Großvater Bush wollte Diktatur im Sinne Hitlers errichten
{7}Mitarbeiter der BBC haben bei Nachforschungen ein längst untergegangenes Kapitel der zeitgenössischen Geschichtsschreibung neu aufgerollt (vgl. prisonplanet.com: BBC: Bush’s Grandfather Planned Fascist Coup In America). Die Untersuchungen förderten zutage, dass Prescott Bush, der Großvater des amtierenden US-Präsidenten George W. Bush, zu einer Gruppe von Geldgebern gehörte, die einen Putsch planten, um den damaligen Regierenden, Franklin Delano Roosevelt, abzulösen und ein Regime einzusetzen, das einer Ideologie eines Mussolini und/oder Hitler folgen sollte.
Prescott Bush stand einer Gruppe von Bankiers und Geschäftsmännern vor, die sich an einen ranghohen US-Militär wandten, um ihn als Befehlshaber einer 500 000 Mann starken Veteranen-Truppe einzusetzen. Ebenjener Smedley Butler, beklagte jedoch das unamerikanische Verhalten derjenigen, die ihn kaufen wollten. Damals schenkte man Butler wenig Gehör. Ganz im Gegenteil wurden seine Aussagen verteufelt und die Medien mauerten. Ohne Unterstützung dieser verlief sich der Fall jedoch im Sande.
Die BBC Radio Station 4 sendete vorgestern ein Programm mit dem Titel “The Whitehouse Coup“, das die Untersuchungsergebnisse in dieser Angelegenheit vorstellt. Hörer, die der englischen Sprache mächtig sind, können und sollen sich die Radiosendung anhören. Der Fall liegt mittlerweile 74 Jahre zurück. Es ist also genug Gras über die Sache gewachsen. Da George W. Bush in seiner zweiten und letzten Amtszeit an deren Ende nicht mehr dem Land vorstehen wird, kommt solch ein Dossier eigentlich viel zu spät. In diesem Fall muss man allerdings sagen, besser spät als nie.
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Tags Bush, Faschismus, Großvater, Hitler, Mussolini, Politik, Prescott, Präsident, USA
Kategorie Politics · Autor Alexander Trust · 7 Kommentare

July 25, 2007 · 5:46 pm
Ob sich so etwas wohl vererbt?
July 25, 2007 · 6:39 pm
Was hat denn das eine mit dem anderen zu tun? Was kann George W. Bush für seinen Großvater? Wenn du schreibst…
“Da George W. Bush in seiner zweiten und letzten Amtszeit an deren Ende nicht mehr dem Land vorstehen wird, kommt solch ein Dossier eigentlich viel zu spät.”
… klingt das, als wollest du, dass man das schon viel eher entdeckt hätte, damit George W. vielleicht nie Präsident oder zumindest nicht wiedergewählt wird. Das ist doch großer Quatsch und die Denkweise ähnelt einer Sippenhaft à la: dein Großvater war kriminell, also musst du auch kriminell sein.
Mein Großvater war zum Beispiel überzeugter Nazi, wie ich die Tage herausgefunden habe. Sollte ich deswegen heute dafür bestraft werden? Oder soll ich das vor dem Vorstellungsgespräch meinem potenziellen Arbeitgeber mitteilen, damit der dann bessere Argumente hat, ob er mich einstellt oder nicht?
Davon abgesehen, scheint mir die Reportage vom BBC auf ganz dünnem Eis gebaut zu sein. Ich behaupte nicht, dass sie nicht stimmt, aber die Geschichte bedarf einer genaueren Überprüfung. Denn dass die BBC nicht unfehlbar ist, sondern – im Gegenteil – in den letzten Jahren einige Böcke geschossen hat, sollte hier nicht unerwähnt bleiben. Dass Franklin D. Roosevelt nicht sehr beliebt war, ist kein Geheimnis, und dass verschiedene Kreise ihn loswerden wollten, auch nicht.
Vielleicht gar nicht so müßig am Schluss zu erwähnen, dass George W. und George H. Bush bei aller berechtigten Kritik an ihren Personen keine Diktatoren sind oder waren, sondern vom Volk gewählte Demokraten.
July 25, 2007 · 7:24 pm
Nun, einen kausalen Zusammenhang stelle ich nicht her, würde ich nie. Allerdings bin ich kein Freund von Bush. Diese Information im Wahlkampf hätte ihn wohlmöglich die Wiederwahl gekostet, oder eben im Vorfeld. Natürlich nur, wenn sie hieb und stichfest zu belegen ist. Ich bin auch kein Freund von Verleumdung oder dergleichen.
Wenn man mal von der Ideologie absieht, erkennt man, welche finanziellen Ressourcen dort im Hintergrund in die Waagschale gelegt wurden. Das alleine finde ich mehr als bedenklich und es macht nachdenklich, dass dort jemand an der Macht ist, der sich medial eingekauft hat. Bei Berlusconi ja ähnlich. Generell missfällt mir der amerikanische Wahlkampf, weil gerade solche Ikonen produziert werden und so viel Lobbyismus betrieben wird und sehr viel, na ja, schmutzige Wäsche gewaschen wird, manchmal sogar unwahre Tatsachenbehauptungen in den Ring geschickt werden, weil ein gewählter Präsident mehr Wert ist, als ein nachträglich verlorenes Gerichtsverfahren kosten kann.
July 25, 2007 · 7:29 pm
Ich kann Leidartikler nur zustimmen, was kann George H. oder George W. dafür, dass Prescott Bush ein Mitfinazier für einen geplanten faschistisch Putsch war? Die letzten beiden Sätze des Beitrags sind für mich eher untere Schublade in der Argumentationskunst. Eine derartige Feststellung finde ich sogar zutiefst undemokratisch.
July 25, 2007 · 7:56 pm
Wie schon in meinem Beitrag zum politischen Blog-Karneval erwähnt. Die Demokratie ist nicht der Wahrheit letzter Schluss, derzeit aber eine halbwegs sichere Alternative, wenn es eben nicht Leute gäbe, wie Bush und andere, die lediglich eigene Gewinnmaximierung im Sinn haben und damit den Sozialneid schüren. Die Demokratie könnte sogar funktionieren, wenn wir es in den Griff kriegten, dass manche sich mit weniger zufrieden geben können – nur es gibt solche, die den Hals nicht voll kriegen. Ein Schäuble wackelt sehr bedenklich an den Grundfesten unserer Demokratie, weil er Aktionen befürwortet, die die Kräfteteilung im Land undurchsichtig werden lassen.
Es gibt mehr Zusammenhänge als durch diese paar Zeilen angedeutet wurde. Wer die Konzernstrukturen hinter George W. in den Blick nimmt, und auch den Golfkrieg des George H., wird feststellen, dass diese mit denselben Geldgebern von damals immer noch zu tun haben. Diese haben aber ja das Geld zur Verfügung gestellt, weil sie der Ideologie zustimmten. Ein politisch-ideologischer Grundtenor ist erhalten geblieben.
Es ist ja nicht so, als hätten die Kontakte des Großvaters auf ein Mal aufgehört zu existieren, als der Enkel auf die Welt kam. Da das aber keine Top Secret-Information ist, muss man nicht zwingend derart holzschnittartig reagieren. Das Argument ist nicht pauschal gefällt, sondern mit dem Vorwissen über die besagte Person begründet. Wenn ich jede Aussage in Zukunft immer auch ausführe, dann schreibe ich Bücher und keine Blogbeiträge. Ich bin ja bereit, Rede und Antwort zu stehen.
July 25, 2007 · 9:36 pm
Dein Recht auf deine Meinung will dir keiner nehmen, Alex. Wer mag schon George W. Bush? Ich ja auch nicht. Auch die Person Prescott Bush ist alles andere als ein Symphat. Wenn er mit Nazis Geschäfte gemacht hat und das Familienvermögen zu einem guten Teil daraus stammt, dann ist das nicht okay. Klar, dass jetzt nahe liegt zu glauben, dass auch George W. Bush ein halber Nazi ist. Aber wo ist der Beweis?
Außerdem widersprichst du dir selbst, wenn du einerseits sagst, dass dir diese Art von Wahlkampf nicht gefällt, bei der Leute in den Schmutz gezogen werden, und dir andererseits wünschst, die Sache mit Bushs Großvater wäre schon viel früher ans Licht gekommen.
July 25, 2007 · 10:14 pm
Mh… nenn es Schadenfreude, wobei ich eigentlich ungerne schadenfroh bin. Aber in solchen Dingen finde ich es sogar okay. Wenn die Schwächen des Systems dazu führen, das irrige System ad absurdum zu führen, wenn du/ihr versteh(s)t. Ich finde es keinen Widerspruch. Ob ich damit allerdings moralisch vollkommen rein bin – das hab ich ja nie behauptet. Ich stehe zu meiner Fehlbarkeit, aber ich erkenne auch, wie viele um diese Doppelmoral einen Heiligenschein errichten wollen.