6. March 2007

Von Monocle, und warum Google Blogs (nicht) abwerten wird

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Drüben bei Journalismus 2.0 rätselt man gerade über die Bedeutsamkeit von Blogs für Google. Florian Steglich erläutert das am Praxisbeispiel “Monocle”. Offensichtlich war er selbst auf der Suche nach dieser Zeitschrift, fand aber seinen eigenen Blog als Top-Suchergebnis. Es machte ihn stutzen, und er fand bei der Suche nach dem Relaunch von Welt Online unter den ersten 10 Ergebnissen 8 Blogbeiträge. Er formuliert ein Ansinnen, dass Suchende bei Google haben könnten: Sie wollten sich eventuelle über harte Fakten informieren und kriegen im Ergebnis besonders viele (weiche) Meinungen. Ist das also im Sinne des Erfinders? Für Steglich bestünde die Möglichkeit, dass Google seinen Algorithmus anpasst und Blogs in Suchergebnissen abwertet. Doch just, als er den Gedanken fertig formulierte, kam ihm in den Sinn, dass Google gerade über Blogs auch Einnahmen an Adsense generiert und sich damit ins eigene Bein schießen würde.

Sollte Google sich auf herkömmliche Webseiten spezialisieren? Sollte sie die (weichen) Meinungen Technorati und Co. überlassen? Müssen wir nicht einfach auch einen langsamen Wandel in der Informationsverarbeitung feststellen? Haben die Leute in der Dienstleistungsgesellschaft und danach nicht langsam an die Hand bekommen, nicht mehr zu wissen, sondern nur noch zu wissen, wo was steht? Stichwort fürs Web 2.0 ist ja auch der griechische Term “Meta”. Man bewegt sich auf einem Level über den Dingen. Meinungen sind eben Metadaten, die zu den Fakten stehen. Vielleicht ist es dann aber auch am Nutzer, neue Strategien zu entwerfen, wie man sich das besorgt, was man gerade benötigt. Ich behaupte, dass der Bezug zur Sache sowieso nicht als besonders wichtig empfunden wird. Zumindest derzeit. Wenn man sich die mediengeschichtlichen Aussagen von Leuten wie Innis oder McLuhan ansieht, dann könnte irgendwann das Pendel auch wieder ein wenig zurückschwingen. Dazu müssen aber Leute Verantwortung übernehmen, und nicht einfach alles ausblenden wollen. Wenn man sich ansieht, wie die Schere in der Bildung immer weiter auseinander klafft, werden sich manche noch Umgucken, und fragen, warum sich manche Dinge entwickeln, wie sie sich eben entwickeln.

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Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 8 Kommentare


8 Kommentare

  1. Kommentar von Andreas
    March 6, 2007 · 4:31 pm

    > Stichwort fürs Web 2.0 ist ja auch der griechische Term
    > “Meta”.

    Ich dachte eher, das wäre “Beta”.

    scnr :)
    Andreas

  2. Kommentar von Alexander Trust
    March 6, 2007 · 4:40 pm

    Ja, das ist auch zum Modewort avanciert… aber Metadaten sind ja ein Erkennungsmerkmal von Web 2.0-Angeboten. Wobei sich das eben mit der Zeit angeboten hat und dann wahrgenommen wurde.

  3. Kommentar von Alexander Trust
    March 6, 2007 · 4:43 pm

    Im Prinzip hätte man mit der Einführung von CSS schon von einer Meta-Isierung des Webs sprechen können; die Trennung von Form und Inhalt.

  4. Kommentar von Andreas
    March 6, 2007 · 5:25 pm

    Im Prinzip war schon das erste Web (web 1.0) meta-isiert. Schliesslich war HTML eigentlich eine Dokumentenbeschreibungssprache, die dann aber von vielen Webdesignern als Layoutsprache missbraucht wurde.

  5. Kommentar von Alexander Trust
    March 6, 2007 · 5:34 pm

    Ja, als Seitenbeschreibungssprache… und sicherlich kann man in einem Meta-Blick auch wieder feststellen, dass der ganze Zirkus, also Web, oder Computer/Bildschirm, etc. ja auch eine Form ist und selbst eine Botschaft vermittelt. Als ich mit meinem Studium begann, hat man mir suggeriert, McLuhan wäre irgendwie auf der Welt total unbekannt… bzw., na ja, noch nicht so etabliert. In der Blogosphäre gibt es so viele, die gerade mit den Ideen von McLuhan arbeiten… besser nicht drüber nachdenken. *G*

  6. Pingback von Kasi-Blog » Blog Archive » Warum Google Blogs aus der Suchmaschine rausnehmen sollte
    March 14, 2007 · 5:53 pm

    [...] aber auch der schon als der “Robert-Basic-für-Internet-Trends” bekannte Alexander von Sajonara und Sebastian vom Massenpublikum, dem wir nur wünschen können, dass sein Blog bald die [...]

  7. Kommentar von Mat
    March 15, 2007 · 5:05 pm

    Naja, so leicht kann Google Blogs nicht abwerten, das liegt ja am Bewertungsalgorithmus. Blogs – im Sinne der Blogsoftware- haben ja sozusagen viele Module für gutes Ranking intrinsisch dabei. Daher auch ein guter Grund die “Blogsoftware” als CMS einzusetzen, respektive die CMS-Software nicht als Blog zu benutzen. btw noch eine Kleinigkeit ;-) Durch AdSense erzielt Google keine Einnahmen, das geschieht durch Adwords ;-) Ist banal, aber nur so am Rande

  8. Kommentar von Alexander Trust
    March 15, 2007 · 5:18 pm

    Erzielen sie nicht? Auch nicht am Ende einer Periode durch eine Form von Mischkalkulation?

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