Pinker: The stuff of thought
{1}Sommer 2005. Steven Pinker hält einen knappen Vortrag in dem er den wesentlichen Gedanken eines dann neu erscheinenden Buchs von ihm vorstellt. Was Pinker tut, wirkt im Rahmen des “TED-Talks” bald schon ein wenig Hollywood-like.
Seine Zuhörer sollen verstehen, dass Sprache einen Blick in die menschliche Natur erlaubt. Sprache ist lebendig, und was läge näher, als mit einem Negativbeispiel von deterministischer und normativer Sprachauffassung anzufangen. In Frankreich wacht eine Akademie über die Nationalsprache. Was den Damen und Herren, die politisch authorisiert sind, jedoch nicht auffällt: Kaum jemand hält sich an die offiziellen Vorgaben. Warum? Nun, Sprache ist das Ergebnis menschlicher Interaktion.
Pinker gibt dann etliche Beispiele. Er stellt Sätze und Satzkonstruktionen vor, die gewisse Einstellungen des Sprechers gegenüber den Objekten anzeigen. Sprache selbst kreiert weder die Natur des Menschen, noch formt sie sie. Sie liefert uns bloß einen Einblick. Das allerdings ist eine These, die ein Teil der Akademik im Bereich der Sprachwissenschaft(en) so nicht unterschreiben würde, und auch Psychologen und Neurowissenschaftler würden zumindest offen darüber diskutieren wollen.
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Grundlegende Konzepte unseres Denkens werden anhand von Sprache reflektiert. Kausalität, Absicht, Raum, Zeit, und andere. Und zwar jedes Mal unbewusst in einzelnen Sprechakten. Wir erhalten, wenn wir Sprache analysieren, so Pinker, ein Abbild menschlicher Intelligenz. Denn erst Sprache erlaubt uns, abstrakte Handlungen auszuführen, die sich von rein körperlichen unterscheiden. Sprache ist zudem eine Möglichkeit Verbindungen zwischen Akteure auszuhandeln.
Ganz ehrlich: Selbst im Jahr 2005 hätte mich dieser Vortrag nicht vom Hocker gerissen. Wir werden im Grundstudium der Sprachwissenschaft mit weitaus komplexeren Konzepten von Sprache und Sprachverstehen vertraut gemacht. Pinker ist so etwas wie eine Berühmtheit, doch das schützt ihn nicht vor Kritik. Er lehrt an einer renommierten Hochschule, doch sein Vortrag hält wenig Überraschendes bereit. Vielleicht gibt es ja noch weitere Erkenntnisse von Pinker, die interessanter anmuten. Anbei jedenfalls das Video seines Vortrags (in englischer Sprache).
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Tags Sprachwissenschaft, Steven-Pinker, Stuff, TED, Thought
Kategorie Science · Autor Alexander Trust · 1 Kommentar

September 25, 2007 · 10:26 am
[...] … der menschlichen Natur. So könnte man die Quintessenz beschreiben, die der Akademiker in einem Vortrag im Jahr 2005 seinem Publikum vorstellen wollte. Thesen, die auch zu der Zeit im Grundstudium der Sprachwissenschaft nichts Neues mehr darstellten. Mehr dazu und der Vortrag im Video auf Sajonara. [...]