12. January 2007

SuperGu gehackt

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Was dem StudiVZ geschieht, davon werden andere nicht verschont. Nachdem Techcrunch gestern darüber berichtete, dass SuperGu nur eine Art Klon vom Social-Bookmark-Dienst Digg.com sein soll, gingen Hacker ans Werk und heraus kam dies:

Kommt dies schöne Schiff nicht irgendjemandem bekannt vor?! Davon ein Mal abgesehen: Auf Techcrunch finden sich zum Vergleich zwei Screenshots von Digg.com und Supergu.com. Ursprünglich stammen diese vergleichenden Bildausschnitte von go2web2. Dort finden sich allerdings noch weitere, gegenübergestellte Screenshots. Es gibt, zugegebenermaßen, etliche Übereinstimmungen im Design. (via Dittes)
Doch dieser Fall sollte ein wenig zu denken geben. Gerade weil viele derjenigen, die über solche Klone berichten, sich zum Beispiel mit der Person Lawrence Lessig auseinandersetzen und seine Thesen verfolgen, viele von uns ihm sogar Recht geben, oder seine Erklärungen zumindest plausibel finden, sollten wir ein Mal etwas länger darüber nachdenken, was es eigentlich heißt, im 21ten Jahrhundert zu leben. Der amerikanische Medienwissenschaftler Lev Manovich beispielsweise trifft eine Unterscheidung zwischen Playern und Usern, und auch er hält, wie Lessig, so eine Art aktiven Konsumenten (bei Manovich zeichnet sich unsere Zeit durch “Remakes” aus) für vorhanden. Und auch Joichi Ito hat bei seinem Vortrag auf der 23ten C3-Konferenz (Google Video) einen Aspekt angesprochen, der mit Copyright und dem Verwenden von bereits Vorhandenem (Machinima, Ingame-Videos) zu tun hatte.

Bei den Machern von SuperGu hieß es auf deren Seiten “explizit”, sie hätten sich von diversen Diensten inspirieren lassen, nur Digg wurde nicht aufgezählt, gleichwie aber z. B. der Social-Bookmark-Dienst del.icio.us oder Reddit. Von der Funktionalität bündelt SuperGu einige Web 2.0-Funktionen unter der Haube. Doch… geschenkt. Im Fall StudiVZ war der Klonstatus eindeutiger auszumachen (derbumi, Basic Thinking, unfehlbar). Das ist zumindest meine Meinung.

Schade finde ich auch die leicht pejorativen Bemerkungen der Hacker, die sie auf der Seite hinterließen, gegenüber Ländern und Regionen jenseits des Atlantiks. Die Hackergruppe scheint aus Nordamerika zu stammen und gegenüber Nationen östlich des großen Teichs zumindest latent einige Vorurteile zu hegen.

“Does anyone know where this “company” is located? Seems like the antics of a shady Russian/Israeli/Eastern European company, right down to the lame message replacing their front page.” (SuperGu Hack)

Vielleicht überinterpretiere ich jedoch. Allerdings hätte es meines Erachtens dieser Hackaktion nicht unbedingt bedurft, um in einen konstruktiven Diskurs zu kommen. Vielleicht hat die Aktion eher dazu geführt, die Fronten zu verhärten. Interessant allerdings ist weiterhin der Fall StudiVZ. Da sich im hauseigenen Blog durchaus einige StudiVZler antreffen ließen, würde mich deren Reaktion interessieren.

Hinzufügen zu Technorati, del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
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Kategorie Media, Science · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar


Ein Kommentar

  1. Pingback von Freude schöner… - Sajonara.de - Internetmagazin
    February 3, 2007 · 7:37 am

    [...] Aber spülen Sie es nicht den Lokus herunter. Es hat StudiVZ erwischt, es hat Digg-Klon-Produzenten erwischt, warum also sollte einer der nervigsten Abmahnengel davon verschont bleiben?! Sozial ist, was [...]

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