17. September 2007

Colin McRae: Mit 39 unter der Grasnarbe

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Ein Hubschrauber stürzt ab. Vater und Sohn kommen dabei ums Leben. Mutter und Tochter dürfen die Verblichenen beweinen. – Vor zwei Tagen sind der schottische Ralley-Fahrer Colin McRae und sein Filius in der Nähe des Familiensitzes in Lanark ums Leben gekommen (vgl. Motorsport-Total.com). Es gibt schier ewig viele Menschen, die tagtäglich den Tod finden. – Oder findet der Tod uns?!

Normalerweise wäre mir die Nachricht keine Erwähnung Wert gewesen. Und eigentlich hätte ich nicht einmal wissen müssen, wer Colin McRae überhaupt ist. Doch während meiner pubertätsneurotischen Jugendtage gab es ein gar nicht mal zu verachtendes Computerspiel, das dem Namen des Rennfahrers alle Ehre machte. Es gilt in all seinen Auflagen bald schon als Messlatte für andere Spiele dieser Art Rennsimulation und wurde als äußerst realistisch eingestuft, Colin McRae Rally.

Seines Zeichens war McRae Schotte. Und 1995 gewann er den WRC-Ralley-Championship. Sein Tod wird wohl nur eine kleine Welle der Mitleidsbekundungen auslösen – an eine Bekanntheit wie der australische “Krokodiljäger” Steve Irwin, der letztes Jahr ungefähr zur gleichen Zeit das Zeitliche segnete, reicht McRae nicht heran.

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Kategorie Glocal, Media · Autor Alexander Trust · 2 Kommentare


2 Kommentare

  1. Kommentar von Moritz
    September 17, 2007 · 5:21 pm

    “Sein Tod wird wohl nur eine kleine Welle der Mitleidsbekundungen auslösen – an eine Bekanntheit wie der australische “Krokodiljäger” Steve Irwin, der letztes Jahr ungefähr zur gleichen Zeit das Zeitliche segnete, reicht McRae nicht heran.”
    Ich glaube, seine Familie wird nun andere Probleme haben, als die Anzahl an Trauerbekundungen mit anderen Stars zu vergleichen…

  2. Kommentar von Alexander Trust
    September 17, 2007 · 5:30 pm

    Nun, ein Sack Reis in China wird wohl auch nicht danach fragen, ob Hannah tod ist, oder noch lebendig?! Mir ging es nicht darum, den Vergleich wertzuschätzen, sondern darum, gerade darauf hinzuweisen, wie irreal es eigentlich ist. Ich hab nur per Zufall davon erfahren, ein Kollege von mir, der sich mehr mit Computerspielen auseinandersetzt, noch gar nicht. Am 11. September oder beim Tod von Lady Di oder Johannes Paul, usf. – da war halt das Aufkommen weitaus medienträchtiger. Dabei ist ein Tod so gut oder schlecht wie ein anderer. Die Gesellschaft hat eine perfide Logik in der Ermessung, was wichtig und/oder unwichtig ist. Natürlich stehen immer einzelne Menschen dahinter – aber der Familie von Irwin oder den Söhnen von Lady Di wird es in ihrem persönlichen Schmerz wenig geholfen haben, dass so viel und so sehr über den Tod ihrer Liebsten berichtet wurde. Was macht einen Menschen besser als einen anderen?! Nun, warum werden manche zu Veganern und Tierschützern? Was hat das Tier vor dem Menschen Schützenswertes, usw. usf. – Da gibt es unheimlich viele Fragen, die man stellen könnte, um ein ganzes Kartenhaus einer Logik in seinen Grundfesten erschüttern zu lassen.

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