13. January 2007

Zeitverschiebung á Printmagazin

Ich schlage ein aktuelles Printmagazin auf, das sich mit Computerthemen beschäftigt. Sein Titel, um nicht unnötig einen Schwarzen Peter hervorzuheben, tut in dem Fall nichts zur Sache, denn ich bin der Meinung, dass ich ein x-beliebiges zur Hand nehmen könnte, und sich damit trotzdem keine Besserung einstellen würde.

Ich blättere den Nachrichtenteil durch und bin etwas enttäuscht. Noch viel offensichtlicher als noch vor einigen Jahren, zeigt sich, dass Printmagazine in Sachen News-Faktor (Aktualität), einfach nicht mehr mit dem Internet mithalten können. Das liegt in meinen Augen an ihrer Darreichungsform. Denn im Printbereich haben Tageszeitungen gegenüber ihren wöchentlich erscheinenden Konkurrenten denselben Aktualitätsvorsprung, ebenso wie all diese wiederum die Nase in Sachen Aktualität vorne haben, wenn sie mit monatlich erscheinenden Periodika konkurrieren.

Gerade die Nachrichten, über die ich selbst berichtete, machen in dem Magazin in meiner Hand bereits 50 Prozent des Nachrichtenteiles aus. Von Bill Gates kritischem Kommentar gegenüber DRM ist dort die Rede; vom Time-Magazine wird geschrieben, dass sie (m)ich also “DU” oder “SIE” (engl. YOU) zur Person des Jahres wählte; die Springer-Onlinepublikation für die virtuelle Welt von morgen wurde ebenso vorgestellt (The Avastar). Darüber hinaus fanden sich noch weitere Informationen, die ich bereits zur Kenntnis genommen habe, mich selbst jedoch nicht derart interessierten, als dass ich darüber hätte berichten wollen. Ein Teil der Nachrichten, über die ich offensichtlich nicht gestolpert bin, wollten mir wohl nicht begenen, da sie mich nicht ungefähr die Bohne interessieren.

Das Internet bietet demnach mehr Individualität und Aktualität. Lediglich der Überblick über das Geschehen könnte bei dieser zeitnahen, ständig auf einen einrasselnden Nachrichtenschwemme den eigenen Blick für das große Ganze verstellen. Hat also am Ende alles seine Vor- und Nachteile?! Für manche Leute bestimmt, aber die Zeiten, da ich Informationen primär aus Printmedien bezog scheinen gezählt. Gerne würde ich mich zum Betatest von irgendwelchen E-Paper und elektronischem Papier-Erfindungen bereit erklären, um schließlich die Aktualität und Indivdualität von Online-Publikationen und die Ergonomie und Lesbarkeit von Printprodukten vereint zu finden. Beeilt euch ein wenig, Jungs und Mädels, die ihr mit solchen Dingen noch hinterm Zaun haltet. Ich bin einer eurer ersten Kunden.

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