6. May 2007

Die Datenleiche

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Was wird mit dem eigenen Blog passieren, schrieb Robert Basic just drei Tage nachdem ich die Blogzählung initiierte, wenn man eines Tages die Radießchen von unten anguckt? Für ihn kommt offensichtlich die Reinkarnation als mögliche Lösung in Frage. Wiedergeburt von Blogs? Eigentlich ist es ja nur eine Neueröffnung unter anderem Besitzer, und dem Basic seine Überschrift also eine Mogelpackung ;) . Er schreibt davon, sich vorstellen zu können, sein Blog (bzw. die Zugangsdaten dazu) seinen Söhnen zu vermachen, wenn er ein Mal nicht mehr sein wird.

Stellen wir die Frage noch ein Mal, und lassen uns auf ein Wortspiel ein, dass quasi auf der Hand liegt: Das Blog wird eine Datenleiche. ;) Zumindest bestünde die Chance darauf, weil, wie wir ja alle wissen, nicht alle Kinder in die Fußstapfen ihrer Eltern treten. Vor allem in Zeiten des Geburtenrückgangs haben manche auch gar keine Kinder mehr. Europa ist prädestiniert und Prognosen gehen bei anhaltendem Wohlstandswachstum davon aus, dass selbst die Weltbevölkerung lediglich auf eine kritische Masse von 9 Milliarden und ein bisschen wachsen wird.

Solange Blogs eine Identität entwickeln, wird alles davon abhängen, ob man diese auch nach dem Tod des Bloggers oder der Bloggerin weiterleben lassen kann. Es wird auf den Charakter des Blogs ankommen, und Robert Basics Blog hat einen sehr eigenen Charakter. Er ist nicht so kommerziell geprägt wie Techcrunch und Co, sondern bietet neben der Schiene von Gimmickerei und Publicity auch durchaus Privates. Auf jeden Fall sollte Basic rechtzeitig mit seinen Söhnen darüber verhandeln. Immerhin: ein Blog ist natürlich auch so etwas wie eine Marke. Vielleicht jedoch eine, die man nicht so ohne Weiteres übertragen kann, weil sonst zu viel der Eigenständigkeit verloren geht. Das indes, hängt vom Produkt hinter der Marke ab, wie ich finde. Überträgt man die Verhältnisse auf den Bereich der Musikbranche, kann man sich nicht vorstellen, dass heutzutage Led Zeppelin mit vollkommen anderer Crew wieder auf Tour gehen würde und prinzipiell auch in 50 oder 100 Jahren noch Musik machten, weil der Name der Band und die Musik, die sie gemacht hat, mit den Interpreten selbst auf ewig verbunden sein wird.

Ist das der Punkt?! Wenn man so kommerziell ausgerichtet ist wie die Hightechblogger und Web 2.0-Entrepreneure wird man ersetzbar. Techcrunch “kann” es auch in 50 oder 100 Jahren noch geben. – Sam Sethi, ehemaliger Blogautor bei Techcrunch UK ist das beste Beispiel dafür, wurde er doch von hier auf gleich, quasi über den Skandal gefeuert, der dafür gesorgt hat, dass Nicholas Sarkozy jetzt doch Ministerpräsident in Frankreich geworden ist. Dann steht allerdings die Marke im Vordergrund, und diese kann sehr wertvoll sein. Eine Marke zu etbalieren, kann sich ziemlich aufwändig gestalten. Eine Marke zu ruinieren, kann hingegen äußert flott von der Hand gehen. – Vielleicht wird es eines Tages eher ein Webmuseum geben, und dort werden Robert Basic und andere in die Analen der Blogosphäre eingehen. Nur, vielleicht bloggt Robert, wenn er das Rentenalter erreicht haben wird, schon gar nicht mehr?! Who knows it?! Wir könnten den Walk of Fame virtuell nachbilden und dort Sterne für unvergessliche BloggerInnen anbringen.

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Kategorie Glocal, Media · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar


Ein Kommentar

  1. Kommentar von prinzzess
    May 7, 2007 · 12:26 pm

    ich hab schon einen stern: http://www.prinzzess.biz/?p=893
    *fg*
    und das zu lebzeiten! jaha!

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