Blogosphäre: Die, wo kritikfähig sind.
{8}Blogs sind unverkäuflich schrieb die Tellermine Kunstharzfigur Don Alphonso. Ich wagte es, eine Replik zu formulieren. Zunächst erschien der Pingback unter dem entsprechenden Artikel in der Blogbar. Mittlerweile jedoch ist er fort, und eine emsige, einseitige Diskussion wird weitergeführt. Man muss sich, als Hausherr und Blogbesitzer, sicherlich nicht auf der Nase rumtrampeln oder beleidigen lassen. So wie jeder gute Restaurantbesitzer hat man die Möglichkeit, König Kunde auf die Straße zu setzen.
Blogger sind käuflich
Dieses Wortspiel erinnert lediglich wieder daran, dass ich der Aussage dieses rot-gelben Blogger-Placebos nicht zustimme. Denn ich bin der Auffassung, dass, ganz gleich ob mit Werbung oder ohne, sich jeder, der bloggt – dass sich sogar jeder, der eine Internetseite betreibt, gleichzeitig auf eine Weise verkauft (vgl. dazu meine Replik). So auch Don Alphonso, und so eben auch meine Wenigkeit. Aber anstatt mit dieser Eigenschaft zu leben, und das Beste drauß zu machen, wird dann und wann mit der teuersten Ignoranz reagiert.
Das Minenfeld Blogosphäre?!
Peter Schink lieferte mir letztens einen Denkanstoß, als er die Metapher des Legosteins mit Facebook in Verbindung brachte. Stefan Niggemeier – Medienjournalist – tut dies nun mit der Bezeichnung des Minenfeldes. Und als ob das noch nicht genug sei, handelt der Artikel zudem von dem Präzedenzfall eben jenen Placebo-Blogger betreffend. Mit Minenfeld hätte Stefan Niggemeier gut und gerne die Blogosphäre meinen können. Hat er vielleicht sogar. Doch ich drehe und wende diese Metapher und erachte sie als nicht ganz zutreffend.
Werbung in (un)eigenster Sache (nach Don Alphonso)
Ans Eingemachte: Nicht nur der Pingback ist unter dem Artikel verschwunden, sondern ebenso wird mir nun das Kommentieren an der Blogbar verwehrt. Don’t feed the Trolls heißt es, und wie oben angemerkt, ist es in Ordnung, wenn man beleidigt wird, die Reißleine zu ziehen. Das allerdings ist an dieser Stelle nicht geschehen und auch nirgends sonst in der Blogosphäre.
Vor kurzem startete der Fons zudem eine Kohorten-Kampagne, ganz uneigennützig. Die Blogger von f!xmbr wurden von ihm in den Adelstand erhoben, da er direkt auf sie verlinkte. Der einzige Unterschied zwischen den Herren und mir (denn ich wurde ebenfalls schon mal von der Blogbar verlinkt) – sie geben keine Widerworte. Aber sie vertragen eben auch keine Kritik. Denn ebenso, wie ich an der Blogbar Hausverbot habe, so gilt dies auch für den Blogsumpf von f!xmbr, die zum Stänkern im Kontext der Weblogzählaktion vorbeikamen, aber ansonsten alle Nase lang Leuten Hausverbot erteilen. Ich kenne einige davon, und Stammleser von f!xmbr dürften die Komplimentierungen in den Kommentaren nachverfolgen können.
Diskurs fördern, oder Egoismus leben?!
Der Gedanke von Internet und Meinungsfreiheit wird von derlei Barden im Vakuum torpediert. Sie trällern ihr Liedchen holen zum Tiefschlag aus, sind dann allerdings nicht damit einverstanden, wenn ein wenig Lack von der gar nicht so weißen Weste abgekratzt wird. Sie unterstützen Aktionen gegen den Innenminister und schreien am lautesten, wenn jemand in Heiligendamm einen Zaun baut. Doch sie verbarrikadieren sich selbst dermaßen, dass man sich in eine Endzeitatmosphäre versetzt sieht, wenn man sich darauf einlässt die Blogluft bei ihnen zu schnuppern. Und es sind eben nicht nur diese, sondern es sind noch andere. Es riecht dort oft genug nach dem Duft von Opportunismus.
Das Internet kann der Diskursmotor für die kommenden Probleme darstellen, wenn Leute Flagge zeigen und ihre Expertise nicht einfach bloß zum Selbstzweck zur Schau tragen. Manche verdienen sich hingegen lieber ihre narzisstischen Lorbeeren. Als Katalysator wird das Internet jedoch nicht funktionieren, wenn man es in seiner Funktionsweise kastriert. Ach ja, das sind nur meine zwei Cent. Danke.
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Tags Blogosphäre, Don-Alphonso, f!xmbr, Kritik
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 8 Kommentare

June 2, 2007 · 7:33 pm
Don ist Don, ist Don, ist Don.
Es ist doch nicht schlimm, wenn sich gewisse Menschen zu ernst nehmen, aber warum tun es die anderen?
June 2, 2007 · 7:58 pm
@Jaoquin: Da ist was dran, ich lese in letzter Zeit mehr über den großen Don, als vom großen Don.
Der Artikel hier hat aber meine absolute Zustimmung.
June 2, 2007 · 8:38 pm
Nun, solche wird es immer geben… aber deshalb muss man sie nicht wie Ölgötzen anstarren. Ich habe Don lange genug beobachtet, seine Texte gelesen. Damals mit dem Interview mit “Der Presse” war es der erste Versuch, dass ich versuchte, etwas lautstärker auf Ungereimtheiten aufmerksam zu machen. Schon damals stand ich kurz vor dem Rauswurf bei der Blogbar. Ich habe dann eine Weile nicht kommentiert.
Es gibt durchaus Überschneidungen in der Kritik, die Don manchmal äußert. Ich finde es ehrlich gesagt sehr kontraproduktiv, wie sehr man sich gegenüber den Meinungen anderer verschließt. Das ist keine Basis für Kommunikation und für Diskurs, und eben bald schon nicht mehr demokratisch. Wenn mir 100 Leute aufs Dach steigen, weil sie mit meiner Meinung nicht einverstanden sind, sollte ich vielleicht auch mal ins Grübeln kommen, ob nicht ich irgendwas Falsches gesagt habe. Aber unantastbar zu sein – mh, das wirkt auf manche anziehend, die auf der Suche nach einer Ikone sind. Aber ich denke gerne selbst. Deshalb schätze ich Personen, die den Diskurs nicht scheuen. Man kann gerne auch unterschiedlicher Meinung sein. Das hindert einen nicht, in gewissen Dingen auch gemeinsam Fortschritte zu erzielen.
June 3, 2007 · 11:20 am
[...] die Autoren nicht zu den geduldigsten Zeitgenossen gehören, erwähnte ich bereits (vgl. “Blogosphäre, die wo kritikfähig sind.“). Doch zunächst sollten wir f!xmbr dankbar sein, dass und was sie ans Tageslicht förderten [...]
June 4, 2007 · 8:17 pm
Hi Alexander,
einfach einen Schlußstrich ziehen. Irgendein DA ist kein relvantes Thema mehr für mich.
Jemand der sich so hartnächkig gegen Kritik wehrt und nur seine Satrapentruppen um sich duldet, braucht man m.E. nicht mehr beachten.
Zudem jemand dessen Ego regelmässig überkocht und der dann austeilt, ansonsten aber über ein ausgesprochens Glaskinn verfügt. Der Bohlen von Blogersdorf eben.
June 4, 2007 · 9:28 pm
Lass ihn überkochen. Aber es wäre hilfreich, wenn die Blogosphäre nicht aus lauter Singleplayer-Formaten bestehen würde, die sich gegenseitig das Wasser abgraben wollen. Man kann durchaus gemeinsame Aktionen starten und ne Menge bewegen.
June 5, 2007 · 9:35 am
Ich habe Don Alphonso nicht in meinem Feed Reader, lese ihn aber hin und wieder. Mir gefällt eigentlich sein Schreibstil und generell jeder Blogger, der seine Meinung stark oder provokativ vertritt.
Was Herr Alphons als „Satiriker“ mit den großen aus dem Fernsehen gemein hat (z.B. Harald Schmidt, Stefan Raab und als aktuelles Beispiel:Atze Schröder), dass „Witze“ auf deren eigene Kosten als Majestäts-Beleidigung empfunden werden. Die Schubladen die diese Jungs teilweise bedienen, sind schon manchmal sehr niedrig und die Hiebe treffen regelmäßig die Nierengegend der „Opfer“ oder gehen unter die Gürtellinie.
Aber meine Herren, wer immer ordentlich auf die Kacke haut, muss auch was abkönnen.
July 18, 2009 · 2:36 am
[...] mir diese Woche sehr gefallen hat, sind zwei Beiträge auf Sajonara. Blogosphäre: Die, wo kritikfähig sind und Warum Don Alphonso in einer Blase gefangen [...]