25. May 2007

GCForum: Spam, den ich nicht leiden kann

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Dass ich versuche, mir hier etwas aufzubauen, und deshalb auch so gut es geht noch Zeit in die Bloggerei investiere, dürfte einigen Leuten nicht verborgen geblieben sein. Dass allerdings manche Marketing-Abteilungen dies zum Anlass nehmen, um ungewollt ihren Marketingsermon loszuwerden, finde ich nicht gut.

An blogverlag [at] sajonara . de ging vor zwei, drei Tagen ein Mail der Firma GCForum, die auf der gleichnamigen Domain zu Hause ist, nebst Topleveldomain für Deutschland (.de). Darin schreibt stellvertretend eine Antje Klein zunächst, dass man mich/uns vom Sajonara Blogverlag anspräche, weil man damit auf eine Pressemitteilung von uns reagiere. Alsdann folgt eine Liste von Angeboten für Marketing-Seminare. Von Rhetorik bis hin zu Marketing und Vertrieb oder den Umgang in schwierigen Verkaufsverhandlungen ist alles dabei. Ich löschte dies Mail, weil ich kein Interesse an überteuerten Seminaren habe, die man zum Teil auch in der Volkshochschule besuchen kann. Zum Teil habe ich jedoch während meines Studiums – quasi kostenfrei – Sprachpraxisseminare bekommen, eine Ausbildung in Schmalspur-Rhetorik, da diese zum Pflichtprogramm während eines Linguistikstudiums gehörte.

Frau Antje Klein lässt nicht locker, sie meldet sich dann jetzt schon wieder, und zwar schreibt sie an die Adresse presse [at] sajonara . de. Ebenfalls eine Mailadresse, die in den offiziellen Pressemitteilungen von uns veröffentlicht wird. Liebe Frau Klein, Ihre Argumentation ist ein Autotext, der lediglich im ersten Satz verändert wurde – doch recht einleuchten tut sie mir trotzdem nicht. – Schreibt sie doch:

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ihre vor einiger Zeit geschaltete Pressemitteilung nehmen wir zum Anlass, Sie
über aktuelle Seminare für Marketing, Verkauf und Kommunikation zu informieren:
[...]

Sehr geehrte Frau Klein und sehr verehrter Geschäftsführer, Herr Bernd Zeutschel, von der Global Competence Forum GmbH in der Schlossbergstraße 10 in 72070 Tübingen, lassen sie sich gesagt sein, dass bloß, weil jemand Pressemitteilungen herausgibt, er SIE ganz bestimmt nicht einlädt, seinen elektronischen Mailverkehr zu verstopfen und ihm kostbare Zeitkorridore mit nutzlosen Informationen zuzukleistern.

Wäre ich Rainer Meyer alias Don Alphonso, hätten Sie, lieber Herr Zeutschel, jetzt schon eine Anzeige von mir am Hals. Ich bin jedoch Alexander Trust und hoffe, dass es ausreicht, ein wenig Publicity für Ihr dubioses Geschäft zu machen, damit Sie in Zukunft nicht wieder ungefragt irgendwelche Postfächer zuspammen. Es gibt in Deutschland mittlerweile eine eindeutige Rechtslage in diesen Fragen. Vielleicht sollten Sie Ihr Kursportfolio dahingehend optimieren, dass Sie sich zunächst selbst in derlei Dinge fortbilden können. Solch ein Spam könnte Sie ansonsten in Zukunft teuer zu stehen kommen.

Hinzufügen zu del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
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Kategorie Media · Autor · 9 Kommentare


9 Kommentare

  1. Kommentar von Frederic Schneider
    May 25, 2007 · 9:59 pm

    Ich habe solch eine E-Mail ebenfalls bekommen. Schlimm.

  2. Kommentar von Andreas F.
    May 26, 2007 · 8:47 am

    Den gleichen Spam habe ich unter dem Firmenaccount auch bekommen. Typischer Fall von “wir wissen, dass wir Spam verschicken, versuchen aber so zu tun, als wenn es keiner wäre”. Ein Klick auf das Spam-Symbol im Thunderbrid, und ich hatte damit meine Ruhe.

  3. Kommentar von Alexander Trust
    May 27, 2007 · 10:31 am

    Na ja, ich benutze auch ein Spam-Tool. Allerdings kenne ich kein solches, dass nicht die Suche von Hand, nach etwaigen “falsch” eingerodneten Mails nicht obsolet machen würde. Man könnte dem Computer vertrauen, doch das kann böse ins Auge gehen. Die Rechtfertigung von denen ist sehr, na ja… lapidar und lächerlich.

  4. Kommentar von Bernd Zeutschel
    November 10, 2008 · 5:14 pm

    Wir entschuldigen uns für die Zusendung der in Ihrer oben genannten Blog-Nachricht erwähnten Pressemitteilung an Ihr Internet-Magazin.

    Unsere Marketingabteilung ist angewiesen, Pressemitteilungen nur an die Redaktionsabteilungen von Verlagen zu senden und dies nur mit deren Zustimmung zu tun. Weiterhin müssen gemäß hausinterner Vorgabe alle Pressemitteilungen gemäß der aktuellen Rechtssprechung (unter anderem inklusive Impressum und inklusive einer einfachen Möglichkeit zur Löschung aus unserem Presseverteiler) versendet werden.

    Sollte eine unserer Vorgaben bei einer Versendung nicht berücksichtigt worden sein, so bedauern wir dies. Bitte informieren Sie bei solch einem Fall die Geschäftsleitung unseres Unternehmens.

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernd Zeutschel
    Geschäftsführender Gesellschafter

  5. Kommentar von Kelson
    June 18, 2010 · 12:56 pm

    Wir sind in 2010… und diese Firma spamt weiter.

  6. Kommentar von Xay
    June 30, 2010 · 2:22 pm

    Übrigens, wer folgendes auf seiner Seite (Impressum) schon veröffentlichen muss:

    Schutzrechtsverletzung

    Falls Sie vermuten, dass von dieser Website aus eines Ihrer Schutzrechte verletzt wird, teilen Sie das bitte umgehend per elektronischer Post an info@gcforum.com mit, damit zügig Abhilfe geschafft werden kann. Bitte nehmen Sie zur Kenntnis: Die zeitaufwendigere Einschaltung eines Anwaltes zur für den Diensteanbieter kostenpflichtigen Abmahnung entspricht nicht dessen wirklichen oder mutmaßlichen Willen.

    …. der weiß genau, dass er sich mit einem Bein auf nicht legalem Boden bewegt.
    Sowas habe ich noch nie gesehen in meiner ganzen B2B, B2P, P2P, etc Internet-Zeit *g*

  7. Kommentar von Jan
    July 21, 2010 · 2:30 pm

    Spam-Verschickern das Leben schwer machen

    Ich antworte auf spam, indem ich so tue als wäre ich über die Zusendung begeistert, hätte nur noch ein paar Fragen.
    Dann kommen ein paar Absätze, die ich aus Wikipedia kopiere. So nehme ich mir ein bißchen Zeit zurück, die die Spam-Versender den 100-Tausenden klauen. Es ist eine Befriedigung, wenn die Antworten auf meine Nonsens-mail kommen, ob ich die Fragen noch mal stellen könnte.

    Wenn mehr diese Methode verwenden würden, würden die spammer selbst zugemailt und würden nicht mehr zwischen ernsthaften und falschen Anfragen unterscheiden können.

    Ein Beispiel füge ich unten an. (spam zu einem Rhetorik-Workshop von GC-Forum)
    Schönen Gruß, Jan.

    Sehr geehrte Damen und Herren,

    Ihre – überraschend kommende – mail hat mit genau zum richtigen Zeitpunkt erreicht. Ich interessiere mich sehr für Ihren Workshop. Ich habe noch folgende Fragen:
    Die Aufgabe der Rede ist es, den Zuhörer von einer Aussage zu überzeugen oder zu einer bestimmten Handlung zu bewegen. Insofern die Rhetorik die Kunst der Rede ist, stellt sie hierzu die Mittel bereit, als Theorie der Überzeugung analysiert sie diese. In dieser Hinsicht enthält Rhetorik immer eine Doppelaufgabe und soll sowohl Kunst als auch Wissenschaft sein. Einmal geht es um die Kunst, Menschen von einer Ansicht zu überzeugen oder zu einer Handlung zu bewegen, zum anderen um die Wissenschaft vom wirksamen Reden.

    Schon bevor die erste ausdrückliche Theorie der Überzeugung von Aristoteles ausgearbeitet worden war, gab es die Praxis der Rhetoriklehrer und existierten Rhetorikhandbücher. Die Rhetoriker gehörten zudem teilweise zur Bewegung der Sophisten und legitimierten die Überredung mit der Ansicht, dass eine Wahrheit nicht existiere oder wenn, sie nicht erkennbar sei. Im Mittelalter gehörte die Rhetorik neben Logik und Grammatik zum Trivium des in der Antike entstandenen Kanons der Sieben freien Künste.

    In der Aufklärung wurde der Rhetorik vorgeworfen, den Fokus nicht auf die Vernunft und die rationale Erkenntnis zu lenken, und sie wurde zunehmend aus dem Alltag, den Wissenschaften und dem Denken verdrängt. Daher wird unter Rhetorik meist nur noch eine Technik der Rede und der Textanalyse bzw. eine Theorie und Praxis der Rede und des Gesprächs verstanden. Wissenschaftliche Arbeiten zur Rhetorik beschäftigen sich – vor allem seit der Mitte des 20. Jahrhunderts – überwiegend mit dem Gespräch sowie mit Fragen der Rede- und Gesprächspädagogik; die Forschungen kommen aus unterschiedlichen Wissensgebieten: der Sprechwissenschaft, der Linguistik (vor allem dem Sprachgebrauch in der Werbesprache), der Psychologie, der Pädagogik,

  8. Kommentar von Bernd Zeutschel
    October 31, 2010 · 1:25 pm

    Guten Tag Jan,

    bitte informieren Sie uns, wann Sie das oben erwähnte Rhetorik-Newsletter erhalten haben und an welche Ihrer E-Mail-Adressen es ging.

    Unsere Rhetorik-Newsletter dürfen gemäß firmeninterner Richtlinie nur an den hierfür vorgesehenen Interessenten-Verteiler versendet werden. Dazu ist eine Newsletter-Registrierung auf unserer Website erforderlich.

    Fair wäre es, wenn Sie uns direkt kontaktieren würden. So erhalten die Kritisierten zumindest eine reale Möglichkeit der Fehlersuche Richtigstellung. Und – sofern Fehler gemacht wurden – natürlich der Korrektur.

    Es ist leicht, Unternehmen und Personen im Internet anonym an den Pranger zu stellen oder ihnen – wie in Ihrem Falle – aufgrund von Spam-Verdacht Arbeit verursachen zu wollen. Oft findet man solche Anprangerungen als Unternehmen leider nur zufällig.

    Wir bitten um Ihre zeitnahe Antwort, damit wir eine faire Chance zur Nachforschung erhalten.

    Danke für Ihre Bemühungen!

    Mit freundlichen Grüßen

    Bernd Zeutschel
    Geschäftsführender Gesellschafter

  9. Kommentar von Bernd Zeutschel
    October 31, 2010 · 1:48 pm

    Guten Tag Xay,

    Ihre Deutung unseres Website-Impressums entspricht nicht den Tatsachen.

    Der von Ihnen zitierte Standardtext wird nicht speziell von uns, sondern von vielen weiteren namhaften und seriös arbeitenden Organisationen, Unternehmen und Verlagen verwendet.

    Näheres finden Sie hierzu, indem Sie Textteile bei Google eingeben.

    Mit freundlichen Grüßen
    Bernd Zeutschel
    Geschäftsführender Gesellschafter

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