30. January 2007

Spam erobert die Welt

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Social Spam war gestern. Heute erobert Spam die Welt. Um genau zu sein erobert Spam die Weltkugel (von Google), und dort auch nur den Raum um Sydney in Australien. Google hatte angekündigt am vergangenen Wochenende neue Luftaufnahmen über Australien für seine Atlas-Software Google-Earth machen zu wollen. Einige Gewerbetreibende sahen das als willkommene Einladung an, strategisch günstig (z. B. auf Dächern von Häusern oder ebenen Flächen am Boden) Werbebotschaften zu platzieren. So geschehen bei der Reiseplattform Swiftcity. In der Folge beschwerten sich Nutzer im Blog des Anbieter über deren Spam-Aktion.

Doch dieser Irrsinn kommt in Mode. Es gibt bereits Marketingunternehmen, die sich darauf spezialisiert haben, Werbeflächen z. B. auf Hausdächern zu arrangieren. Markus Hübner von Brandflow erklärte, dass mit zunehmender Popularität dieser Werbeform bei den Werbetreibenden gleichzeitig die Akzeptanz von Kunden sinke. Zudem sei bei den Leuten der Gedanke noch nicht gereift, es handele sich bei Google Earth oder Google Maps prinzipiell um Werbekanäle. (via ZDNet und Pressetext)

Sind jetzt am Ende die potenziellen Kunden die Opfer? Werden bald Strände nicht mit Urlaubern gefüllt sein, sondern gegen Geld an Werbetreibende verkauft?! Die Spirale dessen, was möglich ist, dreht sich unaufhörlich weiter. Indes wird es in meinen Augen nie soweit kommen, dass unsere komplette Lebensumgebung mit Werbung ausgefüllt sein könnte. Allerhöchstens in Form von virtuellen Advertisings, die an zentralen Standorten durch unsere vollautomatischen Computerbrillen (oder Linsen) auf uns eindrängen. Bald so hilfreich wie garstige Gildenwerber beim Online-Rollenspiel World of Warcraft. Entweder man läuft schnell weiter, oder aber man wird bald jeden Augenblick dazu genötigt ein neues Fenster mit einem Angebot einer Gilde beizutreten wegzuklicken. In der Eile ein Mal falsch geklickt ist man prompt Mitglied in der Gilde. So können einem zu Engagierte auch den Spaß am Spielen verderben. Aber sowohl dieser Fakt aus der virtuellen Spielumgebung als auch die Projektion in ein mögliches Zukunftsszenario bedeutet am Ende, dass “ich” nicht mehr die Wahl habe, mich an Ort und Stelle aufzuhalten, sondern jemand anderer mich von diesem Ort verdrängt. Ziemlich ungemütliche Vorstellung, wenn ihr mich fragt.

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Kategorie Media · Autor · 4 Kommentare


4 Kommentare

  1. Kommentar von OliverG
    January 30, 2007 · 4:12 pm

    Wieso, schon wieder ein guter Job: als Buchstabenteil am Strand rumliegen und Geld verdeinen. werbung sichert Vollbeschäftigung ;)

    Where do I sign up? (keine Fjorde, nur Sandstrand, bitte)

  2. Kommentar von Alexander Trust
    January 30, 2007 · 7:09 pm

    Ja, nee, is klar.

  3. Kommentar von Markus Hübner
    February 17, 2007 · 3:11 pm

    Second Life & Co. zeichnen sich auch schon als (virtuelle) Welten die von Werbung regiert wird ab – hier eine vernünftige Balance zu finden, ist sicherlich spannend.

  4. Kommentar von Alexander Trust
    February 17, 2007 · 4:26 pm

    Mh, nun… die Leute werden ihre Balance schon finden. Entweder werden sie dann darauf verzichten, oder Gimmicks programmieren, die Werbung ausblenden. Ich würde mich aber für solche Leute nicht stark machen, die dann am Strand solche Banner ausrollen. Die dürften froh sein, wenn sie in 20, 30 Jahren nicht mit dem Baseballschläger von irgendwelchen Rotten blutig geprügelt würden. Gesetzt den Fall, wir sprechen über den Norden Deutschlands und die Wärmeentwicklung hält an. Denn bislang schwelt im hohen Norden der Sozialneid am stärksten. Die “neuen” Bundesländer sind mit Arbeitslosigkeit gesegnet. Aber in den nordischen Zentren liegt auch die Noblesse neben der Nichtigkeit. Sylt und andere Nord- und Ostseeteile contra die umliegenden Sammelbecken für deichgesegnete Arbeitslosigkeit. Ich finde es fahrlässig überhaupt über solche Einnahmequellen nachzudenken. Auch wenn das jetzt nur indirekt die virtuelle Welt betraf. Ich wollte nur den Bezug zur Realität nicht aus den Augen verlieren. Es gibt Dinge, die sind dringlicher – nämlich dort die ungleichen Waagschalen wieder etwas auszutarieren, anstatt sich über die Pfiffigkeit von irgendwelchen Werbetreibenden zu ereifern.

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