Wenn die Netzeitung mit den Bloggern
Don Alphonso wurde interviewt, der Blogblick als allwöchentliches Instrumentarium initiiert. Vor kurzem dann die ersten YouTube-Videos in den Artikeln der NZ. Und so kommt es dann, dass nun auch über BloggerInnen berichtet wird. Die Netzeitung steht zum Verkauf. Ihr Profil hat sich mit dem Redesign, und schon davor, sukzessive in Richtung boulevardeskerer Themen verändert.
Zwei von vier Teilen der Serie über BloggerInnen sind schon veröffentlicht. Im ersten Teil wurde den Lesern jemand vorgestellt, der mir bislang total unbekannt geblieben war, Alan Posener. Auffällig ist, dass die Berichte immer auch mit einer Stellungnahme der Autorin enden. Sie hält also mit ihrer Meinung nicht hinterm Zaun. Das finde ich gut, aber die klassische Journaille, die aus dem Elfenbeinturm heraus schreibt, wird das wohl eher kritisieren als gutheißen. Journalisten sollen nur Boten sein und dürfen sich nicht einmischen, so das Paradigma, das den Berufsethos ausfüllt.
Mercedes Bunz ist mir schon Mal bei der blog-täglichen Lektüre untergekommen. Die “eingeborene Ossi” (NZ) ist aber auch nicht in den Themenfeldern unterwegs, die mich besonders rege interessieren. Sei’s drum. Viel wichtiger ist, ob die Blogosphäre von dieser Entwicklung profitiert oder eher nicht. Es gibt Blogger, wie den Don Alphonso, die massiv versuchen, einen Diskurs unter Bloggern anzufeuern, in dem sich ein Selbstverständnis ausbilden soll. Persönlich finde ich den Diskurs wichtig, wenngleich ich nicht in allen Punkten mit dem Alphons einer Meinung bin.
Wenn die Netzeitung allerdings immer mehr Boulevard-Themen aufgreift, und angesichts weniger Ressourcen nur wenig fundierte Artikel liefern “kann” – welchen Eindruck hinterlässt dann ihr Engagement bei den Bloggern und Bloggerinnen? Diejenigen, die sich dort ablichten lassen, scheinen mit dem Profil der Zeitung kein Problem zu haben. Ich stelle mich nun auch nicht hin, und behaupte, dass man ein Problem damit haben muss. Vielmehr würde mich interessieren, wie andere Leute dazu stehen. Würde es nicht bedeuten, dass man Bloggern in einem boulevardesken Metier eher die Reputation raubt, die ein Don Alphonso betonen möchte, damit Blogger anständig bezahlt werden für ihre Expertise?
Ein Abstecher noch: Das Logo der Netzeitung besteht nur aus deren Schriftzug. Anders allerdings für die Blogosphäre. Wir haben bislang noch kein Logo. Ich denke da an etwas, das wie ein “blue ribbon” oder ein Pinguin für eine Sache steht, die trotz inhaltlicher Unterschiede eine gewisse ideologische Grundschwingung ausdrücken kann. Und wenn die Blogosphäre auch mehr als ein Logo hätte. Einen Wiedererkennungswert hätte das Ganze, und ein Statement würde jeder abgeben, der sich ein solches Logo auf den eigenen Blog packt. Vielleicht gibt es dort draußen ja findige Grafiker, die Lust haben, der Blogosphäre ein Bild zu geben.
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