Vertrauensbeweis
{2}Einen Vertrauensbeweis der ganz besonderen Art hat der ehemalige Trainer vom Fußball-Zweitligisten SC Freiburg erhalten. Die Breisgauer tauschten jetzt die Schlösser aus (Netzeitung: SC Freiburg tauscht Schlösser wegen Finke aus). Finke hat offenbar seine Schlüssel trotz Aufforderung nicht zurückgeben wollen – dennoch erstaunlich ist, dass ein ehemals öffentlich bruchloses Verhältnis binnen einiger Wochen und Monate derart zerrüttet werden konnte.
Davon in der Zeitung zu lesen, wird für Finke wie ein Schlag ins Gesicht sein müssen. Ganze 16 Jahre lang trainierte er den SC Freiburg, stieg mit ihm mehrmals in das Oberhaus, die Bundesliga auf. Nun steht Finke vor einem Scherbenhaufen, und merkwürdigerweise wird seit bekannt wurde, dass Finkes Vertrag nicht mehr verlängert werden soll, von irgendwoher schmutzige Wäsche gewaschen.
In meinen Augen, wie wahrscheinlich vieler anderer, hat Volker Finke ein ganz besonderes Renomée gehabt. Er galt, ähnlich wie Otto Rehagel, als ein Saubermann, der sich nichts zu Schulden kommen ließ. Kontinuität, Ernsthaftigkeit, Sympathie, alles Begriffe, die bei einer Charakterisierung Finkes nicht fehlen dürften. Gut ist, das Finke selbst sich weitgehend aus öffentlichen Debatten heraushält. Nicht so gut, wie sich seine öffentliche Wahrnehmung in den letzten Wochen und Monaten veränderte.
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Tags Finke, SC-Freiburg
Kategorie Glocal, Media · Autor Alexander Trust · 2 Kommentare

July 3, 2007 · 4:40 pm
Naja, so sehr ich Finke auch als Trainer schätze, ob er tatsächlich so ein “Saubermann” war, als der er schien, sei mal dahingestellt. Hat man ja nun bei Rehagel gesehen, dass es nicht von Vorteil ist, über eine solch lange Zeit bei einem Verein vollkommen unangefochten Trainer zu sein. Son gewisses “Gott-Syndrom” war Rehagel im Herbst und Winter seiner Bundesliga-Trainer-Karriere durchaus zu eigen.
Es schleifen sich nunmal zunächst als “Marotten” verniedlichte Verhaltensweisen ein. Weil niemand etwas sagt, wird es vom inzwischen älter gewordenen Fußballlehrer als in Ordnung erachtet: Er dürfe sowas, bei all den Verdiensten für den Verein. Das diese Verhaltensweisen aber immer mehr Schaden an vormals intakten zwischenmenschlichen Beziehungen anrichten, merkt keiner der Beteiligten sofort. Es schleicht sich langsam heran, bis es irgendwann an einer Kleinigkeit eskaliert und zu üblen Auseindersetzungen führt. Das kann man auch in einigen langjährigen Ehen beobachten.
Finke wie dem SCF wäre sicher besser gedient gewesen, wenn er sich früher aus eigenem Willen zurückgezogen hätte, um einen anderen Verein zu Erfolgen und vielleicht sogar zu Meisterschaften zu führen. Gelegenheiten hätte er gehabt, aber er hat sie nicht ergriffen, weils in Freiburg für ihn sicher um einiges bequemer, weil risikoärmer war. Hat der Verein Fehler gemacht? Sicherlich. Aber auch zu einer kaputten Ehe gehören immer noch zwei.
July 3, 2007 · 4:53 pm
[...] sieht wieder, dass auch die Freiburger nicht besonderes sind. Wenn Du weg bist, dann bist Du weg. Nur die Fans erinnern sich noch lange! Ich denke dass das auch dem neuen Coach der Breisgauer Robin Dutt erschrecken wird, wie da [...]