Eva K. Hinte von Bondea im Interview
{5}
Bondea ist ein soziales Netzwerk “nur” für Frauen. Es tritt als Konkurrenz gegen das StudiVZ an, so zumindest könnte die erste Assoziation dabei sein. Sowohl von der derzeitigen Gesellschaftsform (Limited), als auch vom Ort des Geschehens (Berlin) aus verglichen, tun beide Netzwerke sich nicht viel. Hingegen spricht die Nutzerzahl – selbst wenn man die vielen Karteileichen beim StudiVZ endlich endlich aussortieren würde – wohl derzeit noch für den Holtzbrinck-Bonkerrr. Ich stellte der Vorsitzenden der bondea ltd. die obligatorischen “7″ Fragen, in der sowohl die Idee zu bondea, als auch die Einschätzung der Konkurrenz zum StudiVZ, und die jüngsten Eskapaden beim von bondea ausgeschriebenen BLOGine Award 2007 angesprochen wurden (vgl. Artikel vom 21. Mai. 2007).
***
Alexander Trust: Seit wann gibt es bondea, und wie kam es zu der Idee?
Eva K. Hinte: Die Idee zu bondea ist im Frühjahr 2006 entstanden. Damals kamen zwei Kinder aus dem Bekanntenkreis ins Krabbelgruppenalter. Immer wenn ein Termin abgesagt oder verlegt werden musste, wurde bei unseren Bekannten alles recht hektisch.
Im Gespräch kam dann die Frage auf ob es sowas wie OpenBC nicht auch für Frauen bzw. Mütter gäbe. Da wir alle keine ähnliche Plattform kannten, haben wir dann im Mai/Juni letzen Jahres angefangen die Ideen zu konkretisieren.
Ebenso bald war aber auch klar, dass bondea ein Freundinnen Netzwerk mit speziellen Funktionen für Mütter sein sollte aber keine reine Mutterplattform.
Das Unternehmen haben wir dann im November 2006 gegründet und sind am 20. Februar mit bondea online gegangen.
Alexander Trust: Warum hat man sich für die Gesellschaftsform einer Limited entschieden?
Eva K. Hinte: Das Companies House in England hat 17 Stunden am Tag geöffnet, Gewerbeämter in Deutschland oft weniger als 17 Stunden die Woche, es war einfach leichter einen Termin zu kriegen ![]()
Eine Kapitalgesellschaft ist ab einem gewissen Zeitpunkt unverzichtbar. Will sich ein Dritter an der Gesellschaft beteiligen wird er das aus Haftungs- und steuerlichen Gründen nicht an einer Personengesellschaft tun. Die Limited haben wir der deutschen GmbH vorgezogen, weil seit ungefähr 5 Jahren über eine Reform der GmbH-Gesetze gesprochen wird. Mal geht es in die eine Richtung und dann wieder in die Andere mit dem Ergebnis, dass selbst viele Notare bei der Frage nach den Entwicklungen in der Zukunft nur noch mit den Schultern zucken.
Alexander Trust: Inwiefern differenziert sich bondea von anderen Social Networks, insbesondere vom StudiVZ-Projekt? Und welche Zielgruppe soll damit vor allem angesprochen werden?
Eva K. Hinte: bondea ist im Gegensatz zu anderen Angeboten nur für Frauen, mit der Möglichkeit der Vernetzung über eigene Aktivitäten und Interessen sowie über die Eigenschaften der eigenen Kinder. Zum StudiVZ Projekt sehen wir wenige Überschneidungen.
Alexander Trust: Hatte man bei der Gründung des Portals den so genannten “Stalking-Skandal” im StudiVZ im Hinterkopf und wollte deshalb ein Netzwerk “nur” für Frauen anbieten? Oder spielten derlei Gedanken keine Rolle? Gibt es im Netzwerk auch eine “Gruschel”-ähnliche Funktion?
Eva K. Hinte: Den „Stalking-Skandal“ hatten wir nicht im Kopf als es zu der Idee kam. Die Idee zu bondea ist ja bereits vor diesem Skandal entstanden. Ich denke viele Frauen und Männer brauchen ihre Orte an denen Sie unter sich sein können. bondea bietet Frauen die Möglichkeit im Internet unter sich zu sein und sich über alles auszutauschen was interessiert und Freude macht.
Bei bondea gibt es keine „Gruschel“ -ähnliche Funktion.
Alexander Trust: bondea veranstaltet derzeit die Wahl zur BLOGine 2007, einem Preis für die beste Bloggerin. Dient der Wettbewerb Marketingzwecken, oder steckt dahinter noch mehr? Beispielsweise die Stärkung der Weiblichkeit in der Blogosphäre?
Eva K. Hinte: Bei der Überlegung wie man herausstellen könnte, dass Frauen ebensoviel bloggen wie Männer, ist mir die Idee zum BLOGine Award gekommen. So können wir den, bei Lesern, beliebtesten Frauenblog finden und erstellen auch gleich eine Liste der beliebtesten Frauenblogs.
Es wäre unehrlich zu behaupten, dass wir bondea damit nicht bekannter machen möchten, dies steht aber nicht im Vordergrund Preise dienen fast immer Marketingzwecken, i.d.R. profitieren in erster Linie Teilnehmer und Sieger. Der Ausrichter kommt meist dahinter. Es gibt einen Preis für die beste Journalistin und nun gibt es auch einen Preis für die beste Bloggerin.
Alexander Trust: Beim Voting zur BLOGine traten erste Probleme auf, und in manchen “Teilnehmerinnen”-Blogs wird außerdem von Zickenterror in Kommentarsträngen berichtet. Wie geht bondea als Betreiber damit um?
Eva K. Hinte: Wir hatten nicht damit gerechnet, dass das Ganze so viel Aufmerksamkeit auf sich zieht und hatten nicht erwartet das über 100 Vorschläge eingehen würden.
Wir verwenden für das Voting das Wordpress Plug-In WP-Polls in der aktuellsten Version. Wie bei allen Wahlen gibt es auch bei uns ungültige Stimmen und Personen die das Ergebnis unsportlich beeinflussen wollen. Wenn man sowas feststellt muss man dieses Stimmen entfernen.
Der wahrgenommene Zickenkrieg übersteigt den tatsächlichen Zickenkrieg um ein Vielfaches. Es gab in den Kommentaren von Nominierten über andere Nominierte weniges was wirklich negativ war. Die negativen Kommentare, die zum Teil leider auch unsere Nominierten betreffen, wurden vor allem von unbeteiligten Personen geschrieben. Über das was in anderen Blogs geschrieben wurde haben wir verständlicherweise keinen vollständigen Überblick.
Als Veranstalter wundert und ärgert man sich, dass versucht wird uns und Anderen den Spaß an der Sache zu verderben, und macht sich Notizen für die BLOGine 2008.
Alexander Trust: Zum Abschluss: Wo genau möchte bondea sich dauerhaft positionieren und kann man ausschließen Fehler, die die Konkurrenten begangen haben, zu wiederholen?
Eva K. Hinte: Ich denke Teil eins der Frage ist bereits zuvor beantwortet worden.
Fehler kann man niemals vollständig ausschließen, schließlich sind wir ja auch nur Menschen. Wir legen aber sehr großen Wert auf die Sicherheit unseres Systems und arbeiten ständig daran ein Maximum an Qualität zu gewährleisten. Aber um drauf genauer eingehen zu können müsste ich wissen welche Konkurrenten und vor allem welche Fehler gemeint sind (d. Red.: Es wird überlegt, das Interview an dieser Stelle noch fortfahren zu lassen).
Hinzufügen zu Technorati, del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
Tags bondea, Eva-K.-Hinte, Interview, Social-Network, Web-2.0
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 5 Kommentare

May 27, 2007 · 8:01 pm
[...] landet, da wir mittlerweile schon zwei Artikel zu bondea veröffentlicht haben, zuletzt ein Interview. Da ich nun den ersten Artikel an dieser Stelle hinter dem Wort “bondea” erneut [...]
May 28, 2007 · 7:10 pm
[...] Insofern gibt es auch bei der Blogine ein Happy End und wir freuen uns auf eine spannende Fortsetzung im nächsten Jahr… [...]
May 29, 2007 · 2:31 pm
[...] am Sonntag wurde ein Interview veröffentlicht, dass ich in der letzten Woche beantwortet [...]
May 30, 2007 · 1:04 pm
Hallo.
eine kleine Frage:
Wurde das irgendwo vor dem Start des Wettbewerbs festgelegt, was “Fair Play” und was “Regelverstoß” ist? Sprich: Gab es irgendwo Rahmenbedingungen des Wettbewerbs?
Ich persönlich fand die Idee mit dem Button klasse.
Hab das ganze nicht so verfolgt, gab es noch andre “Unsportlichkeiten” ?
Ach ja: Wie kann man im vituellen Raum sein biologisches Geschlecht belegen? Darüber solltet Ihr bei bondea Euch ja schonmal Gedanken machen, wenn ihr eine “Frauen-Community” (wohl explizit auch “nur für Frauen gedacht”) starten wollt …
May 30, 2007 · 3:51 pm
[...] Stimmen, die sich dem Award widmeten. Auch die Ideengeber bekamen die Möglichkeit, sich in einem Interview den Ereignissen zu stellen mit einer spannenden Fortsetzung im nächsten [...]