SpaceTime(tm): Wenn einem beim Surfen schlecht werden kann
Zugegeben, die Nachricht hat schon so einen Bart, ist immerhin eine Woche alt. In dieser Zeit las man auf Golem von einem neuartigen Surferlebnis in 3D (vgl. außerdem die Pressemitteilung vom 04. Juni/engl.). SpaceTime(tm) (engl.) schickt sich an, den Browsermarkt (nicht) zu revolutionieren. Was SpaceTime(tm) uns anbietet, das ist bereits in einigen Linux-Desktops, Vista(tm) und anderen Betriebssystemumgebungen an der rechenintensiven Tagesordnung. Das findet Mike Chapel auf seinem Blog auch (en español).
Derzeit ist SpaceTime(tm) im Betastadium. Zudem gibt es im Augenblick lediglich eine Version für Windows. Die Anforderungen lesen sich bald wie bei einem derzeit handelsüblichen 3D-Computerspiel: Als Betriebssystem werden Windows 2000, Windows XP oder Vista benötigt. 512 MByte Arbeitsspeicher werden vorgeschlagen, sowie eine Grafikkarte mit 128 MByte Speicher. Ein Pentium 4 mit 2,4 GHz Taktung oder ein AMD 2400xp+ sollten es dann außerdem sein. Eine Bildschirmauflösung von 1280 * 1024 Pixeln bei 32-Bit Farbtiefe sollten eingestellt sein. Ein Breitband-Internetanschluss ist ebenfalls notwendig.
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Eine erste Einweisung gibt es auf den Seiten des Herstellers. Zudem gibt es dieses kurze YouTube-Video, das ein wenig von der Funktionalität von SpaceTime(tm) präsentiert.
Eyecandy nennt man solche 3D-Effekte bislang, wie sie bei SpaceTime(tm) vorgeführt werden. Sie wirken schick und wie eine Spielerei. Sie werden auch ihren Zusatznutzen erfüllen, davon gehe ich aus. Das allerdings erst, wenn NutzerInnen überall auf der Welt an so eine Navigation und an so einen Umgang mit Daten gewöhnt sind. Die Umstellung wird nicht für alle einfach werden, vor allem nicht für jene, die sich bislang nicht ein Mal richtig auf 2D-Desktopumgebungen verstehen. Wer geht mit der Zeit und wer wird davon nicht profitieren?!
Im Web surfen, in 3D. Da muss man bald aufpassen, dass man nicht seekrank wird. Und doch hat die reale Seefahrt etwas mit dem virtuellen Surferleben gemein. Personen, die schnell seekrank werden, oder auch solche, die nur eine Weile zu arg geschaukelt haben und denen davon bereits übel aufstößt, sie werden mit der Fließbewegung in den Hintergrund so ihre Schwierigkeiten bekommen. Dazu zähle ich auch jene, die allgemein mit eher schlechtem Orientierungssinn ausgestattet sind. Das allerdings ist meines Erachtens genetisch nicht prädisponiert. Vielmehr glaube ich, dass im Stadium der Kleinkindentwicklung hier grundlegende Weichen gestellt werden. Ob man die Gehirnaktivität und damit die Koordination des Gleichgewichtssinns im späteren Alter noch ähnlich für diese Fähigkeiten ausbilden kann – das sollten Wissenschaftler aus dem Bereich beantworten können.
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Ein weiteres Video zur Einführung? Mit Sprecherstimme in englischer Sprache?
Warum ich der Meinung bin, dass SpaceTime(tm) das Surferlebnis nicht revolutionieren wird? “Noch” ist nicht der Browser, sondern das Betriebssystem der Zugangspunkt Numero Uno zu einem Computersystem. Es wird in absehbarer Zeit ununterscheidbar werden. Wenn dann der Browser zum OS mutiert, oder umgekehrt – SpaceTime(tm) ist zu früh dran. Nutzer sind neugierig, aber auch nur bis zu gewissem Grad. Die 3D-Funktionalität muss sich erst im Bereich der Betriebssysteme durchsetzen, damit sie auch eine breite Masse von Nutzern erreicht und von dieser akzeptiert werden wird. Es kann sein, dass SpaceTime(tm) von einem der “Großen” des Marktes aufgekauft werden wird, wenn man das Knowhow in diesem Bereich benötigt. Just my 2 cents.
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Tags Browser, Desktop, Eyecandy, Golem, Linux, Microsoft, SpaceTime, Surfen, Vista, Web
Kategorie Media, Science · Autor Alexander Trust · Keine Kommentare
