Stichwort Blogger: Wenn man sein Privatleben instrumentalisiert…
{3}Letztens erlebte die CSU in Bayern ein gar schreckliches Stündchen. Erst wurde Edmund Stoiber in der Affäre Gabi Pauli demontiert. Dann wurde direkt noch medial über die Nachfolger hergezogen. Allen voran wurde eine Affäre Horst Seehofers von der BILD-Zeitung aufgedeckt. Die BILD-Zeitung argumentierte, wenn man sein Privatleben derart inszeniere wie Horst Seehofer dies getan hätte, müsse man damit rechnen, dass das auf einen zurückfiele. Das Blatt wurde dafür kritisiert, dass man das Privatleben des Politikers derart in die Öffentlichkeit gezerrt hatte.
In der ARD-Sendung “Sabine Christiansen” am 21. Januar stand stellvertretend BILD am Sonntag-Chefredakteur Claus Strunz im Kreuzfeuer. Beim WDR in der Polit-Talke “Hart aber Fair” wurde das Thema ebenfalls angeschnitten. Bei Frank Plasberg wurde in einem kurzen Videobeitrag sogar gezeigt, wie “sehr” (oder eben wie “wenig”) Horst Seehofer sein Privatleben zuvor instrumentalisiert hatte.
Nun bin ich in der Vergangenheit immer auch über Weblogs gestolpert, die mehr oder weniger private Informationen preisgeben. Flickr-Fotoalben mit Privataufnahmen werden dort präsentiert, oder Einträge über die Geburt von Nachwuchs im Hause XY sind zu lesen. Weit mehr noch. Und dabei rede ich nicht von den Abertausenden von Bloggern, die mehr oder weniger für sich und ihr Freizeitvergnügen bloggen – ich meine Blogger wie Loic Le Meur oder Techcrunch-Eigner Michael Arrington. Macher von Software und Polemiker in der Blogosphäre berichten mitunter über ihr Privatleben. Angenommen, jemand wollte ihnen Böses, würden Blogger dann genauso vorgehen wie die BILD-Zeitung? Sollten sie genauso vorgehen dürfen?! Unterscheiden Blogger sich hier von Sensations-Journalisten? Oder wird sich immer jemand finden, wie im richtigen Leben auch?! Es gab schon Skandale genug in der Blogosphäre und man merkte an der einen oder anderen Stelle, wie die Diskurse (und damit auch die Konflikte) zunehmend persönlicher wurden. Vergleiche zum Beispiel den Fall Arrington gegen Sethi oder andere mehr. Gibt es eine Grenze? Haben auch Blogger ihre Privatsphäre?
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Tags BILD-Zeitung, Blogosphäre, CSU, Medien, Privatleben, Privatsphäre, Seehofer, Stoiber, Techcrunch, Öffentlichkeit
Kategorie Media, Politics · Autor Alexander Trust · 3 Kommentare

January 30, 2007 · 7:42 am
Ist jedem selbst überlassen wieviel er preisgibt. Ich fahr eine Strategie des Täuschens und Überforderns. Man erfährt einfach zu viel wenn man nach TomK32 sucht dass man die kleinen interessanten Details ganz einfach überliest bzw. sie nicht vermisst wenn sie fehlen. Eine DOS-Attacke wenn man so will
January 30, 2007 · 9:05 am
Dann hätte man bei der Recherche nach dir ja gut und gerne eine Packung Salzstangen verdrücken können.
January 31, 2007 · 9:44 am
[...] halbe Wahrheit, Alexander hat derletzt darüber philospohiert und mein Kommentar steht eh schon dort. Es gibt einen Haufen Sachen die nie und nimmer im Web [...]