8. March 2007

Zur Aufklärung: Holtzbrinck hat überall die Finger drin

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Je diversifizierter das Web 2.0, desto größer die Chancen, dass die Holtzbrinck-Heuschrecken sich dortens breitgemacht haben. Nach der Beteiligung an StudiVZ, die ich persönlich zuerst und immerschon als “politische” Aktion interpretierte, grabschte man bei den Holtzbrincklern nach anderen Weiten. Zwar zog man sich wohl aus dem Bieterverfahren für Immobilienscout 24 zurück, doch konnte man bei der Suche nach der terra nova nicht ablassen von Dawanda oder Lovelybooks.

Das Traurige daran? Für den Ideengeber von Dawanda arbeitet ein Freund von mir, der sich nach seiner Ausbildung Fachinformatiker schimpfen kann. Was als virales Prinzip in der Medialität von Web 2.0 und Internet begann zu sprießen, es nimmt nun epidemische Züge an. Die neoliberale Krake greift um sich. Es fehlt wirklich nicht mehr viel zur Gleischaltung. Wieviele Töchterfirmen und Schwesterunternehmen kann eine einzelne Firma als Briefkästen tarnen?! Die Strippenzieher sind immer dieselben.

Die Idee hinter Lovelybooks ist zum Glück nicht neu, und so gibt es Alternativen, beispielsweise Buchpfade, das als Projekt einer Gruppe von Studierenden und ihres Dozenten gestartet ist. Über Dawanda unterhalten wir uns lieber erst gar nicht. Der Dank für die Aufklärung über die Heuschrecken-Tätigkeiten geht an Zitronenkern.

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Kategorie Media · Autor · 15 Kommentare


15 Kommentare

  1. Kommentar von bosch
    March 8, 2007 · 9:36 am

    Und demnächst stellt Holtzbrinck vielleicht sogar den Bürgermeister von Hamburg …

  2. Kommentar von Alexander Trust
    March 8, 2007 · 4:21 pm

    Die sind üüüüüüberall.

  3. Kommentar von lovely
    March 10, 2007 · 2:43 pm

    nun ja.
    Wir haben ja nicht hinterm Berg gehalten mit der Sache, dass Holtzbrinck der Partner von lovelysystems bei lovelybooks ist.
    Und es kann ja auch mal von Vorteil sein, wenn sich jemand wie lovelysystems, die wirklich was von Communities verstehen mit Leuten zusammentun, die was von Büchern verstehen, damit etwas entsteht, was letztlich denjenigen nützt, die sich für Bücher, Literatur und Autoren interessieren. Mit Heuschrecken, die mit Geld um sich werfen, hat das leider relativ wenig zu tun. Schön wärs ja.

    Vielmehr bedeutet das für alle, die am Projekt lovelybooks teilhaben: 16 h Arbeitstage, Begeisterung für dieses Projekt neben der “normalen” Tätigkeit und auch ein gewisses Maß an Freude darüber, dass einem ein Unternehmen so etwas ermöglicht.

    Mit Buchpfade.de hat lovelybooks bereits sehr früh zusammengearbeitet und wir freuen uns über den Erfolg des CDTM und das CDTM freut sich über den Erfolg von lovelybooks. Was die Studenten auf die Beine gestellt haben, ist bewundernswert. Mehr dazu in den nächsten Tagen.

  4. Kommentar von Alexander Trust
    March 10, 2007 · 2:54 pm

    Dass die einzelnen Mitarbeiter vor Ort vielleicht engagiert sind. Dass sind manche Deutsche Bank-Angestellten mit Sicherheit auch. ;) Nebenbei bemerkt, lese ich gerne und studiere vom Fach, deshalb finde ich derlei Projekte nicht verkehrt.

    So wie Holtzbrinck derzeit ins Web vorprescht, hat zumindest das Verhalten von Holtzbrinck einiges mit Heuschrecken-Manier zu tun. Mir tun die Unternehmen ehrlich Leid, die evtl. auf lange Sicht unter die Räder kommen. Ich glaube nicht, dass später lange gefackelt wird. Bei mir ist Skepsis angesagt, wenn sich irgendwo irgendwer einkaufen will. Aus StudiVZ hätte auch etwas anderes werden können als ein kreativer Werbetümpel auf dem Rücken von 1,5 Millionen Studierenden. Wenn es denn so viele sind.

  5. Kommentar von Alexander Trust
    March 10, 2007 · 2:57 pm

    Nur, damit wir das mit der Expertise nicht falsch verstehen. Ich denke nicht, dass Holtzbrinck sehr viel Ahnung von gewissen Dingen hat. Manche Interviews wie das von Holtzbrinck-Netzwork-Manager Urban haben z. B. gezeigt, was für ein Technikverständnis dieser Mann besitzt. Der Springer-Verlag kauft sich jetzt bei Wallstreet-Online ein. Ob die so viel Ahnung von der Börse haben?

    Und ob Holtzbrinck wirklich so gut für den kleinen Mann und die kleine Frau bei Dawanda sind, die dort ihr Selbstgemachtes veräußern wollen? I doubt.

  6. Kommentar von lovely
    March 10, 2007 · 3:50 pm

    ich kann weder für studivz und dawanda (ich wusste gar nicht, dass die zu Holtzbrinck gehören) noch für Networx und schon gar nicht für Herrn Urban sprechen. Bei lovelybooks hat leider (?) niemand Millionen bekommen, sondern höchstens Augenringe und Ärger mit seiner Familie, weil die einen nicht mehr sehen. Trotzdem macht es uns Spaß!

  7. Kommentar von Alexander Trust
    March 10, 2007 · 4:46 pm

    Tja, man sollte sich überlegen, was einem alles Spaß machen kann. Ich strengen jetzt keinen Vergleich an; es ist aber durchaus so, dass Leuten etwas Spaß machen kann, und es objektiv betrachtet nicht immer einwandfrei ist. Der Zweck heiligt bei mir nicht die Mittel. Aber es gibt andere Auffassungen, und das akzeptiere ich. Trotzdem weiterhin frohes Schaffen.

    Dawanda hat auch keine Millionen bekommen, Holtzbrinck ist aber “investiert”.

  8. Pingback von Buchpfade prostituiert sich?! - Sajonara.de - Internetmagazin
    March 11, 2007 · 7:30 pm

    [...] meinen Augen tun sie es. Da führt kein Weg dran vorbei. Vor kurzem informierte ich in einem Artikel über zwei weitere Investitionen von Holtzbrinck. Das ist nun eine eindeutige Richtungsweisung in [...]

  9. Kommentar von EdDing
    April 19, 2007 · 10:56 am

    Hmm… einerseits versteh ich nicht recht, was daran jetzt so “Heuschrecke” sein soll… und andererseits ist die Idee, virtuelle Bibliotheken zu erstellen, doch gut und schön, fördert Neugier + Lesefreude.

  10. Kommentar von Alexander Trust
    April 19, 2007 · 11:27 am

    Die Acquise von Holtzbrinck… sie haben etliche hundert Millionen Euro in Internetfirmen gesteckt. Sie sind nicht darauf aus, den Nutzern viel zu bieten, sondern weil sie im Internet ein Wörtchen mitreden wollen. Ihre Käufe sind politisch-strategischer Natur.

    Es gibt nebenbei bemerkt andere Dienste, die dasselbe tun, und eben nicht mit Holtzbrinck unter einer Decke stecken. Als Germanistik-Student und jemand, der selbst gerne schreibt, habe ich nichts gegen Lesefreude. ;) Nur, manche haben auch nichts gegen Autobahnen, und trotzdem hätte ich auf den Urheber in diesem Land verzichten können. Hätte er es nicht getan, hätte jemand anderer die Autobahn nach Dtlnd. gebracht. Also muss man ihm das nicht ans Rever stecken.

  11. Kommentar von EdDing
    April 19, 2007 · 8:00 pm

    Mal ehrlich: Holtzbrinck ist doch kein Konzern wie Adidas oder Coca-Cola. Holtzbrinck hat die ZEIT, die du als Germanistik-Student sicher auch schon mal gelesen hast, Rowohlt, Kiwi und solche Firmen.

  12. Kommentar von smart alec
    April 19, 2007 · 8:12 pm

    zur beachtung: Als Konzern bezeichnet man den Zusammenschluss mehrerer rechtlich selbständiger Unternehmen zu einer wirtschaftlichen Einheit unter einer einheitlichen Leitung. Die dabei verbundenen Unternehmen nennt man Konzernunternehmen. (http://de.wikipedia.org/wiki/Konzern)
    das heißt also, dass in den firmen, an denen holtzbrinck sich beteiligt oder die es übernimmt, immer noch diejenigen leute entscheiden, die auch vorher entschieden haben – und nicht irgendein hohes holtzbrinck-management-tier, das von communities keine ahnung hat. so blöd ist holtzbrinck ja nun auch wieder nicht.
    und mal ehrlich: wenn ihr so eine firma hättet und würdet sehen, was im netz grad abgeht, würdet ihr da nicht auch versuchen, dabei zu sein?

    ps. ich will holtzbrinck nicht rechtfertigen, sondern ein wenig objektivität in die diskussion bringen.

  13. Kommentar von Alexander Trust
    April 19, 2007 · 9:07 pm

    Objektivität ist nie verkehrt. Ich für meinen Fall möchte nicht einen Trend mitmachen, nur um dabei zu sein.

    @EdDing: Holtzbrinck hat auch StudiVZ und sie haben noch weitere Beteiligungen über Holtzbrinck Networks an diversen Onlineauftritten, -firmen, etc. pp. Ob sie die kaufen oder nicht, das finde ich nicht besonders relevant. Für mich zählt ihre Absicht. Holtzbrinck-Network Manager Konstantin Urban, er sitzt bei StudiVZ im Vorstand, entscheidet als mit, er hat gezeigt, dass ER davon keine Ahnung hat. Siehe seine Interviews und die postwendend gefolgten Hacks auf StudiVZ. Die Kaufentscheide bei Holtzbrinck sind politisch-strategischer Natur. Kaufen, um ein Bein in die Internet-Tür zu kriegen. Und nicht kaufen, um irgendwelche Dinge voran zu bringen, Entwicklungen zu tätigen, oder oder…

  14. Kommentar von Freada
    April 23, 2007 · 9:23 pm

    Ich finde es immer ein bisschen komisch, wenn man sich über die ach so bösen Konzerne aufregt und gleichzeitig in den aufgekauften Communities Mitglied ist (wobei ich das keinem hier unterstelle). Es zwingt einen niemand sich im StudiVz anzumelden, die Mitgliedschaft ist kostenlos und wenn man sich dafür ein paar Werbebanner ansehen muss, finde ich das vollkommen ok. Wem das nicht passt, der muss sich da ja nicht aufhalten. Und wie smart alec schon meinte, jeder der in diesem Geschäft ist, würde versuchen sich auch im Internet zu positionieren. So wie es gerade im Web 2.0 boomt, sagt doch keiner: Internet? Och nöö, lass mal…

    P.S.: Autobahnen wurden übrigens nicht von Hitler entwickelt…

  15. Kommentar von Alexander Trust
    April 23, 2007 · 9:59 pm

    Nun, ich bin kein Mitglied im StudiVZ und habe damals meine Gründe klar gemacht. Da Dariani nicht mehr im Boot ist, müsste jetzt das Netzwerk nur noch den Gedanken von Studierenden für Studierende aufgreifen. Ich engagiere mich andernorts bei Gotfriends. Die Vorbereitung zur Vereinsgründung für die gotfriend e.V. läuft, und wir haben eine Menge Ideen, mit denen wir den Begriff des “sozialen” Netzwerks nicht im Internet halt machen lassen wollen, sondern in quasi in reale Leben übersetzen werden.

    Und es geht nicht um die Entwicklung, sondern um die Verdienste, die manche Kader dem Adolf H. aus Ö. wegen der Autobahnen zusprechen. Es gibt ewig viele Beispiele, wo es hieß, der Zweck heiligt die Mittel. Das ist nicht meine Ideologie, ob sie’s im Mittelalter war oder im 21ten Jahrhundert Verwendung findet. Ich gehe einen anderen Weg.

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