Veröffentlicht am 17. März 2007 von Alexander Trust
Es gibt mittlerweile schon einige Titelblätter der BILD-Zeitung, die sich mit einer in diesem Fall wichtigen Dramatisierung des Klimawandels auf unserem Erdtrabanten Erdball beschäftigen. Es gibt aber sehr wohl Artikel in demselben Presseorgan, die absolut in eine ganz andere Richtung argumentieren, ohne es überhaupt zu wissen. Vor einigen Wochen hatte ein NDR-Magazinbeitrag aufgedeckt, wie doppelmoralisch die BILD-Zeitung im Prinzip in Sachen Umwelt berichtet.
Da wird an einem Tag die Grünenpolitikerin dafür gescholten, dass sie sich ein umweltfreundliches Dienstauto besorgt und damit indirekt die japanische und eben nicht die deutsche Wirtschaft unterstützt. Und anderntags wird eine Kampagne mit Toyota initiiert, in der die BILD-Zeitung umweltfreundliche Autos verlost. Das passt keineswegs zusammen. Doch es gibt wesentlich weniger aufdringliche Fakten aus dem Bereich Umwelt, in ganz anderen Ressorts des Blattes, die man trotz allem prima in Beziehung setzen kann zur drohenden Klimakatastrophe alias unaufhaltsame Erderwärmung.
Oberflächlich Sportinteressierte greifen eher mal zur BILD-Zeitung als eventuell zum Kicker, oder zur Sport-BILD. Warum? Nun, man kann den Filter recht fein einstellen und hat so besonders schnell die Informationen, die man benötigt. Vor allem wenn man sich der Online-Variante der Presseerzeugnisses bedient. Als Fußball-Interessierter, und eben nicht -Verrückter, informiere ich mich so eben über den Sport u. a. über die BILD-Online und die Sportportale Sport1.de oder Sport.de von RTL. Letzteres hat z. B. den Vorteil, dass man Ausschnitte von Boxkämpfen noch ein Mal sehen kann, die bei RTL liefen, wenn man sie im TV-Programm verpasst hat. Für Informationssuchende ist das im Prinzip ideal. Den zuletzt nur über zwei Runden gehenden Boxkampf von einem der Klitschko-Brüder konnte man sich so fein komprimiert zu Gemüte führen.
Zurück zur BILD-Zeitung und dem Klimawandel, dabei allerdings den Bogen geschlagen über den Deutschen ihren liebsten Sport: Fußball. Die BILD-Zeitung titelt: “Doll – Lieber Porsche als Fluch-Auto“. Da ein Teil der Welt immer mehr für Umweltfragen sensibilisiert wird, und klar denkenden Menschen monströse Spritfresser mit unheimlich vielen Pferdestärken eher als Umweltzerstörer in Erscheinung treten wollen, muss man sich bei dem BILD-Artikel zweierlei fragen. Zum einen, warum muss jemand Porsche fahren, und der BILD-Redakteur angesichts der nahenden Klimakatastrophe gleichzeitig verständnisvoll tun?!:
Nachfolger Doll zieht seinen Porsche vor, was jeder verstehen wird… (BILD)
Es könnte natürlich sein, dass der findige Redakteur an dieser Stelle ironisch bis sarkastisch sein wollte?! Wesentlich interessanter aber noch eine weitere Frage, die sich dem Leser stellt. Es verhält sich nämlich wie folgt: Zu Zeiten, da Bern van Marwijk noch Trainer vom BVB gewesen ist, hatte man, so die BILD, einen “edlen Audi Q7″ (ja genau, so einen Benzin schluckenden Geländewagen) “für” van Marwijk besorgt. Derzeit fährt Jürgen Röber mit dem Wagen rum. Scheint mit dem Verein abgemacht. Er darf bis zum Saisonende mit dem Q7 durch die Gegend abgasen. Sehr umweltschonend diese Aktionen. Ich persönlich fahre einen Citroen C1, einer der sparsamsten, wenn nicht der sparsamte Kleinwagen in seiner Klasse – warum wohl? Richtig, als Benziner hat dieser Franzose einen TOYOTA-Motor eingebaut. Es scheint, als würden die Japaner in der Tat ein wenig mehr Augenmerk auf solche Belange legen.
Doch zurück zu Doll, van Marwijk, Röber und dem BVB. Durch den Artikel inspiriert, wollte ich denn der Sache auch auf den Grund gehen, und zumindest in Erfahrung bringen, wer sich denn für die Anschaffung des “edlen” Q7 beim BVB auszeichnet. Ergo schrieb ich vorhin folgende Nachricht an den Verein über das Kontaktformular des Internetsauftritts:
“Guten Tag,
in der Onlinevariante der BILD-Zeitung wird berichtet, dass Thomas Doll lieber mit seinem Porsche aufs Gelände fährt als mit dem Zitat: “Fluch-Auto”, das zuvor Bert van Marwijk und danach Jürgen Röber gefahren sind. Es heißt in der BILD, dass der Audi Q7 angeschafft wurde in der Zeit, als van Marwijk noch Trainer war. Bedeutet das auch, dass der Audi Q7 extra auf “Wunsch von” Bert van Marwijk angeschafft wurde, oder hat man als Verein dieses Auto “für” den Trainer ausgesucht, weil man dachte, es stände ihm gut zu Gesicht?
Lieben Gruß,
Alexander Trust”
Ich bin gespannt OB ich eine Antwort erhalte, und wenn ja, wer denn jetzt den schwarzen Umweltpeter zugeschoben bekommen darf. Es ist in meinen Augen total unverständlich wie man sich als Revierclub oder eben als Einzelperson für ein Umwelt vernaschendes Statussymbol entscheiden kann, da es unheimlich viele andere PKW gibt, die einem Fußballtrainer durchaus gut zu Gesicht gestanden hätten, und dabei die Umwelt nicht dermaßen belastet hätten. Ich bin allerdings der Meinung, dass die Menschheit sowieso nicht in der Lage sein wird, die Klimakatastrophe abzuwenden. Da mögen auch fortan Flugzeuge bis 2020 zum Einsatz kommen, die nur die Hälfte vom Sprit verbrauchen – die Gazetten schreiben in dem Kontext ja dann bereits davon, dass dann eben die doppelte Strecke mit demselben Spritverbrauch geflogen werden kann. Viel wesentlicher allerdings ist in meinen Augen die Tatsache, dass der Mensch beinahe alles als Mittel zur Differenzierung einsetzt (Statussymbol). Jeder mag ein Mal beim nächsten Stadtbummel in die Schaufenster schauen und sich überlegen, was er oder sie dort entdecken?! Es gibt nicht gute und schlechte Ware, sondern am Geschmack orientierte. Es gibt nicht eine bessere Kaffeemaschine, die eine schlechtere auf dem Markt ersetzt sondern, übertrieben formuliert, 127 Millionen verschiedene Ausführungen von Kaffeemaschinen auf der Welt. So verhält es sich auch mit allen anderen Gebrauchsgegenständen. Eine Ressourcenverschwendung hoch zehn, die sich meines Erachtens nicht bis zur notwendigen Datumsgrenze, aber eben auch nicht darüber hinaus würde eindämmen lassen.
Der Mensch liebt die Vielfalt, am Ende ist alles nur Unterhaltung für ihn, ein großer Spaß! Vor solche Tatsachen gestellt, bleibt einem eigentlich nichts anderes mehr übrig, als sich in Utopien von Endzeitstimmung hinein zu denken, wie sie in diversen ScienceFiction-Büchern und -Filmen angesprochen wird. Je mehr Menschen wir werden, desto schwieriger fällt es überdies, sich vom anderen zu unterscheiden, und desto größer werden die Produktpaletten von Anbietern aus allen Warensegmenten werden. Eine unaufhaltsame Spirale in meinen Augen, die einzig eines Tages in Atomstaub oder unter Magma sich in Asche auflösen werden wird. Think positive?! Na ja, zuerst sollte der geneigte Leser sich in dem erwähnten BILD-Artikel noch durch die dort zudem gezeigte Gallerie von den Autos von Sportlern klicken. Die Damen und Herren, die eigentlich in ihrer Vorbildfunktion voran gehen sollten, waten quasi durch einen Sündenpfuhl. So fährt David Beckham ebenfalls einen Q7, also eine hirnlose Prollkarre, die so viel Platz in der Parklücke ausfüllt, dass zwei Fabrikate meines Autos hinein passen würden und zudem bald 4 oder 5 Mal so viel Sprit verbraucht. Doch David ist ja der Typ der Superlative, weshalb er gleich einen ganzen Autohof sein Eigen nennen muss. Florian Kehrmann, Handballer vom TVB Lemgo fährt ebenfalls Audi Q7. Es scheint, als würde Audi alias Nobel-Volkswagen mit diesem Blechhaufen in eine eitle Kerbe bei so manchem Promi geschlagen haben.
Bundes-Jogi geht in der Klasse der Gelände-Mollies fremd. Er fährt Mercedes M-Klasse. Javier Saviola vom FC Barcelona indes stärkt innerhalb Europas die Q7-Fraktion. – Increible (Spanisch für unglaublich). Doch auch Skilangläufer Tobias Angerer gehört derselben Partei an. Q7 ist vielleicht eine geschickte Bezeichnung, die ebensogut einen Virenstamm hätte bezeichnen können, der sich epidemisch ausbreitet. Arne Friedrich fährt VW Touareg. Das ist indes nur eine artverwandte Spezies der völlig sinnfreien Geländeboliden im Smog gefährdeten Straßenverkehr. Sein ehemaliger Nationalmannschaftkolleger Patrick Owomoyela tut es ihm gleich: auch er fährt Touareg. Torsten Frings bevorzug einen Hummer. Ein ausländisches Fabrikat wohl, aber eben genauso protzig und geländegeil im Stadtverkehr wie die vorher genannten Karren. “The Hammer” Thomas Hitzlsperger erweitert die deutsche Geländewagenschau um den BMW-Modell X5. Kann mir mal einer erzählen, warum Fußballer (Spitzensportler) trotz ihres Erfolges derart große Autos benötigen?! Es scheint, als hätten vor allem die Herren der Schöpfung hier besonders komplizierte Komplexe, die es mittels eines besonders umfangreichen Statussymbols zu kaschieren ginge. Wenn mir UND Fußballdeutschland jetzt noch einer Mut machen möchte, dass wir trotzdem die Klimakatastrophe abwenden können – Freiwillige vor!
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Und wie ist deine Meinung?
ist der Erdtrabant nicht der Mond?
Gut, dass du mich drauf hingewiesen hast. Hab’s geändert. Muss mir irgendwie durchgegangen sein.
ich weiß…so bin ich
An und für sich kein schlechter Kommentar, allerdings unübersichtlich strukturiert.
Du fängst mit Kritik an der BILD an und hörst bei Q7-fahrenden Fußballern auf, es wäre besser gewesen, zwei Berichte draus zu machen.
Außerdem habe ich das Gefühl, dass ein wenig der Neid aus dir spricht. Hättest du Millionen auf einem Schweizer Konto, würdest auch du deinen Citroen verkaufen und ihn durch ein deinem Konto angemesseneres Vehikel ersetzen. Vielleicht eins, dass weniger Sprit verbraucht als z.B. der Q7 oder der Hummer, aber auf jeden Fall eins mit Hinguck-Effekt und Pferdestärken statt Ponyhufen.
Greets, das Wunschkind
Mh, ich schreibe polemisch, ja. Aber ich würde mein Geld in andere Dinge investieren, als in Autos. Dafür hab ich einfach zu wenig Interesse daran. Alles, was nicht wirklich in den Schlagzeilen vorkommt und mit Autos zu tun hat, das nehme ich gar nicht wahr. Ich kenn mich also nicht wirklich aus in dem Metier.