Martin Perscheid – In der Versenkung verschwunden?!
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Vielleicht erinnert sich mancher noch, dass im November letzten Jahres ein kleines “Skandälchen” im Web die Runde machte. Es ging darum, dass ein ein Fan-Seiten-Betreiber abgemahnt werden sollte.
Peter F., so berichtete Heise damals, wurde von Anwälten im Auftrag einer Agentur abgemahnt. Die Agentur wiederum hielt die Rechte an den Cartoons von Martin Perscheid. Seinerzeit schickte ich einige Fragen an den Cartoonisten und bot ihm an, die Sache öffentlich ein wenig gerade zu rücken.
Zunächst schien Perscheid mit meinem Interviewangebot zufrieden. Auf eine generelle Anfrage erhielt ich immerhin folgende Antwort:
Gesagt, getan. Ich formulierte meine Fragen und schickte sie nur einen Tag später, am 12. November 2006, an Herrn P. Wieder einen Tag später erhielt ich Antwort von Herrn Perscheid. Nicht allerdings, wie erhofft, mit Replik auf meine Fragen. Vielmehr bat Herr Perscheid darum, das Interview zu verschieben. Er hätte sich mit Vertretern seiner Agentur “Bulls” in Verbindung gesetzt. Diese sei in Verhandlungen mit den Abgemahnten, sich doch noch gütlich zu einigen. Man habe ihn um Stillschweigen gebeten, schrieb er ferner.
Ich akzeptierte das Angebot, das Interview zu verschieben, und versprach, mich wieder zu melden. Das habe ich getan. Vor gut 10 Tagen, am 15. Januar, schrieb ich Herrn Perscheid wieder ein Email. Leider warte ich noch heute auf Antwort.
Bei Telepolis fand ich indes einen interessanten Artikel von Bettina Winsemann, der sich der Thematik annimmt, und die veränderte Situation schildert, die moderne Technik und kinderleichte Reproduktionsmechanismen verursachen. Außerdem wird von Frau Winsemann die Krux geschildert, in der ein Künstler unter solchen Bedingungen heutzutage steckt. Hinzu kommt: Manch Künstler definiert sich und Kunst im allgemeinen dadurch, dass sie nicht zum Zwecke des Gelderwerbs produziert werden soll. Eine freie Entscheidung jener. Manche bieten ihre Werke (oder Teile davon) daher kostenfrei an. Dieser Akt der Willkür drängt andere jedoch in eine Ecke. In eine Ecke, aus der sie so schnell nicht mehr heraus kommen.
Als Exempel in Frau Winsemanns Artikel hält der Fall Perscheid her. Neue Wege der Kommunikation mit dem Künstler stellen einen unberechenbaren Kanal dar, zumindest wenn man, wie Herr Perscheid, in eine Ecke gestellt wurde.
“Hat sich ein Künstler entschieden, eine eigene Homepage nicht nur mit seinen Werken, sondern auch mit einem Gästebuch auszustatten, so findet sich eine weitere Verhaltensweise des Fans, der den Künstler nur noch als kostenlosen Produzenten ansieht: Manieren sind nur von einer Seite aus notwendig. Das Gästebuch wird zur Bühne des warum auch immer gekränkten Fans, der den Künstler nach Herzenslust beschimpfen, verunglimpfen oder gar bedrohen kann.
Spätestens in diesem Moment entsteht für den Fan eine Win/Win-Situation. Entweder der Künstler schweigt sich aus, dann werden ihm Ignoranz und Arroganz vorgeworfen oder aber er versucht den Dialog, was bedeutet, dass er alles hinnehmen und stets, ganz im Gegensatz zum Fan, freundlich, höflich und zuvorkommend bleiben muss. Verbale Ausfälle werden ihm nämlich von den Fans sofort angekreidet.” (Bettina Winsemann)
Was ich mit diesem Schwenk auf Frau Winsemanns Artikelinhalt andeuten wollte: Man kann auch Argumente dafür finden, warum Herr Perscheid sich nun aus der Debatte heraushält. Auf seiner Homepage, in seinem Gästebuch, musste er damals einiges über sich ergehen lassen. Vielleicht ist es in seinen Augen besser, jetzt Gras über die Sache wachsen zu lassen, anstatt einen erneuten Spießrutenlauf zu riskieren.
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Tags Cartoon, Copyright, Fan, Heise, Interview, Kunst, Künstler, Martin-Perscheid, Telepolis
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 8 Kommentare

January 25, 2007 · 2:23 am
hi
ich hab gestern abend 2 gute krügerl stieglbräu getrunken, dann war ich müde und hab mich zuhause eine halbe stunde aufs bett gelegt…hehe….mir brennen grad die augen, müde, ich mach mir einen espresso….schöne nacht noch….
January 25, 2007 · 2:37 am
hab die nacht die erhöhte bundespension gerade überwiesen gekriegt und freute mich über ein plus von netto 77 euro, (1,6 perzent erhöhung mit 1.1.), derweil war ja auch eine einmalzahlung von 60 euro dabei….also nur 17 euro mehr im neuen jahr, hehe, besser als nichts….ich hatte schon erhöhungen wo ich dann in eine höhre steurklasse viel und unterm strich 20 euro weniger im monat hatte….ahahahahahaha
January 25, 2007 · 3:25 am
was liest du gerade feynes?
January 25, 2007 · 3:46 am
ich bin beim MoE der eh genug eigenschaften hat mittlerweile auf seite 1540 oder so….naja, mühsam ernährt sich das eichhörnchen, daneben lese ich immer wieder andere bücher, zur zeit einen kurzweiligen krimi von slupetzki “lemmings himmelfahrt” köstlich, kann ich dir empfehlen, der schrieb früher nur stücke und kinderbücher und jetzt schon den 3. krimi….marx- und engelsbio hab ich auch eben fertiggelesen. als nächstes kommt dann die entdeckung derlangsamkeit von nadolny drann weiters aus indien von hesse und dann vielleicht irgendwann die zeugenfreundschaft über thomas bernhard von einem langjährigen freund und leidensgenossen von ihm….all die bücher kugeln bei mir schon zuhause herum….meistens lese ich von 4 gekauften büchern drei und das 4. dann erst jahre später oder nie (bis heute halt noch nicht)….ich habs momentan mit den dicken schwarten…mich reizt auch die russische revolution von trotzki….die geschichte des II. weltkriegs von churchill (literaturnobelpreis)….habdas alles hier, teilweise steht es seit 10 jahren im regal, aber der gadanke, daß ich es jetzt lesen mag ist mehr als ausgereift…
January 25, 2007 · 3:58 am
hast du mit der entdeckung der langsamkeit was anfangen können, wie ist das buch…..mich hat schon der titel mehr als gereizt…….
January 25, 2007 · 8:36 pm
da war doch ein hinweis auf der seite von perscheid, dass die bilder verwendet werden dürfen, peter f. hatte dem geglaubt, aber die agentur sah das anders(?).
January 25, 2007 · 9:27 pm
@Linus: Darum geht’s ja jetzt nicht mehr. In meinem Interview, dass ich Herrn P. anbot, wollte ich die Sache ein bisschen aufklären helfen. Was jetzt aus dem Fall geworden ist. Ich denke, beide Parteien haben sich außergerichtlich geeinigt.
Allerdings fand ich es schade, dass Herr Perscheid sich nicht mehr meldete. Gut, vielleicht ist er im Urlaub, und deshalb kam 10 Tage lang kein Antwortmail. Who knows it!?
January 22, 2008 · 8:41 pm
[...] ist zum Beispiel der Fall Martin Perscheid. Einige mögen sich noch erinnern. Perscheid ist ein Karrikaturist, hatte auf seiner persönlichen [...]