Unseren täglichen Myvideo Erotikspam bring uns heute?!
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Das Kommerz-Videoportal MyVideo hat offensichtlich ein SPAM-Problem. Noch dazu eines, dass am Ende Probleme mit dem Jugendschutz bereiten könnte, wenn man dieser Sache nicht ganz schnell nachgeht. Einige Stichproben haben ergeben, dass es in den Kommentarsträngen von MyVideo nur so von Erotikwerbung wimmelt.
Super billig, für nur 12 Cent die Minute kann man sich dort die Erotik angucken. Anscheinend lud die Zielgruppe der nicht Copyrightfreien Videobilder ?!!!!!! (DSDS-Casting-Ausschnitt, RTL) dazu ein, solche Angebote zu unterbreiten. Ob MyVideo, die ja nachweislich von der Konkurrenz betrieben werden darüber besonders schnell stolpern könnten? Denn immerhin 30% der Anteile an MyVideo gehören der ProSieben-Sat1-Media AG.
Doch selten dämlich muss (in diesem Fall) Mann sein. In dem Kommentarspam die Angabe eines URLs. Lasset uns sehen, was sich dort findet. Lauschen ist erlaubt, und zudem billig. Wir finden das Angebot und die Rufnummern für die geile Nachhilfeschülerin und die geilen amerikanischen Lesben. Lediglich der geile Dreier ist noch in Arbeit.
Ob der Chef wohl selbst einspringt?! Diese Seite beweirbt zwar ein billiges Angebot, sie ist aber auch extrem billig aufgemacht. Wenig professionell wirkt zudem die Orthographie. “Billig” mit großem Anfangsbuchstaben? Vielleicht um es zu betonen? Am Satzanfang mit Sicherheit.
Dann sind aber die “Angaben” nur aus Deutschland zu erreichen?! Das stimmt so nicht, werter Herr… (darauf komme ich gleich noch zu sprechen). Jedenfalls stimmt diese Aussage nicht. Denn man kann diese Website von der ganzen Welt aus abrufen, insofern der URL nicht vom Internetprovider gefiltert wird, und man eben Internetzugang hat. Allerdings bezweifle ich, dass der Betreiber eine Ahnung hat, was er dort schrieb.
Sodann geben sich die Rechtschreibfehler wieder die Hand. “Für Die Geile Nachhilfeschülerin Wähle:” – Es fällt auf, dass drei Wörter fälschlicherweise großgeschrieben wurden, die diesem Aufwand gar nicht bedurften. Und das Prinzip setzt sich fort. Beim geilen Dreier schließlich heißt es in Angaben in Klammern dazu: “noch in arbeit”. Hier hätte durchaus zwei Mal großgeschrieben werden dürfen, zwecks Satzanfang und Nominalphrase.
Der Betreiber nennt seine Email und… er hat gütlicherweise ein Impressum angelegt. Dazu allerdings ist er rechtlich mittlerweile als Inhalteanbieter verpflichtet. Schaun wir doch Mal:
Da schau her, aus Landhut kommt der Gute. Nie war es so einfach, für Seitenbetreiber, gegen Spammer vorzugehen. Wenn es im drögen TV-Alltag manches Mal um die dümmsten Verbrecher ging, könnte der Internetalltag doch um die Rubrik, die dümmsten Spammer bereichert werden. Allesandro Walla zumindest hat (s)einen Auftritt sicher.
Wir halten fest: Billig im Angebot, dreist im Anbieten. Hilflos in der Sprache, aber auch technisch nicht besonders fingerfertig, immerhin scheint der liebe Herr Walla a) ein vorgefertigtes Template verwendet zu haben, und noch dazu b) keine Ahnung gehabt zu haben, wie man eine zusätzliche Seite (Impressum) eben an das Layout der Seite anpasst.
Laut den AGBs des Anbieters des Service von Realhomepage (RH), eines gewissen Herrn Dr. rer. nat. R. G. Urban aus Berlin, ist das einstellen von pornographischen Inhalten nicht gestattet, noch genauer:
“[...] Verboten sind ausdrücklich Seiten mit Aufrufen zu Hass und Gewalt, sowie pornographische Darstellungen in Text und Bild. [...]” (AGB von RH)
Zumindest gegen diese Auflage scheint Herr Walla nicht zu verstoßen, da er immerhin keine pornographischen Texte oder Bilder eingestellt hat. Das Attribut “geil” alleine würde für mich nicht ausreichen, um diesen Tatbestand zu erfüllen. Andernfalls wären die Seiten des Herrn W. sonst von der Löschung bedroht gewesen. Weiter heißt es in den AGB von RH:
“[...] Webseiten mit zwar nicht pornographischen, aber sexuellen Inhalten sind nur dann zugelassen, wenn sie über einen Adult-Check bzw. Passwortschutz verfügen [...]” (AGB von RH)
Realitätsnaher Menschenverstand, ein bisschen Pedanterie oder Gehirnschmalz von Rechtsverdrehern – immer würde man unter den Voraussetzungen zu dem Schluss gelangen können, dass Herr Walla nicht auf den Webseiten selbst sexuelle Inhalte anbietet, sondern ja nur vermittels Telefonnummern auf die verwiesen wird. Schwierig. Schwierig auch, ob für derlei Sex-Werbung nicht trotzdem ein “Adult-Check” erforderlich wäre. Das allerdings sollte Herr Walla schleunigst mit Herrn Prof. Dr. klären, in einem Gespräch zwischen Preuße und Bayer quasi.
Doch halt, der letzte zitierte Satz ging noch weiter, und zwar wie folgt:
“[...] und als XXL-Seite werbefrei geschaltet sind. Frei zugängliche, XXL- Account Seiten mit sexuellen Inhalten werden ebenfalls unverzüglich gelöscht. Realhomepage behält sich auch in diesen Fällen Schadensersatzforderungen vor.
Es ist verboten, auf nicht XXL Seiten, selbst Werbung zu schalten. [...]” (AGB von RH)
Was genau heißt in diesem Kontext “Werbung schalten”? Hat Herr Walla mit den Inhalten der Seite Werbung geschaltet?! Oder betreibt er Werbung in eigener Sache? Nun, ich denke, spätestens an diesem Punkt, dürfte der Herr Dr. aus Berlin mit dem Herrn Walla ein Wörtchen drüber reden wollen. Aber, weil ich als Blogger Aufklärungsarbeit leiste, muss ich vielleicht mit dem Schlimmsten rechnen. Am Ende hagelt es eine Abmahnung der Herrn Dr. rer., wobei ich ihm ja eigentlich nur einen Gefallen getan habe. Woran das liegt? Nun, EIN MAL habe ich in diesem Artikel den Namen des Anbieters der Homepage von Herrn Walla vollständig genannt. Dem Internetauftritt des Herrn Doktors nach ist das jedoch eine registrierte Warenbezeichnung, über deren Verwendung nur er allein zu verfügen hat. Ich bin mal gespannt, ob das ein Nachspiel haben wird.
Wobei, wenn ich ganz genau hingucke, dann entdecke ich im Impressum, dass ich Gott sei Dank die URL-Endung “.de” dahinter vergaß. Auf diese Weise habe ich den Kopf zumindest nicht zu tief in die Schlinge gesteckt.
Ich selbst werde natürlich weitere Stichproben sammeln, bin aber über Hinweise von Nutzern froh, die ebenfalls Erotikspam bei MyVideo aufsammeln. Im selben Beitrag, zu dem ich absichtlich, wegen der Copyrightverletzung (siehe oben), nicht verweise, fand sich noch eine weitere erotische Botschaft mit Hinweis auf die Seite von Karin und Armin aus Bremen, einem Swingerpärchen. Da diese beiden alerdings erst seit einigen Stunden bei MyVideo angemeldet waren, kann man noch nicht sicher von Erotikspam hinterm Deich sprechen. Wenigstens ist die Seite von Karin und Armin FSK16-tauglich und bietet für pornographische Inhalte eine Alterskontrolle an. Ich verzichte allerdings auf einen Screenshot, um den beiden keinen Ärger zu machen. Am Ende ist es wirklich nur ein harmloses Swingerpärchen, die ihren URL (http://www.sex-spass-karin-armin.de/)nur mit unter den Kommentar geschrieben haben, um ein bisschen mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. Wer’s glaubt?!
Hinzufügen zu del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags Abmahnung, Allesandro-Walla, Dr.-Urban, DSDS, Erotik, Hotline, Jugendschutz, MyVideo, ProSieben, Realhome, RTL, Sat1, Spam
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 5 Kommentare

January 18, 2007 · 11:20 am
Hm – also ich klaue Deine Bilder nicht, ich schaue sie mir nur in einem RSS-Reader an – da sind screens voll mit “geklaut” irgendwie sinnfrei. Vielleicht nimmst Du die üblichen Verdächtigen (bloglines.com, google[.de|.com]/reader) mal aus Deinem hotlinking Schutz
January 18, 2007 · 1:49 pm
Danke für den Hinweis.
Bist allerdings nach ner ganzen Weile der Erste, der darauf hinweist. Mal schauen, was ich tun kann. Bloglines ist also deiner?
January 18, 2007 · 3:42 pm
meiner wäre *google.de/reader – ich habe das grosse “geklaut” sonst immer ignoriert, ist nur schlecht wenn die Bilder für das Verständnis des Textes nötig sind
January 18, 2007 · 4:20 pm
Ich hab den Google-Reader jetzt eingebaut, kannst du das bestätigen? Es wäre nett, wenn weitere Leser mir Hinweise (Winks mit dem Zaunpfahl) gäben, damit ich auch ihre RSS-Reader freischalten kann.
Ich habe diesen Schutz per .htaccess-Datei eingerichtet, damit mir nicht unnötig Traffic durch Bilderklau entsteht. Besonders in Onlineforen wird das gerne gemacht, und dank Statistikauswertung ist mir das aufgefallen. Manche Bilder gehen weg wie warme Semmeln.
Eine Japanflagge damals für den Betreiber von nem Videospielportal. Die Grafik alleine hat damals mehr Zugriffe generiert, als die Homepage zu dieser Zeit hatte. Schade, dass die Leute einen darüber nicht informieren, oder nicht wenigstens die Grafik auf den eigenen Server laden, damit er nicht bei fremden Leuten Traffic (und am Ende auch Unkosten) erzeugt.
January 18, 2007 · 5:35 pm
klappt super jetzt, Danke