24. September 2007

Was sind gute “Posts”?

Blogbeiträge – oder auch -einträge könnte man sie außerdem nennen. Nicht ganz als zentrales Themenelement, sondern zum krönenden Abschluss eines Mecker-Beitrags über die Macher von Toplisten, hat die Kunstfigur von der Blogbar zur Kenntnisnahme in die Blogosphäre gestellt, was für ihn ein guter Blogbeitrag ist (vgl. Artikel: “Ich möchte das einfach Mal lostwerden“).

Versteht mich nicht falsch, ich finde das im Prinzip gut. Ich bin im Prinzip seiner Meinung. Denn auch ich finde etliche Themen nicht der Rede Wert. Das allerdings liegt wohl eher daran, dass Geschmäcker verschieden sind. Für den Alphons sind indes nur schöne Geschichten schön. Er möchte mehr davon, auch deshalb, weil sonst die Kultur zu kurz käme. Es stimmt, Alphons ist kein Kulturbanause. Sind wir anderen allerdings alles Banausen, die wir uns mit Themen beschäftigen, die wiederum andere nicht interessieren? Es gibt in den deutschen Blogcharts ein Blog, dem ich den Aufstieg sehr gönne – das ist der Software Guide. Warum und wieso? Weil das Blog keine schönen Geschichten schreibt, sondern bald schon die Lektüre von Computerzeitschriften obsolet werden lässt. Natürlich gibt es noch X andere Blogs, die ich gerne lese.

Nur Blogs zu lesen, wird man allerdings nicht schaffen, wenn man noch studiert, auch Belletristik mag oder nicht nur den Computer als einzigen Lebensinhalt präferiert. So kommt es dann… Doch einen Kulturverlust – eine Abstinenz von Kultur in der Blogosphäre möchte der Grantler gerne schön schreiben:

Was dann aber bedeuten würde, mit einer typisch deutschen Eigenart zu brechen: Der Feigheit, einfach mehr schöne Geschichten zu verlinken und zu sagen, dass es eine schöne Geschichte ist. Keine Ahnung, warum das so selten gemacht wird, aber es ist ein strukturelles Problem des Bloggens als Kultur im Gegensatz zu all denen, die sich nur für SEO, Linkhurereien und möglichst viele via-Links interessieren. (Blogbar)

Ehrlich: Ich weiß, dass das Alphons Meinung ist, aber ich kann nicht verstehen, warum man alles andere als deutsche Eigenart abtun muss, und sich nicht auch damit arrangieren möchte, dass Kultur ungleich Goethe oder Bach sein können. Kultur ist lebendig und Differenzen zwischen den Generationen gibt es immer wieder. Es werden genau so viele schönen Geschichten verlinkt, wie die Leute schöne Geschichten in Blogs lesen wollen. Informationen oder Skandale sind in unserer Zeit offenbar wichtiger. So kann es gehen. Was wollen wir dagegen tun? Müssen wir überhaupt eingreifen? Ist alles so schrecklich?! Ich meine: nein!

Hinzufügen zu del.icio.us, Mr. Wong, LinkARENA, SEOigg
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