4. January 2007

StudiVZ, die Mutter der Porzellankiste?!

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StudiVZ LogoOder ist die virtuelle Studentenplattform vielleicht doch eher der Schlüssel zur Büchse der Pandora für die Web 2.0-Gesellschaft? Für Chris ;) von F!XMBR ist mit dem Verkauf von StudiVZ an den zuvor schon beteiligten Investor Holtzbrinck nun der Anfang vom Ende der Blase 2.0 gemacht.

Die gestern zunächst vermeldeten Zahlen von 100 Millionen Euro waren, wie auch der Don erklärte, zum einen aus der Luft gegriffen, zum anderen eben auf dem Papier schön geschrieben, machen sie in der Realität doch deutlich einen anderen Teil aus. Es gehen nämlich nur anteilig Finanzen an die Gründer von StudiVZ. 13% (nach blogbar) der Kaufsumme erhält die Holtzbrinck Venture Capital-Tochter, da sie derart viele Anteile an der StudiVZ Limited hielt. In der Blogosphäre wurden prompt Unkenrufe laut, die vermuten, da würde in großem Stil Geld am Finanzamt vorbeigeschoben.

Die Welt überschreibt einen Artikel zum Thema mit “Holtzbrinck rettet kriselndes StudiVZ” und hat mit dieser Einschätzung wohl Recht. Gleichzeitig bot die Axel-Springer AG mit um die Kokosnuss, wie es an manchen Stellen im Web zu lesen war, vielleicht sogar bloß, um den Preis in die Höhe zu treiben. Laut gedacht wurde bei F!XMBR außerdem über die hauseigenen Publikationen bei Holtzbrinck:

“Zur Holtzbrinck-Verlagsgruppe gehören z. B. Die Zeit und das Handelsblatt – dort sind Arbeitsplätze massiv in Gefahr, es wird an allen Ecken gespart – nun sehen die Kollegen dort diesen StudiVZ-Blödsinn, wo einfach nur Geld verbrannt wird.” (F!XMBR)

So sieht es aus, und mittlerweile müssen also Wirtschaftsunternehmen wie Holtzbrinck sich den Vorwurf gefallen lassen, wofür sie eigentlich ihr Geld zum Fenster rauswerfen. Bislang observierte der Bund der Steuerzahler Vater Staat, nun observiert die Blogosphäre fortan vor allem die Entrepreneure dieser Welt.
Für den Käufer heißt es jetzt, wie lässt sich mit dem Gekauften Geld verdienen. Wie man bei F!XMBR richtig feststellt, ist der erzielte Kaufpreis eine trotz allem schwere Bürde. Zwar liegt der Preis pro Nutzer um ein Vielfaches unter den Werten, die zu Zeiten der New Economy erzielt wurden, allerdings gibt es vom heutigen Stand der Dinge zumindest keine kurzfristige “Perspektive”, die Nutzerdaten zu Geld zu machen. Zwei Möglichkeiten, die in Betracht kämen: “Zielgerichtete Werbung sowie Verkauf der Daten.” (F!XMBR) Nach der getroffenen Vereinbarung dürfen die Nutzerdaten allerdings nicht verkauft werden. Bleibt demnach nur die Option, auf dem Studenportal selbst aktiv zu werden. Vielleicht tut Holtzbrinck ja nun das an den Tag legen, das den Machern abging, den Geist des Unternehmertums. Anders als im Gründeszeneblog verlautbart, hatte das Geschäftsgebaren der Trias aus Berlin nur etwas mit Entrepreneurship zu tun, das in meinen Augen in Deutschland derzeit durchaus en vogue zu sein scheint, sich jedoch hierzulande mächtig weit von der Unternehmerzunft fortentwickelt hat.

Derart schlechte Aussichten prognostiziert — liest sich dieses Märchen wirklich ein bisschen wie das Anfang vom Ende. Aber hey, selbst EMTV ist wieder auf die Beine gekommen, nachdem man eine Weile hoch flog, sehr tief stürzte, ganz viele Kleinanleger und Privataktionäre in den verabredeten Ruin stürzte und hinterher die Drahtzieher medial in die Mangel genommen wurden, nur um anschließend ein sorgloses Leben auf Mauritius oder den Malediven zu fristen. Bis ans Ende ihrer Tage, und: Wenn sie nicht gestorben sind…

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Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Kommentar von loel
    March 3, 2008 · 10:16 pm

    loel, wurdest du auch von Christian S. angeflamet, dass du seinen namen rausnehmen sollst aus dem post? :>>>
    sehr lustig!

  2. Kommentar von Alexander Trust
    March 4, 2008 · 1:57 pm

    Nein, ich wurde von Herrn S. darum gebeten und bin seiner Bitte nachgekommen. Das ist durchaus etwas anderes.

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