7. May 2007

Männlichkeit und so…

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Bei Faktotum wir über Männlichkeit philosophiert. Ich möchte nur anmerken, dass es sich damit nicht so einfach verhält, wie vielleicht gedacht. Was eigentlich Männlichkeit ist, wird uns anerzogen und wir werden sozialisiert und erwerben über unsere Biografie hinweg ein Verständnis von dem, was für uns Männlichkeit bedeutet. Sie ist durchaus zeitgebunden und gesellschaftlich unterschiedlich definiert.

Um ein einfaches Beispiel zu nennen, wie gewisse Dinge in manchen Soziosphären unterschiedlich interpretiert werden, schaue man sich den Beruf des Friseurhandwerks an. Bei vielen von uns könnte man denken, dass der “männliche” Friseur eine Ausnahme bildet und generell mit dem Vor-Urteil zu kämpfen hat, homosexuell zu sein. Schaut man sich hingegen nicht nur Friseurläden in Südeuropa oder zum Beispiel der Türkei an, sondern geht man beispielsweise zum türkischen Friseur in unseren Landen, stellt man fest, dass das Bild ein anderes ist. Wenn meiner einer beim türkischen Friseur aufschlägt, werde ich ausschließlich von Männern bedient und weibliche Kundschaft wird ebenso nur von Frauen bedient. In dieser Konstellation würde man mit dem Etikett der Homosexualität wohl eher nicht hantieren. In einem anderen Kontext tut man das nur, weil man davon ausgeht, es würde vom Männlichkeitsideal abweichen. An diesem Beispiel sieht man jedoch, auf welch wackeligen Füßen der Begriff steht.

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Kategorie Science · Autor · 6 Kommentare


6 Kommentare

  1. Kommentar von Faktotum
    May 7, 2007 · 10:53 pm

    Eben, finde ich auch (das steht ja auch bei Holger, auf dessen Text ich mich beziehe). Gemeinsam mit zahlreichen meiner Freunde versuche ich deswegen, den Begriff wenigstens in dem von uns frequentierten sozialen Umfeld neu zu besetzen bzw. weiter zu entwickeln. Das macht Spaß und ist keinesfalls verkrampft (was ja einige immer noch denken, zumindest bekomme ich das so mit). Übrigens: Ein Freund meiner Eltern ist tatsächlich Friseur. Und mit welchem “Witz” wird der wohl ständig aufgezogen?

  2. Kommentar von CS
    May 7, 2007 · 10:56 pm

    Das ist so nicht zu 100% richtig. Es gibt verschiedene Arten von Mutationen sowohl bei Männern als auch bei Frauen. (Achtung ab hier muss ich stark in der Erinnerung kramen). Es gibt Frauen die mit bestimmten männlichen “Teilen” geboren wurden. Ich weiß nicht mehr genau was es war, ob ein Y-Chromoson oder Hoden….keine Ahnung. Jedenfalls haben diese Frauen keine tyischen Interessen einer Frau. Sie interessieren sich für Autos und spielen lieber mit G.I. Joe und das obwohl sie andere Vorbilder hatten. Das lässt darauf schließen, dass bestimmte Affinitäten eines Mannes durchaus “angeboren” sind. Anhand dessen könnte man wenn man mehr oder weniger genau weiß was angeboren ist oder nicht sehr wohl Männlichkeit definieren.
    Ich finde leider auf Anhieb nichts zu dem Thema bei Google.

  3. Kommentar von Alexander Trust
    May 7, 2007 · 11:04 pm

    Ich schlage den Bereich der Männlichkeitsforschung vor. ;) Ist ein Abteil der Genderforschung im Bereich der Sozialwissenschaften. Ich mach dieses Semester im Bereich der Literaturwissenschaft die Literatursoziologie um Kafka mit Männlichkeitsbildern…

    Alles, was in den Bereich der Genetik geht, ist derzeit noch viel zu sehr Interpretation. Gleichwie gibt es auch in der Mikroebene die Annahme, dass eben die Akteure mit ihren biologischen Grundlagen sich in der Umwelt bewegen und davon beeinflusst werden. Dass wir die Natur mit der Kultur überformen steht außer Zweifel. Es geht bei solchen Dingen, die du anmerkst, Chris, nur um den Stein der Weisen, nämlich, welche Dinge sind natürlich. Diese allerdings würde ich auf einer… puh… nennen wir sie subsemantischen Ebene, oder sehr groben Ebene bezeichnen. Im Bereich von Mustern, natürlich auch Handlungsmustern. Jeder Mensch ist biologisch zu einem Teil ein Individuum und trotzdem gibt es gewisse Verhaltensweisen doch hinreichend oft. Ich würde also die Unterschiede nicht auf der Eben der ausgeformten kulturellen Muster suchen, sondern woanders.

  4. Kommentar von CS
    May 7, 2007 · 11:30 pm

    Was ist denn der Mensch, wenn nicht das Abbild der “kulturellen Muster” die ihn umgeben? Und wenn nicht diese Ebene, welche dann? “Woanders” kann man wohl nicht gelten lassen.
    Und warum haben wir schon wieder halb eins….

  5. Kommentar von Alexander Trust
    May 8, 2007 · 10:34 am

    Ich sprach ja von diesen, und eben nicht von den biologischen Grundmustern. Rein von der Logik der bisherigen Erkenntnisse auch aus dem Bereich der Hirnforschung sind solche Dinge, die wir von Natur aus differenzieren eher sehr undifferenziert, so wie schwarz und weiß am Auge oder eben halt Kontrast und keinen Kontrast… wir haben in Arealen im Gehirn, so denkt (interpretiert) man, die grundlegende Analge, Muster zu unterscheiden… Zahlen von Farben, von Formen, von, etc. pp. – deshalb glaube ich nicht, dass derart komplexe Dinge, wie kulturelle Werte von Männlichkeit sich in den Genpool einschleichen. Dadurch, dass eben manche evtl. eine andere Wahrnehmung haben, kann es sein, dass sie andere Werte, während ihres Lebens annehmen, weil sie durch ihre Biologie zu einer anderen Biografie getrieben werden. Aber auch hier müsste es im Einzelfall schon sehr weit ab vom Schuss kommen, damit sich da was verändert. Wenn eine Frau auch mit Autos spielt, so ist das in meinen Augen eher nicht in den marginalen genetischen Unterschieden zu suchen. Wenn du verstehst? Tja, warum es wohl nur schon halb eins war?!

  6. Pingback von Vom Essen - Udo Pollmers Thesen vorgestellt | Sajonara.de - Internetmagazin
    July 3, 2008 · 8:31 pm

    [...] sein, so der Einstieg des Interviews, sei Definitionssache, so wie Männlichkeit und viele andere Dinge im Übrigen auch. Die derzeitige Definition eines Schönheitsideals [...]

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