles should not be limited to games, they have powerful hardware which we want to exploit for our needs. The talk gives a hardware overview of each of the 3 consoles, an overview of their security systems, as well as an update on hacking the Xbox 360, which has been on the market for about a year.” (23C3)

Dass Domke sich im Hacken von Videospielekonsolen auskennt, möchte niemand anzweifeln. Für mich, der ich davon keine Ahnung habe, wäre es jedoch interessant(er) gewesen, nicht nur fertige Ergebnisse präsentiert zu bekommen, sondern auch den Weg dorthin?! In gewisser Weise kann man den Vortrag, zumindest in puncto Hacking daher oberflächlich nennen wollen.

Den Einstieg machte Domke damit, dem versammelten Publikum im Saal 1 des Berliner Congress Centers die neue Konsolengeneration anno 2006 vorzustellen. Zunächst die Playstation 3, sodann die neue Nintendokonsole Wii und anschließend Microsofts Elektronik-Spielzeug XBOX 360.

Bei der Playstation 3 gab es außer der immens hohen Hardwareleistung und dem damit verbundenen recht hohen Einstiegspreis wenig anderes vorzustellen. Einzig die Tatsache, dass die PS3 trotz ihres Preises derzeit mit zu den günstigsten Abspielgeräten für Bluray-Discs gehört, fand Domke noch wertvoll hervorzuheben.

Nintendos Wii hingegen bot weitaus mehr Anküpfungspunkte zum Abschweifen. ;) Hardwareseitig ist die Wii nicht konkurrenzfähig, allerdings strebt sie den Kampf nicht auf dem Feld der Ressourcen, sondern vielmehr auf dem Level der Kreativität an. Sie ist eine echte Alternative, die einen gänzlich anderen Weg gehen möchte. Zwar behaupten manche, Nintendo hätte in diesem Fall aus der Not eine Tugend machen müssen, und es wäre einer der letzten Strohhalme gewesen — ich allerdings möchte eher die Lanze für Nintendo brechen, die seit Anbeginn der Firmengründung immerschon mit ausgefallenen Spielkonzepten zu gefallen wussten.

Zunächst wies Domke dann darauf hin, dass die Fernbedienung der Wii, die gleichzeitig für manche Spiele als Eingabegerät im Sinne eines Joysticks fungiert, nicht in irgendeiner Art und Weise technisch kastriert und an die Konsole gebunden worden wäre. Es ist also möglich, die Wii-Fernbedienung ebenso für den heimischen Fernseher oder Computer einzusetzen. Hardwareseitig bietet die Wii unheimlich viele Symmetrien zum Vorgänger Gamecube. Die Hardware sei beinahe identisch, hätte nur, salopp formuliert, mehr Pferdestärken und Speicherreserven anzubieten. Aus diesem Grund ist es auch kein Problem Gamecube-Anwendungen und -Spiele auf der Wii auszuführen. Ein Modus seitens der Hardware, in dem die Ressourcen lediglich künstlich heruntergeregelt werden ist von Haus aus integriert. Das brachte Domke dazu, eine Analogie zu den Systemen C64 und C128 aufzuzeigen, bei denen es sich genauso verhielt. Anders hingegen funktionier(t)e es beim Sega Genesis und dem Vorgänger Master System, oder bei der Playstation 3 und/oder 2 und dem jeweiligen Vorgänger. In diesen Konsolen steckte die gesamte “alte” Hardware jeweils auf einem Chip, der die abwärtskompatible Ausführung erlaubt. Bei der XBox 360 wird die Ausführung von Vorgängeranwendungen dank der vorhandenen Ressourcen gänzlich emuliert. Videospielhistorisch sicherlich interessant, bereiten diese Informationen einen fruchtbaren Boden für den Kontext um das Hacken der Konsolen.

In der Folge vergleicht Domke die Systeme (Wii und PS3) miteinander im Detail. Die XBOX 360 bleibt außen vor, da sie bereits auf Domkes Vortrag im letzten Jahr detaillierter besprochen wurde, und in der Tat ist Microsofts neuste Konsolengeneration im Vergleich zu beiden anderen Konkurrenten die älteste auf dem Markt. Reine CPU-Werte lassen die Wii alt aussehen. Dafür ist sie der weitaus kleinere Stromfresser und wirklich ein “Leichtgewicht” (1.7 Kilo Wii im Vergleich zu 5 Kilo PS3).
Domkes Vortrag amüsierte die Zuschauer an manchen Stellen, beispielsweise da man den Leuten in der Folge erklärte, welche Sicherheitslöcher beispielsweise die Wii, die Playstation 3 oder aber die XBOX 360 aufweisen, und wie man zum Beispiel im Prinzip “dieselben” Sicherheitslöcher vom Generationswechsel vom Gamecube auf die Wii nur dadurch zu beheben versuchte, dass man das Passwort an einer Stelle von Großbuchstaben auch Kleinbuchstaben wechselte.
Meine Ansprüche sind wohl auch dadurch ein wenig verschoben, dass die Konferenz vom Chaos Computer Club organisiert wird, und man eventuell tiefergehende Informationen erwartet hatte, anstatt Ergebnisse zusammengefasst zu bekommen, um dem Laien anzuzeigen, was alles möglich ist. Eventuell hätte die Form für die von mir gewünschten Inhalte eine andere sein müssen. In einem Workshop hätte man den Interessierten zeigen können, wie man die Sicherheitslücke aufspürte und umging, und nicht nur damit kolportiert, dass es sie gibt.

Den “krönenden” Abschluss bildete die Live-Präsentation von Linux mit einem X-Desktop auf der Playstation 3. Überdies sollte nicht unerwähnt bleiben, dass der Beginn des Vortrags durch Tonprobleme für das Streamingsignal im Internet für Auswärtige (wie mich) nicht hörbar war. Interessant ist das 5-seitige PDF, das in meinen Augen durchaus ein paar mehr Inhalte bereithält als der Vortrag selbst. Vor allem finden sich darin Verweise auf Internetressourcen zum Thema.

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Kategorie Media · Autor · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Kommentar von Alex
    January 4, 2007 · 4:51 pm

    Das tolle daran ist doch eigentlich, dass man so noch eigene Arbeit in das Hacken der Konsole stecken kann ohne es bereits vorgekaut zu bekommen, wenn man sich nicht gleich die Konsole vom ersten Verkaufstag an gekauft hat. Wenn mir als Student nicht das nötige Kleingeld dafür fehlen würde, dann hätte ich mir auch eine Wii oder Xbox 360 schon längst gekauft um sie ebenfalls auseinander nehmen zu können. Bloß so ist jede Konsole im Moment noch unbezahlbar für mich und es würde daher auch noch viel zu weh tun, wenn die Konsole durch eine Unachtsamkeit im Backofen (http://www.bitsploit.de/archives/61-Die-Kunst-des-Loetens.html) über den Jordan gehen würde.

  2. Kommentar von Alexander Trust
    January 4, 2007 · 5:04 pm

    Klar, bei manchen Dingen kann man selbst Hand anlegen, aber immer und überall von Null anzufangen wird man heute schwerlich können. Ich habe z. B. versucht, meine D-Box 2 zu manipulieren, mit den Mitteln, die einem zur Verfügung standen, ohne “in das Gerät” einzugreifen. Es hat nicht geklappt, weil ich irgendwie nie den richtigen Zeitpunkt gefunden hatte. Mittlerweile habe ich keine D-Box 2 mehr, aber damals wär’s schon interessant gewesen.

    Und manche von den Dingen kann man als Laie auch nicht sofort sehen. Bzw. hat nicht die Tools oder das Knohow. Also was der Felix Domke z. B. vorgetragen hat, von wegen Intervallmessung und damit Rückübersetzung von Bits in Zeichen. Da würde man sich dann auch erst Mal durchs WWW forsten um irgendwohin zu gelangen, wo einem der Einstieg in diese Welt leicht gemacht wird. Du darfst ja nicht davon ausgehen, das jeder “gleichermaßen” technisch bewandert oder begabt ist. Für die, denen es “im Blut” liegt, ist Hacken was sehr intuitives… andere müssen erst drauf gestoßen werden und merken dann, aha… da geht noch was. Gibt ja so Ordnungstypen und so Kreative… uvam.

    Ich hab in der Vergangenheit eher an meinen PCs rumgeschraubt, aber auch nur in dem Maße, wie ich es brauchte. Ich bin kein Tüftler, eher einer, der nur nutzenorientierte Anwendungen betreibt. Wenn was kaputt war, hab ich nachgeguckt. *G* Vorher hab ich nie nen Grund gesehen einzugreifen.

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