19. June 2007

Mercedes: wieder ein Amerikaner

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Erst trennt sich Mercedes von Chrysler und jetzt das. Wieder geht das Unternehmen eine exklusive Partnerschaft ein. Allerdings hat der deutsche Autokonzern dieses Mal ein Exklusivgeschäft angeleiert, das durchaus einige Vorteile bietet. Sechs Monate lang wird Mercedes vor allen anderen Autobauern mit Navigationssystemen von Apple seine Boliden ausstatten können. Denn: Apple baut (jetzt) Navigationssysteme.
Den Kaliforniern könnte mit diesem Schritt sogar Ähnliches Gelingen wie mit ihrem Erfolgsmodell iPod. Und Mercedes? Man könnte davon profitieren. Ich sage absichtlich “man könnte”, weil ich zweifle, dass diese einseitige Elefantenhochzeit auf Zeit optimal gewählt ist. Apple ist nur bedingt als Luxusmarke anzusehen. Der Erfolg der Apple-Produkte hat seinen Ausgang im Lifestyle-Milieu genommen. Mit Sicherheit gibt es dort auch einige, die sich einen Benz erlauben können. Allerdings hätte man meiner Meinung nach auf Seiten von Apple mehr aus der Exklusivität machen können, wenn man sich eines Autoherstellers anheischig gemacht hätte, der auch zum Geldbeutel der Zielgruppe von Appleprodukten entspricht. Gut, dass diese Exklusivität nur sechs Monate währt, und Apple dann den Breitenmarkt erreicht. Denkbar ist allerdings auch, dass man in den ersten sechs Monaten die Neugier der Stammkundschaft auf die Folter spannen möchte, und ihr die Nase langziehen.

Und bis 2009 ist außerdem noch Zeit. Dann erst wird es soweit sein. Das iPhone navigiert mithilfe von Google Maps. Die Amerikaner schwören auf Google – noch. Und auch die Europäer sind in der Wahl ihrer Suchmaschine nicht wirklich differenzierter. Googles Marktanteile sind immens, um nicht zu sagen monopolistisch. Yahoo schießt sich hingegen immer wieder selbst ins Abseits. Ich frage mich indes, wann der erste Elektronikkonzern auch das Potenzial erkennt, den Markt zu politisieren. Google hat damals bei der zweiten Kandidatur George W. Bushs nicht mit Spenden gegeizt. Weil Sajonara sich allerdings politisiert, spätestens mit der Teilnahme am politischen Blog-Karneval haben wir dies bekundet, werden wir in Zukunft auf die Dienst von Google-Adsense verzichten. – Die amerikanische Gesellschaft, wie eigentlich viele hochindustrialisierte Informationsgesellschaften, sind polarisiert, gespalten. Microsoft hat vielleicht eher “zu viel” zu verlieren. Kleinere Konkurrenten von Apple oder Google könnten das Potenzial einer Politisierung jedoch auch auszuschöpfen wissen. Man hat es damals in Hollywood gesehen. Die Oscar-Verleihung nach dem Einmarsch in den Irak war eine Veranstaltung, auf der diejenigen fehlten, die wider George W. und seinen Wunsch, Krieg zu führen, opponierten.

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Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Kommentar von Tjaden
    June 19, 2007 · 10:55 pm

    die meldung ist doch schon tage alt. lebt das internet nicht mehr von neuem?

  2. Kommentar von Alexander Trust
    June 19, 2007 · 11:08 pm

    Leben wir in einer Zeit, die uns diktiert?

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