Was ist schon normal? Diese Frage sollte man nicht vergessen zu stellen. Doch wenn man sich Hollywood und das Music-Business made in America ansieht, stellt man fest, dass dort (wie zum Teil auch andernorts auf der Welt) unheimlich viel Druck auf den Akteuren lastet. Das führt nicht selten dazu, dass diese dem Druck nachgeben und sich in Drogen oder Suizidversuche flüchten. Immer höhere Gagen, immer mehr Aufmerksamkeit, Paparazzi, usw. usf. – es gibt sie selbstredend auch in Deutschland. Roy Black und Rex Gildo waren zwei Schlagerstars, von denen ich in meiner Kindheit erfuhr, dass der Druck der Bühne sie in den Tod, Suff oder sonstwie trieb.
Nun heißt es, Owen Wilson beging einen Selbstmordversuch. Er spielte an seinen Pulsadern herum. Erst vor kurzem wurde Lindsay Lohan zum wiederholten Mal in eine Entzugsklinik eingeliefert, nicht die einzige Hollywood-Diva und zu ihr gesellen sich Stars und Sternchen aus anderen Bereichen der Medienbranche. Medien, vor allem diejenigen, die sich Tele-Medien schimpfen lassen können, sie haben unsere Welt zu einem globalen Dorf zusammenschrumpfen lassen. In einem Dorf, auf dem Land, weiß jeder alles. Eine Kulisse, die sensiblen Gemütern den Garaus macht. Haben wir es in Hollywood und Co. also nur mit lauter sensiblen Gemütern zu tun? Gibt es auch Stars und Sternchen, ohne Skandale und psychische Probleme? Dreht sich die Spirale und werden die Leute die Rekordgagen mit der eigenen Gesundheit bezahlen?
Wenn ich in meinem Gedächtnis krame, fallen mir spontan dutzende Stars ein, die allesamt aus der Normalität in eine Schein-Welt, gestützt von Drogen flüchten oder den Weg wähl(t)en oder wählen wollten, sich via Suizid aus der Realität zu verabschieden. Britney Spears ist der Mutterrolle nicht gewachsen und gefährdet ihre Mitmenschen über Gebühr. Wo kommen sie her? Wo gehen sie hin? Eigentlich bietet dieses Thema genug Stoff, um eine Serie daraus zu machen, und die Lebensläufe von diversen Stars und Sternchen auf den Prüfstand zu stellen. Eine voyeuristische Aufgabe, irgendwie.
Welche Gemeinsamkeiten haben diese Figuren auf der Bühne dieser Zeit? Ist es, wie Grönemeyer 1979 sang? “All diese Clowns hier, mit den Masken vor ihrer Alltagswelt. Ich seh sie, all diese Clowns hier, wie sie hasten, denn es treibt das Geld.” – Es muss nicht Geld sein, aber Geld bedeutet auch Reputation, Aufmerksamkeit, Anerkennung. Leiden all diese Stars darunter, einer Erwartungshaltung gerecht werden zu wollen, die eigentlich nie jemand an sie formuliert hat? Jeder kann sich selbst überprüfen. Solch Situationen gibt es zur Genüge. Man will Freunden, Kollegen, Eltern und Geschwistern gerecht werden. Man möchte etwas erreichen. Zerbrechen nun diese daran, dass sie sich etwas einbilden, vollbringen und leisten zu müssen und dabei aber unter ständiger Beobachtung von Gazetten, Kameras und Blitzlichtgewitter stecken?!
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