13. October 2007

Minderjährige Grenzgänger

Wir haben vor kurzem wieder den Tag der Deutschen Einheit gefeiert. Damals gab es in der einen oder anderen Form jenseits der Grenze einen Überwachungsstaat. Die SED beauftragte Bürger, Ihresgleichen zu bespitzeln. Man wollte es nicht dem Zufall überlassen.

Von Schäuble wissen wir, dass er gerne einen Überwachungsstaat haben wollen würde, wennmöglich lieber schneller als später. Doch unsere wackere Familienministerin, die ein wenig am konservativen Familien- und vor allem Frauenbild innerhalb ihrer eigenen Partei (CDU) gewackelt hat, sie hatten wir bislang noch nicht auf dem Schirm, wenn es darum ging, unlauteren Wettbewerb zu forcieren.

Das ist Schnee von gestern, denn neuerdings möchte Ursula Minderjährige als Spitzel für den Staat anstellen. Diese sollen im Kontext von Gewalt- und Killerspielen Quellen ausfindig machen, die illegal Spiele an Minderjährige verkaufen. Es gibt wahrscheinlich genug Teenager, die davon träumen, Geheimagent zu werden. Nun will Ursula es möglich machen. Natürlich nur unter strengen Auflagen und mit Zustimmung der Eltern sowie pädagogischer Betreuung.

Wenn man 16-Jährigen die Wahl gestattet und den Führerschein auszustellen bereit ist, dann wird man sie wohl oder übel auch als Spitzel einsetzen wollen. Videospielhändler nehmt euch in Acht, demnächst werdet ihr es mit verdeckten Ermittlern zu tun bekommen, die pubertätsneurotisch mit Liebeskummer kämpfen und den Frust an euch auslassen werden.  Via Onlinekosten.de

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