Ich richte meine Küche ein

Veröffentlicht am  13. Dezember 2007 von  

Und WordPress ist meine Mietwohnung. Pardon. Natürlich ist WordPress keine Mietwohnung, zumindest für einige Leute. Der Vergleich stammt nicht von mir, doch gerne möchte ich ihn verwenden, um das Feld noch ein wenig abzugehen. Zunächst allerdings muss ich den Kontext erläutern. Ich las einen interessanten Blogbeitrag über die Möglichkeiten, Blogs (allen voran WordPress) als eine Art Soziales Netzwerk zu interpretieren. In dem Artikel wurde auf den Copyblogger Brian Clark (engl.) verwiesen, der den eben erwähnten Vergleich angestrengt hatte.

Soziale Netzwerke wie Facebook bieten, so das Credo des ursprünglichen Artikels auf GigaOM (engl.), zu wenig Individualität. Persönliche Inhalte zu veröffentlichen und zu generieren sei, und dort wurde der Vergleich von Clark bemüht, wie eine Küche in gemietetem Wohnraum zu renovieren. Nun gibt es technische Möglichkeiten, WordPress via Plugins zu erweitern. In Bezug auf Fähigkeiten, die notwendig wären, um eine Art Social Network um ein Blog herum zu bilden, wird dies mit Idetifizierungs-Systemen wie OpenID bereits betrieben. Ähnlich, wie man derzeit seine Inhalte via RSS an Seiten wie Technorati und Co. weiterleitet, so hat man die Möglichkeit, Blog und Blogger zu identifizieren und unter Umständen in der Zukunft Blogs und Blogger über einen anderen Kanal mit einander kommunizieren zu lassen. Mein Blog, mein Zuhause, respektive mein Profil eines sozialen Netzwerks. So zumindest muss man es sich denken.

Die Tendenzen sind jedoch nichts revolutionär Neues, zumal auch nicht ein jeder etwas damit anfangen wird können. Nicht alle schwören auf besonders viel Freiraum. Die Kommunikation zwischen Internetseite und Leser funktionierte bereits davor, lediglich die Darstellung der Abhängigkeiten bleibt in der Blogosphäre noch unsichtbar. Seilschaften und Bekanntschaften abzubilden, darauf wird es ankommen. Austauschbare Blogrolls und solche, die einem anzeigen, welche Blogs von den Bloggern in der eigenen Liste darüber hinaus konsultiert werden.

Warum es eben manchmal doch nur zur Miete ist

Zwei Beispiele möchte ich anbringen, die anzeigen, dass jedoch nicht jeder Blog dafür geeignet ist, ein Profil seines Bloggers abzugeben. Zum einen handelt es sich um Blogdienste wie Blogger, Blog.de, WordPress.com und andere mehr. Bei ihnen geht durchaus wieder ein Stück der Individualität verloren, nämlich dadurch, dass der Kreativität Grenzen gesetzt werden. Eine zentrale Oberfläche sammelt die Daten und erinnert einen immer wieder daran, wo man eigentlich ist. Wenn wir nur selbst unsere Daten sammeln würden, und unsere Freunde um uns scharrten, dann könnten wir ein ähnlich verteiltes Soziales Netzwerk gründen, wie es bei P2P-Netzwerken der Fall ist.

Ein anderes Beispiel, das zeigt, wie ein wenig Individualität gegen etwas wie eine Corporate Identity ausgetauscht wird, stellen Nachrichten-Blogs dar (Readers Edition), die von einer oder mehr Personen betrieben werden. Aber auch die AAL-Offensive von Robert Basic ist ein Element, dass dem Blog die Individualität ein wenig nimmt. Das ist indes keine Kritik an dem Prinzip, sondern lediglich eine Feststellung. Denn immerhin sind auch diese Formen von Blogs autark eine Art Soziales Netzwerk, nämlich in der direkten Kommunikation zwischen den Schreibern und Lesern. Also auch solche Blogs bieten eine Identität, wenngleich sie dann doch nur wie “gemietet” erscheint.

1 Kommentar(e) bisher

  1. Beim Renovieren says:

    Irgendwie felt Dir in Deiner “Mietwohnung” die Farbe. oder bist Du zu Hause auch in Schwarz/Weiß eingerichtet? ;-)


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