12. April 2007

Readers Edition: Michael Maier bei der Süddeutschen

Ein Faktor in unserer schnell lebigen Welt ist Zeit. Ich versuche diesen weitgehend aus meinem Leben heraus zu halten, wo es mir möglich ist. Für jemanden, der ein Projekt wie die Readers Edition leitet und damit Gewinn erwirtschaften will, spielt Zeit jedoch eine enorme Rolle. Ein Artikel in der Süddeutschen (dank an Frederic für die Information), beleuchtet noch ein Mal den bisherigen Werdegang der Readers Edition, stellt ein paar Fragen in den Raum und blickt sogar ein wenig in die Zukunft dieses, ein Mal als Bürgerjournalismusprojekt bezeichneten, Web 2.0-Versuchballons von Dr. Michael Maier. “Mit wenig Leuten möglichst viel stemmen“, so lautet die Überschrift des Artikels.

Ein wenig Wortklauberei betreibend könnte man das Blatt wie folgt wenden: Kleinvieh macht auch Mist. Der ehemalige Eigner der Netzeitung und jetzige Besitzer der Readers Edition möchte allerdings irgendwann Geld verdienen. Wieviel Zeit hat Michael Maier? Das ist eine enorm wichtige Frage.

Ich finde, die Idee des Bürgerjournalismus ist keine eigene Idee, und deshalb in the long run nicht wirtschaftlich. Jedes Blog kann, wenn es will, in irgendeiner Form auch journalistisch publizieren, und es gibt manche, die das tun. Etwas Bürgerjournalismus zu nennen, um einen Rahmen zu kreieren, wird nicht ausreichen, um in absehbarer Zeit die Gewinnzone zu erreichen. Die Informationen, die in der Readers Edition stehen, kann man in vielen Fällen auch an anderer Stelle einsehen. Dadurch entsteht der Readers Edition zumindest im Augenblick kein Vorteil.

Es gibt in der jetzigen Phase der Internet-Evolution Web 2.0-Angebote, die einen Nutzen bringen, dadurch, dass sie gewisse Kanäle bündeln. Synnergieeffekte ausnutzen, damit einen Mehrwert erzeugen und die Vermittlungleistung sind die derzeit gefragtesten Dienstleistungen im Web. Doch welche Synnergieeffekte bietet die Readers Edition? Welche Vermittlungsleistung bietet sie an? Über Blogsuchmaschinen beispielsweise oder Portalseiten wird mehr und mehr auch qualitativ wertvoller Blog-Content an die Oberfläche gespült. Wenn Michael Maier Geld verdienen möchte, sollte er sich ein Konzept überlegen, das einen Markt bedient, den es noch nicht gibt. Damit erschließt er neue Potenziale. Die Readers Edition bleibt bislang in meinen Augen ein Nischenprodukt. Denn, diejenigen, die sich dafür interessieren, sind meistens diejenigen, die auch daran teilhaben, und das ist eindeutig zu wenig. Informationssammelbecken gibt es wie Sand am Meer im Netz.

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