9. May 2007

Gedankenkastration im Kontext von GEZ

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Manche Leute machen sich den lieben langen Tag Gedanken. Einige von ihnen bekommen dann die Gelegenheit, ihre Gedanken öffentlich publik zu machen. In diesem Fall hat sich die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarf von ARD und ZDF (KEF) Gedanken gemacht (vgl. Digital TV). Bestimmt haben die Damen und Herren mit betriebswirtschaftlicher Genauigkeit und vielen Statistiken dann Zahlenspiele betrieben.

Einzig sträubt sich mir dennoch das Hauphaar, wenn ich höre, was als Ergebnis dabei heraus gekommen sein soll. Für nur 1,42 Euro mehr im Monat, könnten WIR (ich bin auch einer) GEZ-Zahler bei ARD und ZDF auf Werbung und Sponsoring verzichten. Was treibt Leute an, überhaupt solche unsinnigen Gedanken für überlegenswert zu erachten?! Am Ende hat die Arbeit dieser Kommission sogar Geld gekostet, das vom Budget der Gebührenzahler in Deutschland getragen wird?! Ernsthaft: Es gab Zeiten, da gab es “keine” Werbung im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Damals kostete die Grundversorgung allerdings viel weniger als heute.

Es ist nicht praktikabel und von uns Gebührenzahlern nicht erwünscht, sich darüber den Hohlkopf zu zerbrechen, auch dann nicht, wenn man in einer Kommission sitzt, wie man für “mehr” Geld Dinge umsetzen kann, die es für weniger Geld schon gab. Viel eher sollte die Institution öffentlich-rechtlicher Rundfunk darüber nachdenken, ob es “dann” nicht an der Zeit ist, sein Angebot zu reduzieren. Es ist eine riesen Sauerei, wenn beinahe autonom gehandelt wird, ohne Rücksicht auf Verluste. Das Problem an der Sache ist lediglich dieses: Wenn man TV schauen oder Radio hören möchte, und selbst wenn man auf die öffentlich-rechtlichen Angebote verzichten wollte, man kann es nicht. Praktikabel wäre eine Abspaltung der Übertragungswege. Diejenigen, die Internet haben, müssen zahlen, weil man ja gucken könnte, diejenigen, die Terrestrik, Kabel, Satellit, etc. verwenden, müssen zahlen, weil man ja gucken könnte.

Warum kommt keiner auf die Idee, dass die öffentlich-rechtlichen Sender eigene Mobilfunkantennen ;) aufstellen, damit sie separat zum Privatfernsehen (das ja in Konkurrenz dazu steht) empfangen werden können?! Stattdessen wird die Preisspirale ohne Mitspracherecht erhöht und erhöht. Von dem von der KEF diskutierten Gedanken ein Mal abgesehen las ich vor kurzem von einer geplanten Gebührenehöhung im Jahr 2009. Es wird so getan, als sei diese unumgänglich, gleichzeitig wird dem Verbraucher nicht die Wahl gelassen, auszusteigen. Auf ARD und ZDF zu verzichten, heißt: auch auf alle anderen Medienangebote zu verzichten. Warum?! Im Prinzip müssten die privaten Fernsehanstalten viel stärker von diesem Potenzial des Unmuts der GEZ-Zahler Gebrauch machen und eigene Stationen anbieten, die ihre Programme verbreiten, auf denen ARD und ZDF keinen Zutritt haben. Es ist keine Selbstverständlichkeit, dass man denselben Satelliten im Orbit benutzt, stattdessen könnte man sich für einen eigenen entscheiden und den Kunden damit die Wahl lassen. Aber nein, wir werden eher in eine Rolle gedrängt, in der wir freiwillig nicht sein wollen. Trotz allem würde uns hinterher sogar noch Strafverfolgung angedroht und wir müssten wider das Gesetz handeln, wollten wir unser Recht als Kunde durchsetzen.

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Kategorie Media, Politics · Autor · 1 Kommentar


Ein Kommentar

  1. Kommentar von Metty
    May 9, 2007 · 11:16 am

    Von mir aus können sie gerne Werbung machen, muss ja nicht direkt die Masse sein wie bei manchem Privaten.
    Und einen gewissen Obulus für die Infrastruktur und den ganzen Kram bin ich auch bereit zu zahlen, aber dann lieber als pauschale Steuer in geringem Umfang.
    Aber alleine die Tatsache das man diesen riesen Aparat GEZ mitzahlt….

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