20. April 2007

Wo ist eigentlich rechts?!,…

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Herr Oettinger? Er hat sich in die Nesseln gesetzt, oder? Natürlich hat er das. Doch offensichtlich gefällt es ihm dort so gut, dass er deutsche Debatten anheizt und öffentliche Grundsatzdiskussionen schürt. Wo kommen wir her? Wo gehen wir hin? Recht konspirativ, irgendwie. Günther Oettinger, seines Zeichens CDU-Ministerpräsident aus Baden-Württemberg, hatte vor kurzem die Kanzlerin getrietzt, ihrer Pflicht als Kanzlerin nachzukommen und selbst einen Parteikollegen zurecht zu weisen. Oettinger hatte für seinen Vorgänger Filbinger Partei ergriffen und sich damit die Finger verbrannt.

Ja, Hans Filbinger ist derjenige mit einer Nazi-Vergangenheit. Als Marine-Richter hatter er kurz vor Kriegsende noch Todesurteile mit zu verantworten gehabt. Filbinger war auch derjenige, der Ende der 1970er Jahre eine Klage gegen den Autor und Dramatiker Rolf Hochhuth anstrengte, weil dieser ein Drama “Juristen. Drei Akte für sieben Spieler.” veröffentlichte, in dem es gerade auf den Sachverhalt von Filbingers Nazi-Historie Anspielungen gab. In der Folge führte die Sache jedoch zum Rücktritt Filbingers.

Jetzt stellt sich die Republik die Frage, wo eigentlich rechts beginnt und wo die Mitte aufhört. Rein historisch betrachtet, hat der Sitz im Parlament nicht zwingend etwas mit der Ideologie der entsprechenden Politiker zu tun. Wie nun als Information in die Öffentlichkeit gestreut wurde (vgl. Spiegel Online) – immerhin war dieses Faktum schon lange Zeit vorher bekannt -, ist Günther Oettinger Mitglied im rechten Studienzentrum Weikersheim. Was aber bitteschön ist das Studienzentrum Weikersheim?! Mit begründet wurde es von Hans Filbinger, als dieser damals aus seinem Amt ausscheiden musste. Das Studienzentrum is, neudeutsch, ein Thinktank. Eine rechtskonservative Denkfabrik nennt sie der Spiegel, und so wird das Studienzentrum Weikersheim auch vom Zentralrat der Juden in Deutschland charakterisiert, wie im Spiegel nachzulesen ist. Ein General a. D. war für den 20. April, den Geburtstag Adolf Hitlers als Referent geladen. Einer, der entlassen wurde, weil er die antisemitische Rede eines CDU-Politikers verteidigte. Jener Herr Hohmann hatte damals die Juden mit dem Begriff Tätervolk in Verbindung gebracht, wie man im Spiegel nachlesen kann. Im August soll im Kontext einer Untergruppierung “Jung-Weikersheim” ebenjener Hohmann eine Rede halten. Und es gibt noch weitere Verstrickungen, von denen im Spiegel Online berichtet wird.

Wo geht es hin mit Günther Oettinger?! Gibt es in Bälde irgendein Bauernopfer, das die politische Bühne verlässt?! Oder wird Oettinger selbst den Hut nehmen?! Wir werden sehen.

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Kategorie Politics · Autor · 3 Kommentare


3 Kommentare

  1. Pingback von .:denkblogade:. » Blog Archive » Wir können alles - außer Geschichte
    April 21, 2007 · 10:56 am

    [...] Die Debatte um die Oettinger-Rede reißen nicht ab. [...]

  2. Kommentar von Hans Wurst
    April 23, 2007 · 12:39 am

    So ein Dreck! Ihr kaut auch alle nur den etablierten Medienscheiß wieder. Davon, dass der Mann Leben gerette hat, sagt ihr nichts. Aber warum sich die Mühe machen, warum investigativ, nonkonform sein. Alles schlucken, nachplappern – das ist halt angenehmer.

  3. Kommentar von Alexander Trust
    April 23, 2007 · 2:55 pm

    Goethe hat auch Bücher geschrieben, trotzdem bleiben Dinge, die er getan hat, unverzeihlich.

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