12. May 2007

Was ist…

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… ein Stöckchen? Dass diese Frage schon geklärt wurde, halte ich persönlich für Unfug. Und das ist nicht böswillig gemeint, sondern lediglich eine kategorische Abgrenzung. Denn in der vermerkten Erklärung, was denn ein Stöckchen sei, wird von dessen Autor lediglich ein Argument von vielen bedacht. Nur auf den Spaß beim Werfen und Fangen von Stöckchen käme es an, nicht aber auf Fragen und Antworten.

Ein Ausschnitt aus dem Teilnehmerfeld

Warum schreibe ich darüber? Nun, weil just jener Blogautor, den ich durchaus manchmal gerne lese, in der Folge dann das Aufklärungs-Stöckchen geworfen hat. Es erreichte mich über Hilmar, der es von Kleinski bekam, der beinahe schon relativistisch damit umgeht. Eine ästhetisch ausgereifte Stöckchen-Aufgreife gibt es mit den Ärzten bei the daily whatever. Dieser hier spricht von der Aktion als einer Art Dekonstruktivismus. Sehr philosophisch, und doch wirklich wie den Nagel auf den Kopf treffend. David Luther “ist” auch bei der Sache. Bei welcher Sache eigentlich?

Des Stöckchens Kern

Bist du dagegen oder dafür? – So lautet die preisverdächtige Frage des Stöckchens. Einzige Bedingung, man dürfe nicht mit Ja, Nein oder 42 Antworten. Was mit der Frage explizit angesprochen wird, ist mir auch nach mehrmaligem Lesen nicht ganz aufgegangen. Heißt es nun, ob wir für oder gegen das Aufklärungs-Stöckchen sind? Möchte Raphael von Soeren Onez von uns wissen, ob wir für oder gegen Stöckchen im Allgemeinen sind? Oder möchte er gar wissen, ob wir seiner Theorie (vom Standpunkt eines an der Hochschule sozialisierten Individuums, muss ich diesen Wortgebrauch an dieser Stelle leider bemängeln *g*) zustimmen oder sie ablehnen?

Meine Meinung

Ich würde gerne letzteres darunter verstehen wollen, und deshalb muss meine dezidierte Meinung also herhalten. Ich reibe mich gerne an der Position, die bei Soeren Onez vorgegeben wurde, um zu einer ausführlichen Antwort zu gelangen. Ganz so abenteuerlich wird es allerdings nicht. Ich bin nämlich der Meinung, dass Stöckchen mehr sind, als nur Spaßveranstaltungen. Und: Stöckchen unterscheiden sich nur unmerklich von anderen Blogeinträgen, und zwar in dem einen Punkt, dass in ihnen ausdrücklich die Aufforderung formuliert wird, sich damit auseinanderzusetzen. Das virale Element kann jeden Blogeintrag zum Stöckchen mutieren lassen. Werden sie doch aufgegriffen und weitergereicht, die 1001 Geschichten aus Kleinbloggersdorf. Sie gehen weg wie warme Semmeln. Ich würde allerdings NIE ein Stöckchen werfen, nur um des Stöckchens Willen. Und wenn eines bei mir ankommt, mit dem ich nichts anfangen kann – Hilmar erinnert sich bestimmt noch an das Kaffee-Stöckchen -, dann kann ich den Fackelzug auch nicht fortsetzen.

In einer Sache gebe ich Raphael von Soeren Onez allerdings Recht – die Stöckchen-Kultur sollte ein wenig überdacht werden. Wir sollten das virale Element einsetzen, wie zuletzt bei der Weblogzählung, nicht einfach nur wegen Spaß an der Freud’. Leser wie Blogger, Leserinnen wie Bloggerinnen sind angesprochen, in Zukunft die Interaktivität noch besser für ihre Zwecke einzusetzen. Meinungsbildungsprozesse können auf diese Weise entstehen, und ein virtueller Diskurs, dessen Kreis sich vielleicht an einer Stelle im virtuellen Blogosphärendschungel wieder schließt. Eine Meinung zu haben, finde ich nicht unwichtig, und deshalb würde ich auch nicht darauf verzichten wollen, Leute über Stöckchen an einem Diskurs teilhaben zu lassen.

Wer muss dran glauben?

Ob dies ein wichtiger Diskurs ist oder nicht, das muss jeder für sich selbst entscheiden. Wenn jemand gerne mit über den Sinn oder Unsinn von Stöckchen diskutieren möchte und die Eingangsfrage beantworten möchte, so sei er herzlich dazu eingeladen. In diesem Fall stelle ich zumindest eine Anfrage an folgende Blogger aus meiner Blogroll: Aufgefallen, Discobeats und Text & Blog. Und warum müssen gerade diese dran glauben und nicht andere? Nun, weil, wenn meine Erinnerung mir keine Streiche spielt, sie die drei sind, die ich zuletzt zu meiner Blogroll hinzugefügt habe. Daumen hoch.

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Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 11 Kommentare


11 Kommentare

  1. Kommentar von soeren onez
    May 13, 2007 · 6:10 pm

    Manueller Ping, da ich keine Trackbackadresse gefunden habe. Ich habe auf diesen Artikel geantwortet. Aber Alexander, könntest du bitte meinen Nachnamen aus dem Artikel rausnehmen? Ist nicht schlimm und es steht ja auch auf meinem Blog, wie ich heiße, aber ich nutze nicht ohne Grund dieses Pseudonym Soeren Onez. Dank dir.

  2. Kommentar von Alexander Trust
    May 13, 2007 · 6:14 pm

    Ich werd es tun, so wie ich es bei Chris von f!xmbr auch mal getan habe. Aber Leute, seid euch bewusst, dass diese Anonymität für die Katz ist. Zudem möchte ich nicht eines Tages so Etwas wie bei manchen Promis erleben und euch murren hören, wenn jemand zu sehr in euer Privatleben eindringt. Jeder, der sich hier zu schaffen macht, der bewegt sich “quasi” in der/einer Öffentlichkeit.

  3. Kommentar von soeren onez
    May 13, 2007 · 6:27 pm

    Ich schreibe gerade einen Artikel, wo ich das erkläre, werde ihn morgen online stellen. Es geht mir nicht um Anonymität. In meinem Impressum steht mein voller Name und auf der Seite “Über den Autor” auch. Es ist nur so, dass ich eben für meinen Blog einen “Künstlernamen” geschaffen ahbe unter dem ich eben auch erkannt werde.
    Wiedererkennungswert. Die Kontrolle des Googleindex und somit Privatsphäre ist eh recht schwierig und da würde ein Blogeintrag nicht ins Gewicht fallen. Ich will mich nicht aus der “Öffentlichkeit” entziehen, aber man muss sich auch nicht künstlich in ihr Licht stellen, oder?

  4. Kommentar von Alexander Trust
    May 13, 2007 · 6:31 pm

    Ah. Daher weht der Wind. Wobei, dann müsste ich ja Raphael mit Soeren Onez ersetzen. Soll ich das für dich tun?

  5. Kommentar von soeren onez
    May 13, 2007 · 6:38 pm

    Musst du nicht. Im Sinne der Wiedererkennbarkeit wäre es schön, aber was solls, ist eh schon von allen bei dir gelesen worden. Nachname muss eben wegen künstlicher Öffentlichkeit nicht sein, ist aber sicher nichts weltbewegendes.

  6. Kommentar von Alexander Trust
    May 13, 2007 · 6:51 pm

    Nun, ich kann aber ja deinem Wunsch trotzdem nachkommen, wenn ich selbst keine Einwände habe. Hab den Text oben ein wenig umgemodelt. ;)

  7. Kommentar von soeren onez
    May 13, 2007 · 6:58 pm

    Danke, dann würde ich doch mal sagen, auf gute Zusammenarbeit. Habe in nächster Zeit viel zu tun und wenig Zeit, aber wie wäre es wenn wir gemeinsam einen solchen ThinkTank entwickeln. Nicht indem wir einen Blog aufmachen und das soweit wie Möglich propagieren, sondern durch Beispiele. Einfach anfangen und Randideen an kompetente Blogger weiterreichen, mal sehen, vielleicht stößt die Idee auf Nachahmer und die angefixten machen mit. Dabei ist dann nicht mehr wichtig ob A oder Z-Blogger, sondern einzig und allein, dass alle davon profitieren. Durch Qualitätsgewinn.

  8. Pingback von Das Stökchen Stöckchen. — Aufgefallen!
    May 15, 2007 · 9:29 am

    [...] habe ich von Alexander mein erstes Stöchen zugeworfen bekommen. Es entbehrt nicht einer gewissen Ironie das dieses erste Stöckchen das Thema [...]

  9. Kommentar von Markus
    May 17, 2007 · 12:59 am

    Danke für das Stöckchen, das ich als notorischer Stöckchen-Ablehner leider ausschlagen muss.

  10. Kommentar von Alexander Trust
    May 17, 2007 · 1:01 am

    Gerne doch.

  11. Pingback von Blogs und Kommunikation
    May 22, 2007 · 11:42 pm

    [...] sinnfreien Frage “bist du dafür oder dagegen” ist über einige Stationen bei Sajonara aufgeschlagen und ist dort zu Recht als Unfug deklariert worden. Die Frage wurde zwar [...]

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