2. January 2008

Schäuble nervt. Nicht nur mich.

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Dies ist kein politisches Statement, sondern eines, um alle Kollegen und Kolleginnen in der Blogosphäre ein Mal darüber nachgrübeln zu lassen, ob sie nicht eine andere Ausdrucksform für ihren Protest finden könnten. Layer Ads, so können wir annehmen, finden viele von uns nicht wirklich prickelnd. Warum also sollten wir ein mobiles Konterfei von Wolfgang Schäuble auf irgendwelchen Webseiten toll finden?

Als mich Herr Tjaden damals um Partizipation für das Projekt “Stimme gegen Armut” bat, habe ich bewusst darauf verzichtet, ein Layer-gestütztes Webelement zu installieren, sondern mich auf ein klassisches Banner (wohl mit animierter Gif-Grafik) beschränkt. Als ich bei Braintwist einen Kommentar eingab, um auf ein stellungnehmendes Statement dort zu antworten, lukte immer wieder Wolfgang Schäuble in das Kommentarfeld hinein. Die Kombination von Auge und Gehirn, sie reagiert auf Bewegung. Mit ein Grund, warum in Büchern zum Thema Schnelllesen immer wieder geraten wird, die Zeile zumindest mit dem Finger, besser noch mit einem Stift abzufahren. Unser Wahrnehmungsapparat ist so programmiert, dass er Bewegung besser registriert als Statik. Gut, mögen manche sich denken, dann ist doch der Protest gerade wirkungsvoll verpackt.

Leider hat auch Blog ‘n’ Roll, insofern man das Blog von seiner Startseite aufruft, einen ganzseitigen Layer integriert und Wolfgang Schäuble hab ich dort auch schon wie auf Braintwist flitzen sehen. Bei integrierten Videos von Youtube und Co. kommt es, insofern der virtuell Innenminister dann über das Videofenster wischt mitunter auch zu unschönen Verzerrungen. Hilmar hat den bewegungsfreudigen Innenminister ebenfalls integriert. Einer, der ein wenig darüber aufklärt, warum und wieso Wolfgang Schäuble über Webseiten flitzen sollte ist der Urheber von Es-de-we. Wenn ich ihm bei der Information beipflichte, kann ich die Sympathie für Gimmicks dieser Art nicht teilen. Könnt ihr mir verraten, warum? ;) Diese Frage ist ernst gemeint.

Ich denke, das Gegenteil ist der Fall: Personen, die durch Zufall auf eine Webseite, ein Blog, oder ähnliches stoßen und sich von dem grauhaarigen Abbild des Innenministers abgeschreckt fühlen, die werden sich auf diesem Weg nicht informieren lassen. Wie es auch anders geht, zeigt beispielsweise Unkreativ. Dort findet sich ebenfalls nur ein statisches Banner mit einem Konterfei von Schäuble, Stasi 2.0 unterschrieben. Roman Möller verwendet ein anderes Banner für eine andere Aktion “GG”, die sich ebenfalls gegen Schäuble richtet. Eines ist sicher: Wolfgang Schäuble wird sich an dem mobilen Layer auf Webseiten kaum aufreiben. Wozu also die Nutzer vergraulen, wenn man ihnen auch mit anderen Beiträgen beikommen kann? Bin ich eigentlich der Einzige, der sich an Schäuble stört?! ;)

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Kategorie Media · Autor · 9 Kommentare


9 Kommentare

  1. Kommentar von twister
    January 2, 2008 · 9:29 pm

    In der Regel habe ich auch was gegen die bewegten Quälgeister.Auf Braintwist.de wird Wolfie natürlich auch nur begrenzt in Form des Javascripts sein, aber um das neue Gesetz zu verdeutlichen gibt es kein besseres Plugin als dieses. Ein nervender Kontrolleur der das surfen erschwert und immer wichtig auf der Bildscheibe ro(ll)tiert.

    Versprochen: Ende der Woche muss er ausziehen ;-)

  2. Kommentar von Alexander Trust
    January 2, 2008 · 9:32 pm

    Das war nur meine Meinung. Ich lege ja nicht die Hand dafür ins Feuer, dass besonders viele Leute das genauso sehen.

  3. Kommentar von Pharao
    January 3, 2008 · 11:05 am

    ich weiß, dass ich mit meiner Meinung nicht gerade auf viel Zustimmung treffe, aber ich halte es langsam einfach für lächerlich.

    Ja, wir haben ein Gesetz das die Überwachung zulässt.
    Nein, Schäuble gehört dafür nicht durch den Dreck gezogen.

    Der gute Mann wurde ins Amt gewählt und sein Job ist es das zu tun, was er für richtig hält. Wenn das jemand nicht passt, soll er ihn nicht mehr wählen. (hat sich ja eh erledigt *g*) Wenn jemand das Gesetz nicht passt, soll er etwas gegen das Gesetz unternehmen und Schäuble aus der Sache raus halten.

    Der Mann hat seinen Job gemacht nichts anderes. Dafür verdient er es nicht in auf solch primitive Arten diffamiert.
    Etwas, was leider oft verwechselt wird.
    IMHO kann man es mit einer Firma vergleichen. Nur weil man ein Problem mit einem Produkt hat, unterstellt man nicht gleich dem Firmenchef das “Böse in Person” zu sein und schlimmere Dinge.

  4. Kommentar von Alexander Trust
    January 3, 2008 · 11:33 am

    @Pharao: Du findest den Kopf einer Person, wenn sie über eine Webseite bewegt wird diffamierend?

  5. Kommentar von Pharao
    January 3, 2008 · 11:46 am

    nein, um den Kopf nicht. Der Gehört einfach nur in die Kategorie “Müll der mir auf die Nerven geht”.
    Das war als allgemeine Aussage zu verstehen die sich auf die extremeren Dinge bezieht.
    Aber der Kopf ansich zeigt IMHO wunderbar, dass die Leute den Unterschied zwischen der Person und dem Problem / dem Gesetz nicht begreifen.

  6. Kommentar von Martin Weber
    January 3, 2008 · 1:10 pm

    Pharao: Sicherlich wird zwischen der Person und dem Gesetz unterschieden.
    Leider ist es nur so, dass die Grundzüge und -überlegungen dieses Gesetzes nun einmal von Herrn Schäuble veranlasst wurden. Dazu kommt seine imo kranke Meinung, die er zum Thema vertritt.

    Allgemein finde ich es ziemlich widersinnig, wie hier über das ganze Thema diskutiert wird.
    Der Vergleich zwischen Layer-Ads und VDS ist dermaßen daneben, dass ich mich frage, wie lange über den selben nachgedacht wurde.

    Klar nervt der Schäuble-Kopf durch seine Animation und Bewegung — schön erkannt. Auch mich.
    Aber genau das soll er tun. Und sorry, aber das Argument, dass es bei Flashs zu “unschönen Verzerrungen” kommt, ist einfach nur lächerlich.

    Es geht hier nicht um das Bürgerbegehren Castrop-Rauxels gegen einen neuen Kreisverkehr am Ortseingang, sondern um die informationelle Selbstbestimmung und den einschneidendsten Vorgriff in die Privatspähre eines jeden einzelnen.

    Radikale Gesetze verlangen kreative Wege.

  7. Kommentar von Alexander Trust
    January 3, 2008 · 1:48 pm

    Wirklich kreativ ist das nur nicht, und wieviele Leute haben den Schäuble sich auf die Art auf die Homepage gepackt? Wenn die Leute von dem Widget abgeschreckt werden und total unkundig sind, dann werden sie sich auch nicht darüber informieren wollen. Das erweist der Aktion einen Bärendienst, sonst aber nix. Es sind, ohne den Leuten nahe zu treten zu wollen, Affine, die sich dafür interessiert haben. Leute, die eh schon darüber Bescheid wussten. Aber doch mit Sicherheit keine normalen Internetnutzer, die nicht wissen, dass StudiVZ ihre AGBs verändert hat, oder Monster einen Daten-Gau hatte, geschweige denn wissen was es mit der Vorratsdatenspeicherung auf sich hat. SO – finde ich – wird man die Leute auch nicht informiert kriegen. Sorry, aber da muss man sich schon was Kreatives einfallen lassen. ;) Wer mit Steinen wirft, der darf sich nicht wundern, falls diese zu Asche zerbröseln.

  8. Pingback von Schäuble dirigiert SEK - Sajonara.de - Internetmagazin
    January 3, 2008 · 10:05 pm

    [...] Immerhin finde ich die Verbreitung dieses Videos wesentlich sinnvoller, als die Virulenz gewisser Layer-Widgets mit dem Vater des deutschen Überwachungsstaates. Wäre es jetzt nicht noch sinnvoll, nicht nur den [...]

  9. Pingback von Hilmis Holistisches Hirnholzgeraspel » Blog Archi » Schräuble locker, jetzt wieder fest
    January 9, 2008 · 7:45 pm

    [...] weil sowas eh nur eine begrenzte Aufmerksamkeitsreichweite hat, andererseit aber auch, weil ich Alexanders Kritik an der Sache durchaus nachvollziehen kann. Die Frage, ob diese Methode, Aufmerksamkeit für die [...]

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