Apple vs Microsoft, ein Mal anders
Es ging zumindest ein kleiner Schrei durch die Blogosphäre, als Microsoft über die Agentur Edelman US-Topblogger mit Laptops bestechen zum Test einladen wollte. Während Microsoft also Geschenke verteilt, geht Apple neuerdings einen anderen Weg: man mahnt Blogger ab!
Man beachte das “zensierte” Objekt der Begierde. Um solche Bilder und ähnliche macht Apple derzeit sehr viel Aufhebens (engl.).
Verkehrte Blogwelt?! Der Opensource-Browser Firefox läuft und läuft, und läuft dem Internetexplorer von Microsoft den Rang ab. Warum? Weil die Opensourcegemeinde es geschafft hat, ihrem Browser ein Image zu verpassen, das das Konkurrenzprodukt alt aussehen lässt, weil man Microsoft für eine verschworene Gemeinschaft konservativer Mediengurus hält, die nur ans Geld anderer Leute heran wollen.
Auch Apple hat im Bereich Firmenimage einiges getan, um den Konkurrenten Microsoft alt aussehen zu lassen. Apple stellt Produkte her, von denen jeder denkt, sie sind modern, sie sind hip und trendy. Produkte, die gut aussehen, die prima funktionieren und die vor allem eines befördern – mit dem Kauf eines Apple pinkelt man dem Monopolisten Microsoft ans Bein.
Noch im alten Jahr ließ Microsoft sich von ihrer PR-Firma Edelman einen Bärendienst erweisen. Sogar vom Ferrari-Fiasko war jenseits des Atlantiks die Rede. Amerikanische Topblogger bekamen Acer-Notebooks mit vorinstalliertem Vista zum Review zugesandt. Leider, leider hatten die PRler von Edelman nicht damit gerechnet, dass jeder sich einfach so würde bestechen beschenken lassen. Man ruderte zurück, und dilettantisch wie Edelman nun Mal ist, kratzte man am vorher selbst formulierten Geschenkestatus der Notebook-Vista-Combo. Selbst Robert Basic, der die Idee dieser Kampagne im Grundsatz begrüßte, äußerte damals, dass das Vorgehen “ungeschickt” gewesen sei.
Doch nun ist 2007, und dieses Jahr ist alles anders?! Warum? – Derzeit schwingt Apple nämlich die Abmahnkeule gegenüber der Blogosphäre. Bei Focus Online heißt es dazu:
Der US-Konzern will Blogger davon abhalten, über Dinge zu berichten, die Apple nicht gefallen: Wer über iPhone-Spielereien schreibt, bekommt Abmahnungen. (Focus Online)
Unerwartete Unterstützung (engl.) erhält die Blogosphäre aber jetzt von Michael Arrington, der sich nach der Vorfälle um Le Web 3 mit der Kündigung von Techcrunch-UK-Redakteur Sam Sethi keine Freunde in Kleinbloggersdorf gemacht hatte. Arrington veröffentlichte auf seinem Techcrunch-Blog ein Bildschirmfoto für das einige andere Blogger von Apple abgemahnt werden sollen. Es geht dabei um ein Theme für Microsoft-Smartphones, der die iPhone-Oberfläche täuschend echt nachbildet.
Dank Arrington erfahren wir außerdem von weiteren unziemlichen Vorgängen (engl.) in Sachen Abmahnungsverhalten bei Apple, die schon ein wenig zurück liegen. Für den Techcrunch-Eigner geht es vor allem darum, dass die Strategie, die Apple fährt, zu scharf ist. Gegen denjenigen vorzugehen, der das Theme entwarf mag sinnvoll sein, Blogger abzumahnen, die “nur” darüber berichten, sei in Arringtons Augen eine total überzogene Reaktion.
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