2. January 2008

Blogschrott: Layer Ads sind pfui

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Drüben bei Blogschrott wurde ein wenig über Layer Ads diskutiert. Yannick findet Layer Ads daneben, vor allem für professionelle Webauftritte, die Informationen vermitteln möchten. Der junge Herr Eckl ;) weist uns darauf hin, dass diese Form von Werbung im Internet auf Spaßseiten durchaus noch halbwegs von den Nutzern akzeptiert würde, da die Verweildauer ebenjener sehr kurz ist. Was aber, wenn jemand unheimlich lange auf Spaßseiten verweilt und der Webmaster das Laden einer jeden Seite vorzüglich mit dem Ebenen-Banner ausgestattet hat?!

Es wundert mich allerdings, dass sowohl Warez als auch Porno-Seiten nicht thematisiert werden. Torrent-Suchseiten beispielsweise, oder TGP-Seiten, wie sie im Jargon genannt werden, sind durchaus oft mit Layern übersäht.Warez-Portale und Informationsseiten aus diesem Bereich lassen sich ebenfalls nicht lumpen. Es gibt kaum einen Nutzer, der diese Seiten ansurft, und so reagieren würde, wie Yannick es auf den ersten Blick annimmt. Denn in dem Fall von Warez oder Pornographie ist der Reiz stärker, sich den Layer Ads auszusetzen, wenn man dafür bekommt, was man möchte.

Angesprochen auf eine Bemerkung in seinem Artikel, veröffentlicht Yannick im Kommentarbereich dann auch zwei Hinweise auf die repräsentativen Ergebnisse, von denen er schrieb. In einem Fall weist Yannick auf einen Artikel über Internetwerbung auf Wikipedia Deutschland hin. Genauer gesagt auf den Paragraphen 1.7, der eine Bedeutungsdefinition von Layer Ads liefert. Dieser Hinweis allerdings ist nur bedingt hilfreich. Denn die dort getroffene Aussage, dass Layer Ads eine drei Mal so hohe Wegklickrate erzeugten, als normale Bannerwerbung – wir müssten sie zunächst ein Mal verifizieren können; in einer Fußnote in dem entsprechenden Paragraphen wird auf eine Untersuchung an der TU Braunschweig hingewiesen. Diese von Kempe und Hauser durchgeführte Untersuchung, was für ein Ergebnis fördert sie zutage?! Das bleibt erst ein Mal ein Geheimnis. Zunächst einmal ist der Artikel, so findet eine Suche heraus, in einem Sammelband mit dem Titel “Vielfalt und Einheit in der Marketingwissenschaft” veröffentlicht worden. Der Sammelband indes, er kostet neu 79,90 Euro. Nicht gerade wenig Geld, um einen jeden in die Lage zu versetzen, die Aussage zu überprüfen. 25 US-Dollar würde nur der entsprechende Artikel als PDF-Datei kosten, wenn man ihn direkt bei Springerlink online erwerben würde.

Zum Glück?! hat Yannick einen weiteren Artikel-Link integriert, der auf einen Beitrag im Adzine verweist. Dort wird gerade der Aufsatz von Kempe und Hauser thematisiert. Layer Ads sind in der Tat umstritten und Jens von Rauchhaupt versuchte im Januar 07 ein bisschen Licht ins Dunkel zu bringen. Mögen Layer Ads umstritten sein, die präsentierten Ergebnisse zeigen, dass diese Form von Werbung der Marke zu sehr viel Geltung im Gehirn verhilft. Über 80 Prozent der Probanden zweier unterschiedlicher Studien konnten sich auch nach 10 Minuten noch an die Werbung erinnern. Ein gutes Zeichen, wenn es darum geht, im Langzeitgedächtnis anzukommen. Geklickt wird indes nicht auf die Layer, wenn, dann handele es sich um Fehlklicks. Jens von Rauchhaupt schreibt über die Studie der TU Braunschweig, sie sei eine “kleine” Untersuchung gewesen. Gleichzeitig präsentiert er die Ergebnisse von Kempe und Hauser als Wahrheiten. Als Teilnehmer am akademischen Feld macht es mich mehr als nur stutzig, wie hier mit Repräsentativität umgegangen wird. Wollte man, dass der Leser wirklich entscheiden kann, was es mit den Ergebnissen auf sich hat, würde man ihm ein paar Eckdaten an die Hand geben. Da wäre beispielsweise die Größe der Versuchsgruppe und ihre Zusammensetzung, nebst der Versuchsanordnung. Falls jemand den Artikel vorliegen hat, wäre ich sehr über akademischen Austausch erfreut – ansonsten kann ich bislang nur sagen, dass bei der Deutung Vorsicht geboten ist.

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Kategorie Media, Science · Autor · 1 Kommentar


Ein Kommentar

  1. Pingback von Schäuble nervt. Nicht nur mich. - Sajonara.de - Internetmagazin
    January 2, 2008 · 9:02 pm

    [...] nachgrübeln zu lassen, ob sie nicht eine andere Ausdrucksform für ihren Protest finden könnten. Layer Ads, so können wir annehmen, finden viele von uns nicht wirklich prickelnd. Warum also sollten wir ein [...]

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