Readers Edition: Ich wollte ja eigentlich…
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…aufhören mit dem Verlinken zu diesem “Citizen-Journalismus”-Projekt. Zumal ich die Damen und Herren der RE eindeutig aufgefordert hatte – Teile der Blogosphäre haben es mitbekommen – meine dort vorhandenen Artikel ins Datennirvana zu verschicken. Geschehen ist bislang noch nichts. Alle meine Artikel dort sind noch vorhanden. Dafür tut sich so einiges anderes: Die Familie Pidun erhält Zuwachs und schreibt jetzt doppelt für die RE. Neusten Erkenntnissen zufolge hatte Frau Pidun das leidige RE-Klientel satt. Das hat natürlich nichts damit zu tun, dass sie noch vor kurzem wild in Blogs herum kommentierte, und am Ende trotzdem wieder inkonsequent sein wollte.
Heute ereilte mich eine Benachrichtigung, die ich meinen Lesern nicht vorenthalten wollte. Doch zuerst habe ich eine Frage an euch: Wer kürt die Gewinner des LEADAWARDS? Und was hat es mit diesem Preis auf sich? – Fakt ist, die Readers Edition hat diesen Preis gewonnen, zumindest eine Urkunde erhalten, auf der die Macher verbrieft bekamen, dass sie das Weblog des Jahres (2007) seien.
Ist das nicht ein Schlag ins Gesicht für alljene Blogs, die in den deutschen Blogcharts vor der Readers Edition rangieren?! Es sind genau 32 andere. Klar ist, dass nicht alle der 32 Blogs davor auf Qualität ihrer Beiträge getrimmt sind, das sei der Fairness halber erwähnt. Aber so ein Blog wie Spreeblick zum Beispiel, würden die sich nicht selbst gerne vor der RE wissen?! Who knows it. Was wir aber wissen: Die RE war gar nicht nominiert. Das kann man auf den Seiten der LEADAWARDS nachschauen. Das allerdings ist nicht schlimm, und diese Frage stellte schon ein anderer Kommentierer unter dem entsprechenden Beitrag in der Readers Edition. Neu-Moderator Felix Kubach war so frei zu antworten:
Man könnte sagen, der Preis entspricht in etwa dem vierten Platz oder einer lobenden Anerkennung der Arbeit von RE. Liebe Grüße (Felix Kubach)
Ich hatte prompt eine Eingebung: Michael Meier hat offenkundig bei den Machern auf die Tränendrüse gedrückt und vielleicht nicht ganz wortgleich gemeint: “Buaaaah, wir wollen aber auch.” Dann warfen die Damen und Herren von den LeadAwards den Plotter an, druckten das schöne Poster, pardon die Urkunde, und ließen drei Willis ihre Unterschrift daruntersetzen.
Ist das nicht auch ein Hinweis darauf, was der Leadaward selbst Wert sein kann?! Ich erinnere mich noch genau, beinahe, als wäre es gestern gewesen, da hieß es, die Readers Edition stecke in der Krise. (Es gab einen identischen Artikel in der RE, unter dem noch wesentlich mehr Kommentare zu finden sind, wer suchet, der findet.) Im Zuge einer Diskussion, die zu dieser Zeit entfachte, vertrat ich die Auffassung, die RE würde sich mit ihrem Kurs keinen Gefallen tun und von meinem Bild des Bürgerjournalismus abweichen. Einige der Moderatoren, einer besonders, der nun nicht mehr mit an Bord der RE schippert (so hieß es zumindest von Seiten der RE), er vertrat, zusammen mit einigen bürgerlich-intellektuellen Lesern den Standpunkt, dass der Großteil der Berichterstattung Müll sei und die RE die Qualitätsmaßstäbe erhöhen müsse, wolle man dauerhaft Erfolg haben.
Vom LeadAward heißt es:
Die LeadAwards sind Deutschlands führende Auszeichnung für Print- und Online-Medien. Sie werden seit 16 Jahren vergeben und genießen sowohl in der Medienbranche als auch in der Werbe- und Marketingszene hohes Renommée.
In den Kategorien “Zeitschriften”, “Anzeigen”, “Fotografie” und “Online” werden herausragende Arbeiten prämiert. (LEADAWARDS)
Es gibt nun folgende Möglichkeit der Interpretation: Entweder die LeadAwards sind wirklich eine Art Qualitätssiegel. Wenn dem so sein sollte, dann hatten einige bei der RE, die noch mehr Qualität forderten, einfach keine Ahnung. Denn, immerhin zeigt sich jetzt, das wohl genug Qualität an Bord war, um den Machern des LeadAwards zu schmeicheln. Oder aber der LeadAward ist der Rede nicht Wert. Ich darf daran erinnern, dass nach dem Vor-die-Tür-Setzen der ehemaligen Moderatoren eine Diskussion durch die Blogosphäre schwappte, in der durchaus genauso viel oder wenig Qualität attestiert wurde, wie noch in 2006. Ich würde auch zum Preis gratulieren, wenn man endlich die Freundlichkeit besäße und meine Artikel löschte, vorher werde ich darauf nicht zurück kommen können.
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Tags LeadAwards, Readers-Edition
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 5 Kommentare

March 3, 2007 · 1:29 am
[...] LeadAward für die RE. Auf der Urkunde steht drauf, sie wäre das “Weblog des Jahres”. Alexander rätselt, wie die Readers Edition nur zu dieser Ehre gekommen ist und stellt die Vermutung auf, Dr. Michael [...]
March 3, 2007 · 11:08 am
mit verlaub, oben steht ein bisschen arg spekulativer quatsch. die jury des lead awards gilt als durchaus integer, ein bisschen zur arbeitsweise der jury hat online-jurymitglied julius endert hier in thomas knüwers blog geschrieben.
unter anderem hat er dort auch aufgeschrieben dass die RE durchaus nominiert war, wenn auch nicht für den ersten, zweiten oder dritten platz. genaugenommen waren es 9 nominierte blogs, von denen drei eine medaille gewonnen haben und die anderen sechs (darunter auch wirres und spreeblick) eine „auszeichnung“ und urkunde.
felix kubach übertreibt also nur ein kleines bisschen, denn obs ein vierter preis war oder ein neunter weiss man ja nicht. auch etwas selbstbezogen in dem artikel über die auszeichnung die anderen ausgezeichneten nicht zu erwähnen. dass die leadacademy die auszeichnungen nicht alle veröffentlicht ist doof, aber nicht der RE anzulasten.
March 3, 2007 · 12:28 pm
@ix: Ich find’s nicht Quatsch. Die Pointe ist, dass in 2006 tatsächlich etliche Leute so getan haben, als seien die Beiträge in der RE Müll… und vor allem Leute, die an der Schaltstelle saßen. Diese können jetzt in ihrem stillen Kämmerlein hocken und sich fragen, ob sie Recht hatten, oder nicht. Mir ging es damals auf den Zeiger, dass man 95% der Schreiber diskreditieren wollte, nur um sagen zu können, die anderen 5% machen Journalismus, und der Rest von euch weiß gar nicht, was das ist.
March 3, 2007 · 12:38 pm
Ach so, und die humorige Stelle mit Herrn Maier geht nur deshalb aufs Konto der RE, weil sie ein derartiges Selbstverständnis an den Tag gelegt haben. Die Kommunikation zwischen der gekürten Chefetage, die jetzt komischerweise nicht mehr da ist, und den “Bürgern” war etwas, na ja, sehr von oben herab.
March 21, 2007 · 8:02 pm
[...] merkwürdig, dass solch ein Geklüngel auch noch prämiert wird. Dummdreist dann, mir vorzuwerfen, ich würde “spekulativen Quatsch” über die [...]