Voyeurismus 4.2

Veröffentlicht am  28. August 2007 von  

Kennt jemand Google Earth? Nein? Ja? Ist das wichtig? Google hat mit ihrer Globus-Software einen Anfang gemacht, der dazu führen kann, dass wir uns alle eines Tages bei der Arbeit zusehen werden können. Jetzt erschien die neue Beta 4.2 – sie integriert hochauflösende Bilder des Gigapxl-Projektes. 10.000 mal 10.000 Pixel sind diese Bilder groß.

Es gibt viele, die sich aufregen, dass sie bespitzelt würden. Gar nicht mal durch Google, sondern durch ihre nationalen Regierungen. Videoüberwachung an Bahnhöfen, Datenbanken mit Informationen über Hinz und Kunz in der Hand von Ämtern und Beamten. Opportunismus ist mir ein liebes Kind. Ich stolpere immer wieder über die Füße der menschlichen Doppelmoral. Drum komme ich nicht umhin, auf Kommentare unterhalb eines Shortnews-Beitrags zu dem Thema verweisen.

[flash]http://www.youtube.com/watch?v=kjwr7lUruvw[/flash]

Dort nämlich geben gerade Hinz und Kunz zu verstehen, dass sie sich freuen, Hugh Heffner im Garten seiner Villa zu bespingsen; sie finden es schade, dass es derlei hochauflösendes Bildmaterial noch nicht von Deutschland gibt, u. a. m. Wie möchte man glaubwürdig versichern, dass man den gläsernen Menschen ablehnt, wenn doch gleichzeitig Voyeurismus zu einer Lieblingsbeschäftigung unserer Spezies zu gehören scheint. Wir beobachten. Wir beobachten den Verkehrsfluss, andere Menschen, wir beobachten den Partner beim Liebesspiel. Es gibt eigentlich keine Situation, in der wir nicht immer auch beobachtend unterwegs wären. Warum also Gezeter und Geschrei ums große Datenbohei, wenn wir nicht ablassen können, selbst zu gucken, zu gaffen und zu glotzen?!

Wer wissen möchte, wie sich das ganze anfühlt, anbei ein Youtube-Video der neuen Funktion. Es gibt ja nichts, das es nicht gibt.

1 Kommentar(e) bisher

  1. Wunschkind says:

    Die Gefahr von Google Earth ist nicht der dem Menschen angeborene Voyeurismus, der schadet höchstens dem Schamgefühl des Nachbarn.
    Wenn allerdings Regierungen und ihre Behörden wie BND und Bundespolizei diese Möglichkeiten ausgiebig nutzen, bekommt die Problematik des Voyeurismus eine ganz andere Qualität.
    Man erinnere sich an die Erfindung der biometrischen Pässe. Diese sind mit einfachen Methoden verfolgbar.

    Greets, das Wunschkind


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