Typberatung tut Not
{21}Et voilá, das neue virtuelle Schüler-Ghetto ist da. Ganz elitär kommt es (noch) daher. Studis dürfen 5 Einladungen an Schüler verschicken, und werden dazu mit einer Demagogik angeleitet, die an längst vergessene Tage erinnern lässt. Tun sie’s, oder tun sie’s nicht?! Gehen 1,5 Millionen Studierende den Holtzbrincklern auf den Leim?! Wir werden sehen.
So schaut es aus, das Schülerverzeichnis. Ein leicht ironischer Hauch von StudiVZ steckt drin. Der Comic-Kamerad erinnert von seiner überzeichneten Physiognomie ein wenig an Ehssan. Ist vielleicht gar absichtlich so geschehen. Einzig bei der Farbgebung hätte ich den Damen und Herren ein wenig Typberatung geben wollen. Für die abschließende Variante – dies ist nur eine Alphaversion – könnte man individuelle Themes für die Nutzer einrichten, die das Farbspiel ein wenig an die Wünsche der Schüler anpasst.
Ich möchte damit nur meine persönliche Meinung zum Ausdruck bringen, von der ich allerdings glaube, dass man sie durchaus mit Fakten hinterlegen könnte. Doch dazu fehlt mir im Augenblick die Zeit und das Material. – Recht durchmischte Klassenverbünde mit einem hohen Anteil Orthodoxer wird man allerdings mit derlei Couleur nicht locken können. Zudem gibt es bereits etliche Konkurrenz auf dem Markt, die überdies zu berichten wusste, wie konservativ respektive zurückhaltend Schüler eigentlich sind. Das “Geschäft” mit Schülern ist offenbar nicht so einfach. Doch wie StudiVZ feststellt, ist selbst das Geschäft mit Studierenden mehr als dürftig. Nur zur Erinnerung: Eine Vertigo (Universal Music) Gruppe mit etwas über 1000 Mitgliedern bei (angeblich) 1,5 Millionen Immatrikulierter (im StudiVZ).
Deutschland, das Land der Kinder?! Geburtenrückgang und ein Anteil an Arbeiterkindern unter den Studierenden, der zwischen 5 und 8% changiert. So niedrig wie vor der Bildungsexpansion. Die Arbeiterschicht – ja die “Falschen“?! -, dort kommen doch die Kinder noch her, oder? Akademikerinnen seien nicht so gebärfreudig, zumindest nicht bis sie 35 Jahre und älter geworden sind. Das liegt an den Anforderungen des Rollenprofils, das sie auszufüllen bereit sind. Nun meine Frage, wer glaubt also, dass es unheimlich viele Von der Leyen-Familien gibt, deren studierende Kinder auch noch die Geschwister ins Schülerverzeichnis gängeln könnten?! Einen Versuch ist es natürlich Wert, aber auch in diesem Punkt zeigt sich wieder, wie wenig überlegt solche Entscheidungen im Holtzbrinck-Konzern wohl getroffen werden. Akademikerinnen kriegen in der Regel später ihre Kinder und haben deshalb in der Regel auch weniger. Es ist das Einzelkind keine so selten Ausprägung in diesem sozialen Umfeld. Arbeiterkinder werden vom Bildungssystem jedoch weitgehend ferngehalten vom Bereich der Hochschulbildung, und also ergibt sich eine recht bescheidene Menge von Studierenden, die ihre Geschwister dort anmelden könnten.
Natürlich nur, wenn man immer davon ausgeht, dass im StudiVZ wirklich nur Studierende angemeldet sind. Dass es dort Stalking und Nazi-Satire gab, ist ein alter Hut. Drüben beim Iceblog wird indes schon über Mobbing und Pädophilie spekuliert, die sich anstelle von Religionsfanatik und politischem Radikalismus im Schülerverzeichnis breit machen könnte. Doch die Betreiber könnten gelernt haben, immerhin deuten sie es an, wie man bei Karsten nachlesen kann:
Für deine eigene Sicherheit: Im schülerVZ kann man sich nicht verstecken. Wer Phantasie- oder Fake-Profile sowie zweifelhafte Gruppen erstellt, andere beleidigt, rassistische oder pornographische Bilder und Texte einstellt, gegen unsere AGBs oder den guten Geschmack und die guten Sitten verstösst (sic!), muss damit rechnen gelöscht zu werden. Ebenso riskiert man auch eine Löschung durch die blosse (sic!) Freundschaft mit einem offensichtlichen Fake-Profil. Wir behalten uns zivil- und strafrechtliche Schritte vor und arbeiten ggf. mit der Polizei und den Behörden zusammen.
Selbst wenn das, was hier zitiert wurde “nur” zur Abschreckung dienen soll, würde ein professioneller Webauftritt doch zumindest darauf achten, die Rechtschreibung in den wichtigen Dokumenten zu beachten. Holtzbrinck, die ja in diesem Fall genauso ihre Finger im Spiel haben, konnten offensichtlich keine Arbeitskraft mehr abstellen, die derlei Text redigiert und auf Fehler hin überprüft. Und das, wo ein riesiger Tross von Journalisten und Verlagsarbeitern doch auf deren Gehaltsliste steht. Nebenbei hat man für den Job Schülerverzeichnis sogar einen ehemaligen Jugendpresse-Vorstandssprecher (Christian Beilborn) eingekauft. Mit welchen Funktionen man ihn betreut – wohl wird er nicht als Tippse eingesetzt.
Wie man bei Golem erfährt, lehnt sich StudiVZ-Gründer Ehssan Dariani PR-like und großspurig wie eh und je viel zu weit über die Fensterkante. “Mit schülerVZ bieten wir jetzt genau das, was Schüler wollen. Ein eigenes Netzwerk mit den Funktionen, die auch studiVZ zu einem großartigen Erfolg gemacht haben“, sagt der D. Gewagte These, Herr D., die zu beweisen wäre.
Hinzufügen zu Technorati, del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags Dariani, Mobbing, Pädophilie, SchuelerVZ, StudiVZ
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 21 Kommentare


February 21, 2007 · 6:19 pm
Stimmt, die Jungs bräuchten Typ- und Tippberatung.
February 21, 2007 · 6:22 pm
[...] Oder mit der Duden-Redaktion? [...]
February 21, 2007 · 6:23 pm
Na ja, und das ist noch harmlos formuliert.
February 21, 2007 · 6:30 pm
SchülerVZ…
StudiVZ ist (samt aller Sicherheitslücken und -probleme) bekannt wie ein bunter Hund; die Berichterstattung in der Blogbar oder von den Holtzbrinck-nahen Zeitungen hat ihr übriges getan (neben den Werbetreibenden “Campus Captains”, die d…
February 21, 2007 · 7:12 pm
uuuhhhh…bekomm ich Augenkrebs von dem Layout…
February 21, 2007 · 8:32 pm
Naja, also weil ich das jetzt zu oft gelesen habe mit dem “Misserfolg” der Vertigo Gruppem hier und auch beim Blog Gott Herr Mayer. Das ist natürlich Quark. Auch wenn da nur 1000 Mitglieder drin sind. Ich habe keine Ahnung was die da angepeilt haben, aber: 1,5 Millionen Menschen haben die Anzeige im Kästchen gesehen und wie viele von denen auf den Link geklickt haben weiß man nicht. Das weiss nicht Alexander, das weiß nicht Blog Gott Mayer und natürlich auch nicht Felix. So ist das halt mit den Infos über StudiVZ. Alles halbgar und nicht konkret. Ich z.B. habe auf den Link geklickt und bin nicht in die Gruppe gegangen, wozu auch, vielleicht haben das ja auch 1 Millionen anderer Studenten gemacht?
Vorher habe ich noch nie was von Vertigo gehört, nun weiß ich das die zu Universal gehören und einige gute Bands unter Vertrag haben. Vertigo ist mir also, und vielleicht den anderen 1 Millionen ein Begriff geworden den sie behalten werden. Und das ist ja für die Werbetreibenden schon mal was.
Bei Reklame die den Briefkasten erreicht wird auch nur ein minimaler Teil zurückantworten und bei irgendwelchen Gewinnspielen mitmachen, aber die Botschaft ist angekommen. Und so wird das hier auch bei der Vertigo Anzeige von StudiVZ sein. Daraus nun zu schlussfolgern das mit StudiVZ generell kein Profit zu machen ist…naja..etwas schwach und erscheint doch sehr nach Wunschdenken von Leuten die StudiVZ Misserfolg wünschen.
Punkt 2. Und das ist jetzt ziemlich Off Topic und gehört hier wahrscheinlich gar nicht hin, aber weil du ja immer so ausführlich deine Dariani Phobie begründest darf man da ja nochmal nachfragen.
Denn dann verstehe ich nicht wieso du dich so oft mit Blog Gott Meyer solidarisierst und sagst das du sein Weltbild teilst wobei er ja wohl ein Extrembeispiel ist für Personen die sehr im Materiellen zu Hause sind, ständig beklagt das Blogger auch mal für unter 300 Euro bei anderen bloggen völlig egal ob sie vielleicht damit eine wertvolle Message ins Land tragen oder nicht, sich sein Haus mit Luxusantiquariatsgütern vollstellt und sich doch sehr in einer BWL Welt lebt die ja nun deine Sache eigentlich gar nicht sein dürfte.
Aber gut. Dariani böse und Meyer gut ist natürlich einfacher.
Punkt 3 zu gotfriends. Sieht nett aus. Aber hat meiner Ansicht nach einen großen Makel, es spezialisiert sich nämlich nicht. Hat es wie StudiVZ die Funktion sich bei Universitäten einzutragen und dort lokale Netzwerke zu schließen?
Ich sehe gotfriends dann eher so als Misch Masch Netzwerk an was mit myspace konkurriert, sagt ja auch schon der Name, ein StudiVZ Konkurrent müsste da wie gesagt eher auf Studenten setzen. Denn diese Zielgruppe möchte nunmal bisweilen unter sich bleiben. (Und da ändern auch die Azubis und Abiturienten bei StudiVZ nichts dran, deren Anteil ist verglichen noch sehr klein, sie sind zumeist “Studium-Affin” und mit SchuelerVZ haben sie ja nun ihr eigenes Netzwerk bekommen.)
February 22, 2007 · 8:02 pm
@Felix: 1 Million ist sehr euphemistisch. Du erinnerst dich an die Daten von der CCC-Konferenz? Was dort die Aktivität der Nutzer anging? Es gibt übrigens jetzt wieder die Kaiser Chiefs im Angebot. Gegen die Musik hab ich ja nichts, find einiges davon sogar ganz gut, aber ich werd auch anders darauf aufmerksam. Ich gehe immer noch davon aus es sind 1,5 Millionen in ganz Europa, und damit können die kaum für den dt. Markt beworben werden.
Wie oft soll ich mich wiederholen?! Ich wünsche nicht StudiVZ Misserfolg, sondern nur dem Konsortium, die sich den Neoliberalismus auf die Fahnen geschrieben haben. Die denken von Menschen als Melkkühe, wahrscheinlich nicht mal alle, die dort angestellt sind, aber so wie der Herr Meyer letztens den Springerverlag gebeten hat, nicht auf ihn zu verlinken, kann man auch konsequent sein und eben die Leute mit ihrem kapitalistischen Denken alleine lassen. Gerade, weil ich kein Spielverderber bin, unterstütze ich Gotfriends.
Dariani ist nicht böse und Alphonso nicht gut. Der Alphonso hat mich schon einen Lügner bezeichnet, weil ich eine andere Auffassung von Zensur habe, als er. Für ihn ist ein Spamfilter kein automatischer Zensurmechanismus, für mich schon. Ich zensiere deswegen auch und stehe dazu. Er hat sich mockiert, weil ich die Mitarbeiter der Presse interviewt habe und quasi “die andere Seite” zu Wort habe kommen lassen. Herr Meyer und ich sind also keine Freunde. Nur, damit wir die Sache hier für dich ein Mal klargestellt haben.
Gotfriends konkurriert nicht mit Myspace, und es organisiert sich über lokale Netzwerke, über Städtenamen. Vielleicht werden wir in der Zukunft noch weitere Organisationskriterien einführen. Aber dadurch, dass die Interessen z. B. als Stichwortgeber fungieren, kann man für jede seine Interesse sofort Nutzer finden, die dieselben Interessen haben. Ich denke, du machst den Fehler, dass du glaubst, Leute seien nur in Ausbildung, und auch den, dass Studierende sich tendenziell abschotten. Es gibt mehr oder weniger durchlässige Ränder. Die sind von Studienfach zu Studienfach, je nach Zusammensetzung der Studierendenmilieus unterschiedlich. Um Butter bei die Fische zu tun, nehme ich mich selbst als Beispiel: Ich studiere, und habe Freunde, die studieren oder studiert haben. Ich habe auch welche, die eine Ausbildung gemacht haben und jetzt mehr oder weniger im Berufsleben stehen. StudiVZ erweckt wirklich vom Namen her, oder suggeriert halt, dass dort nur Studierende wären (oder auch sein können). Da hat Facebook bei der Namenswahl offensichtlich ein wenig mehr Glück gehabt?! Es lassen sich viele Indizien finden, die immer wieder nur darauf hindeuten, dass hier recht kurzfristig gedacht wurde. Die Idee war da, und sie wurde umgesetzt. Das ist schon Mal ein großer Vorteil gegenüber allen, die ihre Ideen nicht umsetzen. Ansonsten, na ja… danke ich dir für deinen ausführlichen Kommentar, der diesmal durchaus konstruktiv zu nennen ist.
February 22, 2007 · 9:59 pm
@Felix
“Vorher habe ich noch nie was von Vertigo gehört, nun weiß ich das die zu Universal gehören und einige gute Bands unter Vertrag haben.”
Begriff vielleicht schon, aber am Ende zählt der Umsatz. Wenn ich mir die Statistik von vertigo.fm bei alexa.com (sicher mit Vorsicht zu geniesen) anschaue, so hat die Werbeaktion bei StudiVZ mal so gut wie gar nix gebracht. Auf den Traffic bei Vertigo.fm scheint mir das kaum Auswirkungen gehabt zu haben, der dümpelt seit August so vor sich hin, mit nem kleinen Ausreiser Ende Nov, aber das dürfte andere Gründe haben, den die VauZet Aktion gibts erst seit Januar, meines Wissens. Da hat dieser Blog fast den gleichen Traffic über die letzten 3 Monate…auch ohne Werbung im VauZet
…. aber wär doch mal ne Idee …oder Alexander ?
)
So gehe ich mal davon aus, dass diese ganze Aktion für Vertigo.fm selber kaum was gebracht hat. Wieviel Platten die Kaiser Chiefs deswegen mehr verkauft haben, kann ich nicht beurteilen, aber da zählt am Ende eher der Musikgeschmack und ob der durch Werbung im VauZet beeinflussbar ist mag ich bezweifeln.
February 22, 2007 · 10:08 pm
Nein, ich werde mich nicht im VZ bewerben lassen. Eher würde ich Unterschriftenlisten organisieren, die die Position vom Herrn S. stützen helfen, damit dieser nicht dafür von der Uni exmatrikuliert wird, bloß weil er auf die Verstrickungen des StuRas mit einer Burschenschaft hinwies.
Man kann sehr viel Traffic bei Alexa erzeugen, indem man “Grafiken” in seine Artikel integriert. Das erzeugt eben beim Aufruf der Seite wesentlich mehr Traffic. Über die RSS Reader bin ich sehr froh… allerdings schlagen die z. B. in der Trafficbilanz kaum zu Buche. Also nur, um Mal anzuzeigen, warum und wieso… das mit dem Traffic sich so verhält, wie es sich verhält. Mir kommt es vor allem auf die Leser an. Tja… und es ist in der Tat so, dass eine Seite wie die von Vertigo ob ihrer Multimedialität im PRinzip mehr Traffic erzeugt. Rekursiv bedeutet das wohl, dass der Traffic von Vertigo am Ende noch weniger Leser nach sich ziehen könnte als das hier der Fall sei. *G* Ich muss sagen, dass ich froh bin, auch über die Blogosphäre auf Gleichgesinnte gestoßen zu sein.
February 22, 2007 · 10:40 pm
@Alexander
… ja das mit dem Ilmenauer Rektor is schon heftig….der schießt etwas übers Ziel hinaus.
Aber mal zurück zum Thema, also irgendwie kann ich mir nich vorstellen, dass Schüler dieses komische Zeichenmännchen auf der schuelervz Seite auch nur annähernd ansprechend finden…gerade in dem Alter, ist doch der Coolness-Faktor noch ne entscheidende Grösse, oder? und wen mir da so nen komisches ES von der Startseite mit so nem riesen Mund entgegen zwickert, da hab ich doch schon genug von. Haben die nich mal Designer gesucht, keinen gefunden oder wie?
February 22, 2007 · 10:48 pm
Diese Form von Zeichenstil war wohl recht angesagt, deshalb schien es den Damen und Herren wohl sinnvoll. Aber da ist viel eigenes Abstraktions- und Prognosevermögen eingeflossen, weil es ja wenig Untersuchungen gibt, die solche Einflüsse zeitnah aufarbeiten können. Quasi sind sie auf einen Trendzug aufgesprungen, der a) schon wieder abgefahren sein könnte, der aber b), und das scheint mir wahrscheinlich sowieso nie beim Gleis für Teenager angekommen wäre. Die Figur ist leicht “zwittrig” gestaltet, soll also etwas Männliches und etwas Weibliches verkörpern, das ist im Prinzip recht klug gedacht.
February 22, 2007 · 10:51 pm
Hm wollte nur noch anmerken das auch diese Daten der CCC Konferenz mit äußerster Skepsis zu betrachten sind. Soweit ich mich entsinne wurden da z.B. Profile gar nicht erfasst die auf Privat gestellt sind (was es jetzt mehr und mehr gibt) und zum anderen wurde als Kriteritum eingeführt das derjenige der sein Profil nicht verändert als nicht aktiv geführt wird.
Nur muss es da natürlich keine Korrelation geben. In diesem Interview mit Gründerszene auf der Messe haben Dariani und sein Kumpane andere Zahlen genannt, Holtzbrinck ja auch, nun kann man ihnen natürlich schon mal präventiv Schönfärberei vorwerfen aber am Ende sind sie die einzigen die konkrete Zahlen haben. Und diese Zahlen eben auch den Werbekunden offen legen.
Ich denke, dass man den Erfolg von Werbung schwer messen kann, wenn StudiVZ irgendwann keine Werbekunden mehr hat dann habt ihr Recht gehabt, solange ist es aber nur vorschnelle Spekulation meiner Ansicht nach und die Unternehmen werden schon wissen wo sie werben und warum.
Zu Herrn Mayer möchte ich noch erwähnen das er kein Problem hatte als die Welt fast wortwörtlich seinen Gruschelskandal, pardon, meine Sex Stalking Skandal übernommen hat und meiner Erinnerung nach dort auch fleißig verlinkt hat. Da war sein Ego wohl stärker. Und das die Welt nun selber verschweigt das der Axel Springer Verlag extrem an StudiVZ interessiert war und stattdessen weiter die Skandälchen vom letzten Jahr hochholt..naja..
Ich wünsche ja gotfriends alles Gute, das der Bedarf nach Nischenprodukten besteht hat aber glaube ich StudiVZ sehr gut gezeigt. Und ich bin da so das Gegenbeispiel zu dir, ich wünsche mir nicht das sich StudiVZ für die Allgemeinheit öffnet, insofern sehe ich das Beschränken auch nicht als Fehler an. Ich habe jahrelang in irgendwelchen Communities/Chats sozusagen nach dieser Gruppe gesucht die jetzt gebündelt und zumindest zu über 50 Prozent nun bei StudiVZ ist. Wenn ich auch noch den Friseur von Nebenan oder aber die Kostümbildnerin kennenlernen/Kontakt halten will schaue ich halt bei myspace nach.
Oder bei Lokalisten? Wobei ich mich damit nicht auseinandergesetzt habe. Jetzt wo ich mitten im Studium stecke reicht mir StudiVZ völlig aus, später wird das sicher wieder anders sein, nur dann gibt es jetzt doch wirklich keinen direkten StudiVZ Konkurrenten wenn das gar nicht die Intention von gotfriends ist. Also Unister usw hatten doch selber viel Dreck am Stecken, machen mir unsymphatisch viel Werbung auf anderen Seiten und haben vermutlich auch recht wenige Benutzer.
Im Übrigen: Ich finde die Option bei SchuelerVZ sehr sinnvoll das man den Nachnamen weglassen/abkürzen kann. Und wenn man sich die AGBs anschaut merkt man das da einiges gelernt wurde und auch expliziet ein Verhaltenskodex aufgestellt wurde.
Wenn man das auch noch bei StudiVZ implementierten würde könnte man wohl recht viele Besorgte beruhigen.
February 22, 2007 · 10:53 pm
Ach Alexander, ist “virtuelles Schüler-Ghetto” auch konstruktiv ?
February 22, 2007 · 11:30 pm
Also, sie machen derzeit wieder Werbung für die Kaiser Chiefs im VZ, und sie locken die Leute in die Gruppe, indem sie Buttons so anbieten, die suggerieren, man würde irgendwie nur so Zugang kriegen, die die Leute “direkt” zum Anmeldedialog für die Vertigogruppe bringen. Im Text daneben findet sich ein herkömmlicher Textlink, der auch zur Gruppenseite führt, ohne sich im Anmeldefenster zu fidnen. Das geht meines Erachtens ein Stück über die “schicklichen” Werbestrategien hinaus, und ist wieder ein Indiz mehr, das ich sammle, um meine Position zu fundieren.
Ich rede nicht vom Frisör, sondern von deinem Freund dem Frisör. Wenn bei Gotfriends mal 10 Millionen Leute registriert wären, *G*, dann hätte man ja nicht Zugriff auf 10 Millionen Freundschaften über seine Seite, sondern kommuniziert in einem genauso engen Netzwerk wie auf StudiVZ auch, nämlich innerhalb seiner Kommilitonen/Freunde.
Zu den Daten hat Jörg-Olaf Schäfers schon geschrieben, dass es damals mit der Privat-Funktion nicht so weit her war. Ja, die Lokalisten. Kommen auch aus Süddeutschland, sind aber ebenso nur eine Spaßplattform. Nach dem Holtzbrinckkauf ist der Weg fürs StudiVZ vorgezeichnet. SchuelerVZ ist kein Projekt, dass schon damals im Sinn der Macher war, sondern eine reine Notwendigkeit, genauso wie die schwer laufenden Seiten im Ausland, weil dort z. B. Unister und Co mehr Marktanteile gesammelt haben, da die von Anfang an internationaler vorgegangen sind.
Gotfriends soll Studierenden nicht nur den Spaß bieten, sondern auch nützliche Funktionen. Das kann das StudiVZ nicht mehr leisten und eine Kooperation mit Studierendenverbänden ist fürs StudiVZ auch vom Tisch. Das sind Potenziale, die man nicht unterschätzen sollte. Zwar zeigt sich ein Großteil der Studierenden von den Funktionen des Systems angetan, aber “manche” nervt die Werbung, anderen fehlt auf Dauer die akademische Funktion… und so werden sukzessive Grüppchen auf anderen Seiten (Gotfriends?) ihren Zusatznutzen angeboten bekommen. Im StudiVZ gibt es Schlammschlachten, politische und religiöse, und so dies und das. Aber es gibt keine Verantwortung der Betreiber gegenüber den Studierenden. Die einzige Verantwortung ist die gegenüber Holtzbrinck, und die wollen Werbung loswerden. Prima könnte man als Betreiber von StudiVZ auch Proteste gegen Studiengebühren oder zumindest eine “breite” Diskussion darum initiieren. Doch sowas bringt ja kein Geld. Gotfriends wird sich hier ganz anders positionieren und mit entsprechenden Leuten zusammenarbeiten.
Die Optionen bei SchülerVZ sind eine juristische Notwendigkeit, die die Anwälte den Machern eingeflöst haben. Seiten, die mit Jugendlichen unter 18 arbeiten, müssen den Jugendschutz beachten. Es wäre ja toll, wenn das alles auf dem Mist der Betreiber gewachsen wäre. Aber das ist leider nicht so. Da steckt nämlich nur marktwirtschaftliches Kalkül.
Ich hab den pejorativen Begriff hier schon einige Male verwendet fürs StudiVZ, und meine Schreibe ist, wie in meiner Prosa oder meinen Gedichten eben eine durchaus literarischere als die von langweilig (nicht wertenden) Journalisten. Es gibt in vielen gesellschaftlichen Feldern das Credo der Berichterstattung… die Akademiker, die Journalisten… viele haben ihre positiven Einflussmöglichkeiten sukzessive nivelliert. Es gibt da natürlich auch Diskussionen. Ich nenne oft Pierre Bourdieu, er ist durchaus so etwas wie ein Vorbild. Ich finde, man muss sich einmischen. Weggucken tun schon zu viele. Man kann aber durchaus literarisch und konstruktiv sein. Und auch Polemik regt zum Diskurs an. Wenn ich bloße Fakten präsentiere in dieser Sache, werde ich meinen Standpunkt bei der Sache nicht klarmachen können. Bei der Journalisten dieser Welt weiß man nicht, welchen Standpunkt sie haben. Objektivierung ist auch in Ordnung in Maßen, und Selbstkritik schadet auch niemandem. Aber es gibt gesellschaftliche Bewegungen, die in der letzten Zeit zu einem Abflachen in der öffentlichen Wahrnehmung geführt haben. In Österreich oder der Schweiz gibt es viel mehr, sagen wir… mh, wie sagen wir das… damit es nicht falsch ankommt. Der Begriff “Intelligenzia” ist ja politisch belastet… und auch eher pejorativ. Aber es gibt in Deutschland sehr viele Leute, die sich aus dem öffentlichen Diskurs raushalten, und das führt, wie man geschichtlich nachvollziehen kann, dazu, dass eine Gesellschaft in ihrer Lethargie auf ein Mal von Demagogen gelenkt werden kann. Deshalb trägt aber diese Seite auch in manchen Verzeichnissen und an manchen Orten den Untertitel “welcome to discourse”. Es ist mir lieber, mich kontrovers mit dir und anderen auseinanderzusetzen, als dass hier keine Bewegung in die Sache reinkommt.
February 22, 2007 · 11:33 pm
@Alexander
..also ich kenn mich mit Zeichenstilen nicht so aus, aber wenn du jetzt auf den Mangatrend ansprichst…also ich weiß nicht…is ja Geschmacksache, aber bei dieser Zeichnung…neee…. also da find ich das StudiVZ Männchen wirklich gut, das hat so nen Alleinstellungsmerkmal vom Stil her, vor allem auch Wiedererkennungswert, z.B. kann man das in allen möglichen Situationen anwenden, siehe damals mit dem blauen Auge, trotzdem weiß man sofort, das hat mit StudiVZ zu tun. Aber das Ding, oder ES wie ich es nenn, hat gar nix.
@felix
Mit den geschützten Profilen, die waren, laut dieser Statistik anfang Dez, verschwindend gering, aber sicher jetzt nicht mehr aktuell.
Recht haben hin oder her, es ist interessant das zu beobachten, weil noch keiner richtig weiß, wie man in solchen Communities User effektiv anspricht, also so, dass die im Anschluss auch irgend einen Umsatz generieren. Ich denke eben, kein Unternehmen weiß zur Zeit wirklich.
Zeigt wieder die vertigo.fm Gruppe. Erst hatte man es den Mitgliedern verboten eigene Threads zu eröffnen, dass hat wohl einige verärgert, anscheinend doch so viele, dass man jetzt zurück rudert und das Eröffnen von Threads jedem erlaubt, mit Duldung von Gottes Gnaden sozusagen, man behält sich aber vor, nicht passende Threads zu verschieben. Es scheint, als hat man noch keinen Plan wie, wo, wann und warum Nutzer was machen oder eben nicht machen.
Zum Schluss hat man aus StudiVZ fürs SchuelerVZ nur gelernt, weil es eben ein paar wie den Don gab, die einen so großen Druck aufbauen konnten, so das man sozusagen zum lernen gezwungen wurde und das war auch gut so.
Dieses Gerücht, das Springer an der Plattform “sooo” interessiert war, wurde das jemals wirklich irgendwo bestätigt? Meines Wissens kam die Info, dass Springer auch interessiert gewesen sein soll, von irgendeinem StudiVZ oder Holtzbrinckler? und da glaub ich nur noch die halbe Wahrheit.
Wer is so blöd und verkauft den Laden für einige Mille weniger, nur weil Holtzbrinck ja so ne tolle Firma is und mit soviel Know How? Hätten die so gutes Know-How, hätten die Laden gleich anfang August 06, als sie eingestiegen sind, aufgeräumt.
Und so wie Holtzbrinck gerade Geld unters Volk bringt, wag ich manchmal an deren Objektivität zu zweifeln…wie gutefrage.net … wie will man mit sowas jemals Geld verdienen?
…naja man wird sehen…
February 22, 2007 · 11:43 pm
Na ja, dieser Stil ist halt in (gewesen), so wie damals gewisse Themen-Stile, die gingen durch alle Anwendungen oder ICON-Sets, die dann in Mode kamen. Und derlei Zeichenstil bei Logos und Figuren ist auch recht häufig. Ich beweg mich nur dann und wann mal durch solche Grafik- und Themenforen und mir fehlt leider der Begriff zu diesem Stil, aber ich merk mir sowas auch schlecht… es gab z. B. auch einen eindeutigen Bezeichner für die ICONs… und daraufhin wurden ewig viele Iconsets nach demselben Stil entworfen… und machten die Runde um seine eigenen Anwendungen zu “pimpen”.
February 22, 2007 · 11:48 pm
“Ach Alexander, ist “virtuelles Schüler-Ghetto” auch konstruktiv ?”
Wieso klingt doch gut, ausserdem könnte das Wort “Ghetto” in manchen Schülerkreisen durchaus als Kompliment oder cool angesehen werden….also so oft wie ich auf der Strasse “Hey Alter” höre….ich glaub viele dieser Jungs würden gern aus so nem richtigen Ghetto kommen…und unter den Vorbildern wie Bushido oder dieser Berliner Aggro Krawall Rapper ist ja die Herkunft aus dem Ghetto so ne Art Auszeichnung.
Also ein “Virtuelles Ghetto” könnte durchaus ein erfolgreiches Konzept sein, wenn man das mal so weiterspinnt….hmmm…ich muss mal kurz bei Holtzbrinck anrufen
February 23, 2007 · 2:31 am
Also ich habe mal kurz bei StudiVZ nach Gruppen gesucht die das Wort Studiengebüren beinhalten. Gibt es alleine auf der ersten Seite 2 Anti-Studiengebührengruppen mit zusammen über 15.000 Mitgliedern. Na Alexander, bekomme erstmal soviele bei gotfriends zusammen, auch wenn die Macher da an populärer Stelle eine Diskussion initiieren!
Naja und das es im StudiVZ auch Gruppen gibt Pro Studiengebühren..so ist es halt mit der Meinungsvielfalt. Habt ihr euch denn bei gotfriends überlegt wie ihr das dann handhabt mit der Zensur usw von Gruppen? Wünsche euch dann viel “Spaß” beim Abwägen ob man ne Gruppe die den Völkermord an den Albanien in Frage stellt löscht oder nicht.
Oder eine mit NS Karrikaturen?
Oder vielleicht eine Gruppe die dann eine Miss Gotfriends wählt? Na da bin ich dann gespannt.
Ja keine Ahnung das mit dem Springerverlag, wer das was geboten hat, es macht aber schon Sinn denke ich wenn es so gewesen wäre und sie auf die Springer Offerte verzichtet haben denn dann wäre das StudiVZ Bashing ja wirklich einfach, man hätte es immer mit der Bild Zeitung in Verbindung bringen können und die Blogs hätten das sowieso mit Genuss gemacht. Ich hätte mich vermutlich dennoch nicht abgemeldet, andere aber sicher schon.
Bei Holtzbrinck ist es da schwieriger weil sie nun mal auch einige seriöse/Qualitätsmedien haben.
February 26, 2007 · 2:29 am
Nun, ob man den Leuten Spaß dabei wünschen muss, weiß ich nicht. Einfach ist es mit Sicherheit nicht. Aber das hat nie jemand behauptet. Nur gab es derlei Dinge bestimmt schon ein paar Tage eher, und wenn man von Beginn an mit den Leuten in einem Diskurs steht, kann man mehr erreichen, als wenn man sich die ganze Zeit über zurückhält und nur dann reagiert, wenn man darauf hingewiesen wird. Die Community wächst, und sie wächst mit uns, wir wachsen mit ihr. So viel Zeit wollten sich Leute nicht nehmen, die nur eine anonyme Masse von Menschen vor Augen haben, und für die am Ende alles nur eine Form von Dienstleistung sein soll, die, was für die Betreiber toll wäre, sich mehr oder weniger nur über die Technik abwickeln lassen könnte.
Zum einen sind Profile gegen Bildraub gesichert und zum anderen wird es kein Gruppengruscheln geben, weil das Blocken von Personen durchaus gut funktioniert.
Holtzbrinck verspielt sukzessive jeden Hauch von Seriosität, denn sie in ihrer Außenwirkung mal hatten. Durch den Kauf von diversen Seiten, hektischen Kauf… man wird das Gefühl nicht los, dass dort aus einer Verlagsmotte eine Web 2.0-Heuschrecke geworden ist.
September 13, 2007 · 4:33 am
Ich find, dass hier alles ist ein bischen schwarzmalerisch. Es gab für schüler in letzter Zeit schon immer web-angebote, die ihnen die Gelegenheit gaben möglichst viel von sich selber der Öffentlichkeit preis zu geben. Für Studenten gilt das selbe. Das …vz bietet die Gelegenheit, sich der ganzen Welt öffentlich zu machen oder es suggeriert dies zumindest. Es gibt nun Menschen die sich sowieso sehr öffentlich machen, sollen sie es auch auf der Plattform des vz machen. Das stört niemanden, desswegen ist es ein bischen übertrieben so darauf herum zu hacken. Mir Persönlich gibt das vz eine möglichkeit mit einer freundin zu kommunizieren die in indien in einem armenviertel lebt, wo das internet sehr instabil ist und bei den e-mail seiten wegen der langen ladezeiten zusammenbricht. Ich denke die kritik sollte nicht dem vz selbst entgegengebracht werden, sondern der art der nutzung. mann sollte nicht immer alles verteufeln ohne vorher an die vernuft der nutzer zu appelieren und zu schauen wie es sich dann entwickelt. Eure kritikpunkte sind irgendwie vorallem das layout. Es sei einmal dahingestellt ob das layout gut oder schlecht ist, aber so schwere kritik vorzubringen um dann schlussendlich am meißten auf dem layout herumzureiten zeugt irgendwie eher von nicht viel sachverstand, so kommt es auf jedenfall rüber wenn man diese seite hier ließt. Das mit den Pädophielen was auf eurer Seite nur erwähnt, aber nicht diskutiert wird, halte ich für quatsch. ich glaube wenn es damit ein problem geben sollte, fängt dass nicht erst bei den vzs an sondern gab es mit fotolog auch schon früher!
September 17, 2007 · 11:58 am
Liebe Lolo,
der Artikel ist schon einige Tage alt, und diese Seite hier hat eine ganz eigene Meinung zum VZ und deren Machern. Der pejorative Gebrauch von Attributen – also die negative Darstellung mittels Adjektiven und Adverbien, sie ist nur ein Stilmittel, um bewusst zu übertreiben. Davon ein Mal abgesehen, dauert die Berichterstattung hier schon seit letztem Jahr an, und wo ermangelt es dir an Sachverstand? Hier werden Artikel veröffentlicht und keine Romane oder Doktorarbeiten, in denen versucht wird, ein Thema möglichst haarklein aufzuspalten. Das würde die Leser langweilen. Mir geht es darum, zu informieren, aufzurütteln und Diskurse anzuregen. Mit 20 Kommentaren unter diesem Artikel scheint das zumindest nicht ganz so schlecht funktioniert zu haben. Ich bin nicht darauf aus, die Leute zu bekehren. Wir sind alle alt genug, um zu wissen, was wir tun oder lassen.