11. January 2007

Web 2.0 gerät der Terminus aus der Mode?!

Haben wir ihn zu oft benutzt? Wird er den Leuten nun madig? Wer sind “wir”? Fragen, die leider noch unbeantwortet bleiben müssen. Im aktuellen Buzzmeter von Valleywag lässt sich ein Rückgang der Verwendung des Begriffs Web 2.0 von einer Spitze im November hin zum Dezember erkennen. (via Timo Heuer) Eigentlich wollte ich die Macher um Erlaubnis fragen, ihre Chartgrafik hier einsetzen zu dürfen. Da ich mich für einen “bloßen” Kommentar auf der Seite jedoch anmelden muss, habe ich mich dazu entschieden, lieber einen Screenshot zu machen.

Screenshot vom BuzzmeterWie man selbst im Bildschirmausschnitt noch gut sehen kann, hat zwischen Januar 2005 und dem Ende von 2006 ein enormer Anstieg in der Verwendung stattgefunden. Die Valleywagers, wie ich sie in der Anrede meiner Email an sie taufte, schreiben von “mainstream publications” (zu Deutsch ungefähr: vorherrschende/bedeutsame Publikationen). In diesen Publikationen also hat man die Verwendung gemessen. Hat man sie gemessen? Sind dort Print- oder Onlinemedien gemeint? Und wurde nur ein Mal im Monat eine Ausgabe ausgewählt, in der man den Terminus suchte und fand (oder auch nicht fand), oder hat man jeden Tag im Monat die Verwendung des Wortes gezählt. Letzteres würde ich eher ausschließen, wenn man sich die Einstiegszahlen ansieht. Um wieviele Publikationen handelt es sich überhaupt? Wahrscheinlich sind englischsprachige Medien damit gemeint. Woher stammen also die Zahlen? Wir werden es hoffentlich bald wissen, denn
ich habe mich bei den Valleywagers darüber erkundigt.

Wie ich allerdings an anderer Stelle, wenn ich das Wort Repräsentativität in die Tastatur getippt habe, anmerkte, ist die Aussage, die eigentlich gemacht wird nicht immer so eindeutig. Für den deutschsprachigen Bereich bleibt diese Chartgrafik in meinen Augen total ohne Aussage. Entwicklungen gehen überall und nirgends nämlich selten symmetrisch von Statten. Man bedenke nur, dass Deutschland eines der Länder war, dass noch mit am längsten als Kaiserreich galt, oder sich eine eigene Nationalsprache (anders als in Frankreich, England oder Italien) erst sehr spät ausgebildet hat. Deutschland war ein Flickenteppich von Kleinstaaten, wir merken es noch heute beim Thema Föderalismus. Es kann also gut sein, dass hierzulande die Verwendung dieses Begriffs einen ganz anderen Verlauf genommen hat und weiterhin nehmen wird. Vielleicht gefällt uns dieser Begriff besser als seinen Urhebern und wir können irgendwann gar nicht mehr aufhören ihn in den Mund zu nehmen. ;)

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