Veröffentlicht am 12. Juli 2007 von Alexander Trust
Vor einigen Tagen schrieb eine Kunstfigur aus Süddeutschland ihre Meinung auf. Das tut sie des öfteren. Das geschieht häufig, um immer wieder in dieselbe Kerbe zu schlagen. Denn die Kunstfigur hat von ihrem Urheber sowohl einen Ort im Web bekommen, der sich dieser und ähnlicher Dinge annehmen soll, und ebenso ein Thema vor die Nase gesetzt bekommen, aus dem es sie fortan nicht mehr ausbrechen kann.
Überschrieben ist der Artikel mit “Über kommerzielle Trackbacks” und inhaltlich erfährt der Leser, warum und wieso Don Alphonso mitunter allergisch auf Trackbacks reagiert. Auch diese Publikation hier erfährt eine Nennung. Schade nur, dass wir davon nicht mittels eines Trackbacks in Kenntnis gesetzt wurden. Ich selbst habe, wann immer ich Stellung bezog, darauf hingewiesen. Das mag offenbar eine Kunstfigur nicht gar so sehr interessieren.
Immerhin, es wird differenziert: Der “Fall Sajonara”, wie wir dort angepriesen werden, er zählt nicht zu den kommerziellen Trackbackspammern. Nein, denn wir hier sind, respektive ich in meinen Artikeln bin dann in Augen der Kunstfigur ein “kleiner Blogger [und] sage der grossen (sic!) Welt (sic!) was ich vin (sic!) dem nicht ganz so kleinen Don halte” (Blogbar). Das ist eine Haltung, die in dieser Welt total kontraproduktiv ist. Wenn die Kunstfigur diese Meinung vertreten möchte, lassen wir sie dies tun. Eltern fahren Kindern über den Mund und sagen – da bist du noch zu klein für, da hast du noch keine Ahnung von. Lehrern sagen ihren Schülern – da seid ihr noch zu ungebildet, das könnt ihr noch nicht wissen.
Philosophische Debatten haben sich schon daran aufgeheizt, dass man durchaus eine Meinung haben kann, selbst wenn man in einem Gebiet kein Fachmann ist. Und, zugegeben, zu sagen, wie einem ein Kinofilm gefallen hat, oder aber ein Pamphlet einer Kunstfigur, das ist allerhöchstens in den Augen eines Kulturkritikers ein kompliziertes Unterfangen. Zudem ich nie einfach nur meine Meinung schrieb, sondern oft versuchte, meine Kritik zu erläutern und eben angab, was ich anders sehe. Ob jemand ein kleiner Blogger ist – ob jemand auf der Straße lebt und um Geld bettelt, in der Wüste an Unterernährung leidet – meine Meinung ist nicht mehr Wert als die der anderen. So handhabe ich es, und höre mir immer an, was andere zu sagen haben. Die von oben: Professoren, Doktoren und Co. – es stört sie manchmal, weil sie ihren Nimbus verloren gehen sehen. Diese Haltung allerdings, sie nehmen sie selbst ein. Man wird sie nicht von ihrem hohen Ross herunter schubsen wollen, weil zufriedene Reiter für das Wohlergehen aller die bessere Alternative darstellen.
Pauschalurteile, wie sie dann in manchen Kommentaren unter dem erwähnten Artikel des Don Alphonso auftauchten, sie bieten gar keine Möglichkeit zum Diskurs. Sie schotten sich ab. Umso erfreulicher, wenn dann andere Leute hingehen, und Trackbacks setzen, weil sie interessante Stellungnahmen zum ursprünglichen Artikel der Kunstfigur geschrieben haben. So geschehen von Achim von “Die Welt ist Scheisse“. Achim beschert uns eine Erklärung des Problems, was geschieht, wenn ein Ursprung Resonanz findet: Er wächst. Aber noch etwas passiert. Beim Urheber wird der Kontrollverlust über die eigentliche Botschaft immer größer. Das ärgert manche. Man könnte meinen, es ärgert auch die Kunstfigur. Achim hat seine Beschreibung und Stellungnahme in Metaphern der Algebra beschrieben. Er schreibt von Verhältnissen und einem Körper. Für diejenigen, die die Mathematik nicht so mögen, sei vorweg geschickt, dass Achims Artikel durch die verwendeten Metaphern nicht schwieriger zu verstehen ist.
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Und wie ist deine Meinung?
Seit ich die Kunstfigur Don aus meinem Reader geworfen hatte, blieb mir so manche Aufregeung erspart. Du bist Schuld, dass ich jetzt wieder bei ihm reingeguckt habe. Menno
Tipp: Lass Dich nicht auf seine Stufe herab!