3. June 2007

Grimme Online Award: Fake 2007… und mehr.

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Besser spät als nie, und diese Latenz hat zudem dann ja noch den Effekt der Wiederholung beim Konsumenten, was den Gedanken im Kopf schärft. Dass ich einen Kurzgeschichtenwettbewerb veranstalte, ist kein Geheimnis. Dass ich deswegen nicht direkt für den Grimme Online Award ins Spiel gebracht werde, ist nur natürlich. *G* Einer der hier Mitschreibenden wollte sich ebenso mit einer Geschichte für den Wettbewerb beteiligen – ich lehnte ab. Schon bei Gewinnspielen gibt es die Regel, dass Mitarbeiter des Unternehmens und Familienangehörige nicht berechtigt sind, teilzunehmen.

Der Grimme-Preis indes legt offenbar keinen Wert mehr als ernsthafte Auszeichnung interpretiert zu werden. Das ist, was sich meiner Meinung nach herauskristallisiert, hat man dort doch eine Webseite nachnominiert, bei der ein Jury-Mitglied mit angestellt ist. Das führt eindeutig zu Konflikten. Doch – wer möchte Preise gewinnen? Offenbar wir alle, die wir nicht darüber berichtet haben (vgl. f!xmbr am 31. Mai). Denn die Blogosphäre ist böse, wie wir nicht erst seit der Blogkiller-Affäre wissen. Ich verlinke übrigens nicht, weil ich sonst Hausfriedensbruch betreiben würde. Man muss den Wunsch anderer Leute auch respektieren.

Wir sind mal Gutmenschen und anderntags Individuen, die sich keine Meinung erlauben können, weil sie gar keine Meinung haben. Wir? Wer sind wird? Nun, zumindest scheinen wir einen Teil der Bevölkerung abzubilden, da es einige bloggende Schreiberlinge gibt, wie wir vom Blogcensus noch erfahren werden.

Gesucht und gefunden hat man den Bösen zum Beispiel bei f!xmbr (vgl. Artikel vom 31. Mai 2007). Dort also, wo der Name zwar im Impressum steht, jedoch nicht abgedruckt werden soll. Dass die Autoren nicht zu den geduldigsten Zeitgenossen gehören, erwähnte ich bereits (vgl. “Blogosphäre, die wo kritikfähig sind.“). Doch zunächst sollten wir f!xmbr dankbar sein, dass und was sie ans Tageslicht förderten und nachbohrten. Danke. Und doch kommt es mir so vor, als… Aber nein, das kann nicht sein.

03. Juni. Die Kunstfigur haut in die Tasten und trifft – denselben Tenor wie f!xmbr. Das ist in Ordnung, geht es doch hier um einen Sumpf. Das ist so ähnlich wie beim (Radsport-)Doping. Aber da hatte ich doch letztens von sumpfigem Modergeruch geschrieben… und dann der Lobbyarbeit für befreundete Blogger. So scheint es dann wieder etwas unglaubwürdig zu werden, wenn man hier und da und dort sich über den Award aufregt. Schade eigentlich, denn die Damen und Herren haben ja nicht ganz Unrecht.

Ich schrieb auch davon, dass man sich vermummt, zurückzieht, mit Steinen wirft aber selbst den Polizeistaat bedient, wenn Etwas geflogen kommt. Dass man dem Diskurskatalysator Internet Steine in den Weg legt. Fast muss man meinen, dort käme man sich nicht opportunistisch vor. Doch gerade in der Kritik an dem Award wurde die Blogosphäre wieder als opportunistisch abgestempelt. Die Blogosphäre, ja das ist dann offenbar alles, außer dem eigenen Blog?! Wahrscheinlich besann man sich eines Besseren, das Attribut wurde prompt durchgestrichen. Vielleicht hat man realisiert, dass man selbst zum Sumpf dazu gehört. Doch dann möchte man sich abkapseln, regiert mit unruhigem Finger am Abzug der Maustaste. Ich habe zwar davon geschrieben, dass aufmerksame Leser mitbekommen können, wie dort die Leute reihenweise komplimentiert werden, doch hätte ich nicht gedacht, dass es so bald wieder passiert. Aus der f!xmbr Praxis:

Andreas Skowronek am 31. Mai 2007, 15:53 Uhr
Ach, nun sei doch nicht so hartherzig zu dem Mann, der vermutlich immer noch auf seine der “Calvin Klein-Agentur” in Rechnung gestellten 14.280 Euro wartet. Vgl. http://37sechsblog.de/?p=1585
Übrigens! Habe gar nicht mitbekommen, dass es hier jetzt gegen die sogenannten A-Blogger zur Sache geht. Ich habe irgendwie die Lust daran verloren und “amüsiere” mich mit anderen Dingen als mit Sixtus, Vetter oder Knüwer. Aber wer mich zum Blogockel vorgeschlagen hat, würde mich ja schon interessieren? Halt die Ohren steif!

Chris am 31. Mai 2007, 15:56 Uhr
Andreas, ich hab Dich schon mal gebeten, Deine penetrante Werbung zu unterlassen. Und den Blödsinn mit dem A-Blogger-Bashing kannst Dir sparen, einfach mal die erste Seite des Blogs angucken, verstehen. Ich hoffe, das ist noch drin. Und wer Dich da zum Gockel machen will, da stellst Du die Frage auf der falschen Plattform. ;-)

[...]

Andreas Skowronek am 31. Mai 2007, 17:53 Uhr
ich hab Dich schon mal gebeten
Ach, wirklich? Muss mir irgndwie entgangen sein. Haste mal nen Link zu dem Posting?

Chris am 31. Mai 2007, 17:57 Uhr
Danke und tschüss – in diesem Artikel geht es jetzt um andere Dinge…

Hinter “Danke und tschüss” liegt ein Link, der auf eine andere Seite der Hausherren von f!xmbr führt (get-privacy). Dort ist in der Tat ungefähr dasselbe in Grün geschehen. Herr Skowronek hatte einen thematisch passenden Beitrag auf seinem eigenen Blog verlinkt. Die Meinung, die in dem Artikel stand, schien jedoch nicht ins Konzept zu passen. Wenn man ernst genommen werden will, sollte man andere auch ernst nehmen. Egal ob links, rechts, oben oder unten. Jedenfalls wurde der Artikelverweis als Werbung interpretiert. Offenbar hatten diese beiden ein Kommunikationsproblem, da Herr Skowronek schon damals nicht verstand, dass es sich um Werbung handele.

Nun, wer meinen Artikel von vorgestern liest oder schon gelesen hat, wird verstehen, warum man das so interpretieren könnte. Wenn jeder immer für sich wirbt, indem er öffentlich Auftritt, dann gerät das vielleicht auch mal in Vergessenheit. Es bleibt die Frage, was ist die Meinung Wert, die man dort lesen kann? Man zeigt mit dem Finger auf Autonome (vgl. Artikel auf f!xmbr vom 02. Juni) , die Protestkundgebungen in Heiligendamm zu einer Farce verkommen ließen, weil sie unbedingt Eskalation betreiben wollten. Gleichzeitig tut man alles, um selbst so autonom, autark und abgekapselt zu sein, wie nur eben möglich. Jedwede Meinung, die nicht in den eigenen Kram passt, wird komplimentiert. Und dann möchte man dabei noch ernst genommen werden?!

Eine Farce ist indes allerdings auch die Abstinenz vom Diskurs auf solchen Seiten. Das hat nichts mit Demokratie zu tun, und: Es ist total absurd, Artikel in Kategorien wie “open society” abzuspeichern, von einer Welt der Meinungsfreiheit zu schreiben, die Werbetrommel für Open Source zu rühren, und über den Gedanken des anderen Urheberrechts zu fabulieren und gerade dann, wenn es darum geht, zu zeigen, wie offen man einer Diskussion gegenüber aufgestellt ist und auch andere Meinungen gelten zu lassen, mit Zensurmaßnahmen zu reagieren, die man nicht begründen kann. Ich kann mich nur wiederholen: Es ist schade, dass das Web derart künstliche Grenzen gesetzt bekommt.

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Ein Kommentar

  1. Kommentar von Andreas Skowronek
    June 4, 2007 · 9:00 am

    Seit wenigen Stunden stellt FixMBR seine stringente Argumentationsführung nebst seiner außerordentlichen Begabung, fremde Texte zu deuten, unter Beweis. Die Rede ist von Kommentar Nummer 4 in diesem Beitrag: http://37sechsblog.de/?p=1666

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