Netter Versprecher… ehm, Verschreiber
Folgendes im StudiVZ-Blog gelesen:
“hallo,hab da ein riesen problem…kann seit (sic!) 2 tagen plötzlich weder meine bilder auf meiner seite noch die von anderen im studivz anschauen.
wollte vor 2 tagen ein doppelt eingescanntes bild löschen..und hab evt irgendwas gebloggt oder so ähnlich?” (Mirka)
Also es ist fast schon wieder humorig, oder? Sie hat schreiben wollen, sie hat etwas geblockt, die gute Mirka, aber dabei schrieb sie, sie habe etwas “gebloggt”. Etwas gebloggt hab ich, nämlich ihren Kommentar. Vielleicht trägt das sogar zur Aufklärung bei.
Wenn StudiVZ ihren Nutzern etwas Gutes tun wollte, sollten sie einen Remotedesktop installieren, um die Rechner ihrer DAUs, wie die Nerds zu ihnen sagen würden, zu betreuen.
Ich möchte darauf hinweisen, dass ich demnächst ein Interview veröffentlichen werde, mit jemandem von dem Projekt Spielraum der FH-Köln, die den Akteuren der Gesellschaft Medienkompetenz vermitteln wollen. Medienkompetenz allerdings hilft in so einem Fall nur bedingt weiter.
Es ist schon erstaunlich. Damals, im Grundstudium, ich saß in einer Vorlesung der Kommunikationswissenschaft. Ein Dozent ließ (s)ein Programm vorstellen, mit dessen Hilfe man seine Literatur problemlos verwalten kann. Ein ganz passables Produkt, jetzt in der Version 2. Damals wurden wir zum Betatest eingesetzt. Davon ein Mal abgesehen traf mich der Schlag. In einem Hörsaal mit einigen Hundert Studierenden reichten zwei Frontalsitzungen im Plenum nicht aus, dass ein Großteil derer, die dort mit mir saßen, nicht immer noch Fragen zur Bedienung gehabt hätten. Ich fand es “schade”, wurde aber ein bisschen wachgerüttelt und korrigiert in der Meinung, dass Technikverständnis und eine gewisse Affinität für neue Medien etwas mit dem Alter zu tun hat. Es gibt in meiner Kohorte (11/1980) und noch in anderen Jahrgängen, die nach uns kamen, unheimlich viele Personen, die trotz der Omnipräsenz des bald schon alten neuen Leitmediums Computer noch nicht den Umgang damit zu verstehen scheinen. Doch ich kenne auch Gründe dafür und muss heute dankbar sein für das Privileg, das ich hatte, mich schon früh an den Umgang mit der Technik gewöhnen zu dürfen. Es ist nämlich durchaus eine Frage des Geldes, und wenn ich etwas daraus gelernt habe, dann dass nichts selbstverständlich in dieser Welt ist. Ich habe zu diesem Zeitpunkt damals, so stark wie nie zuvor vor Augen geführt bekommen, wie schnell man dazu neigt, die eigene Perspektive unreflektiert auf die Sichtweise anderer zu stülpen. Das wird mir [(so schnell) (hoffentlich)] nie wieder passieren.
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Tags Blog, Medienkompetenz, StudiVZ, Versprecher
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · Keine Kommentare
