8. January 2008

Wenn junge Blogger sich loben

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In Teilen der Blogosphäre wird Kritik geübt an Werbepraktiken bezüglich eine T-Shirtkampagne. Ebenjene Kampagne wird aber von einem zwölfjährigen Blogger bedenkenlos angepriesen. Gleichzeitig wird der junge Kollege von einem nicht mehr ganz so jungen Kollegen für seine Blogtätigkeit gelobt. Es ist in der Tat nicht ganz einfach, Partei zu ergreifen.

Man möchte zum Beispiel nicht bewerten, sondern vielmehr einfach nur festhalten, dass der Horizont des 12-Jährigen eben ein “anderer” ist, und er deshalb relativ naiv – nicht pejorativ verwendet – an derlei Projekte wie die T-Shirt-Aktion heran tritt. Man könnte argumentieren, dass er eben die viralen Werbetechniken noch nicht durchschaut habe. Was aber, wenn es ihm darauf gar nicht ankäme? Bzw., wenn es uns darauf nicht ankäme? Als ich in diesem Blog eine Weblogzählaktion durchführte, habe ich denselben Reaktionsnismus gespürt, wie ich ihn schon oft aufgefunden habe – ob während meiner Zivizeit, an der Hochschule, oder eben in der Blogosphäre.

Gibt es objektive Argumente, die die Aktion des Werbers, und eben das Treiben des Jung-Bloggers tatsächlich negativ darstellen könnten? Ich bin mir bewusst, dass er sich vor den Karren spannen lässt. Ist die Tatsache an und für sich jedoch schlecht? Er verspricht sich etwas davon, das es in seinen Augen lohnt, die Werbung zu verbreiten. Ich würde zumindest sagen, dass man den jüngeren Kollegen nicht loben muss, für das, was er dort getan hat, aber zwingend kritisieren, könnte ich ihn jetzt auch nicht.

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Kategorie Media · Autor · 19 Kommentare


19 Kommentare

  1. Kommentar von Flom
    January 8, 2008 · 1:41 pm

    Man möchte zum Beispiel nicht bewerten, sondern vielmehr einfach nur festhalten, dass der Horizont des 12-Jährigen eben ein “anderer” ist, und er deshalb relativ naiv – nicht pejorativ verwendet – an derlei Projekte wie die T-Shirt-Aktion heran tritt. Man könnte argumentieren, dass er eben die viralen Werbetechniken noch nicht durchschaut habe. Was aber, wenn es ihm darauf gar nicht ankäme? Bzw., wenn es uns darauf nicht ankäme? Als ich in diesem Blog eine Weblogzählaktion durchführte, habe ich denselben Reaktionsnismus gespürt, wie ich ihn schon oft aufgefunden habe – ob während meiner Zivizeit, an der Hochschule, oder eben in der Blogosphäre.

    Was willst du damit nun sagen? Das 12 Jährige schlechter Bloggen?

    Bin nämlich 12…

  2. Kommentar von Alexander Trust
    January 8, 2008 · 2:18 pm

    Ich weiß, um dich geht es ja hier. ;) Pejorativ bedeutet: abwertend, und dort steht “nicht pejorativ verwendet”. Naiv ist demnach nicht abwertend gemeint. Es gibt nämlich noch die Bedeutung von “naiv” im Sinne von unvoreingenommen. Du weißt halt noch nicht, wie der Hase läuft und deshalb lässt du dich von ökonomischen Zwängen, Moral oder sonstwie nicht leiten in deiner Bloggerei. Ob das nun gut oder schlecht ist, das ist für je eine andere Zielgruppe eben unterschiedliche auslegbar. Die Blogger, die schlecht über die T-Shirt-Aktion geschrieben haben, sie würden sagen, dass du nur Kannonenfutter bist.

    Als ich hier die Weblogzählaktion gemacht habe, habe ich festgestellt, dass sie schnell ihre Grenzen erreichten, weil nur wenige mir geglaubt haben, dass ich “naiv” wissen wollte, bis wohin die Grenzen der Viralität gehen. Eher hat man mir vorgeworfen, dass ich das nur tue, um damit das Blogranking zu verbessern. Wenn man dir jetzt etwas vorwürfen würde, in Bezug auf die T-Shirt-Sache, glaube ich kaum, dass du das auf dir sitzen lassen müsstest, weil du in der Sache eben so tief nicht drinsteckst. Ich bin leider mehr als doppelt so alt wie du. Mir wird nicht mehr zugetraut, “unvoreingenommen” an die Dinge heranzugehen.

    Die Leute verteufeln Technorati und Co, obgleich sie mit ein Antrieb waren, dass Pingbacks und Tracksbacks erst so richtig in Mode gekommen sind. Es gibt Blogger, die empfinden die Tatsache, dass du einen Link auf sie setzt als , na ja… Unverschämtheit. Sie denken, du willst nur von ihrer Aufmerksamkeit profitieren. Ich bin der Auffassung, ich verlinke, weil das Internet von der Verlinkung lebt und weil es auch dem Leser Vorteile bringt.

    Ich habe den Artikel absichtlich nicht abschließend formuliert, weil ich mindestens mit Dir und Yannick darüber in eine Diskussion geraten wollte. Wie beschreibst du eigentlich selbst die Sache? Also, hast du gewusst, was du tust, indem du die T-Shirt-Aktion unterstützt? Hast du gewusst, dass du damit für eine Firma billig Werbung machst? Oder hast du es nicht gewusst? Denn dann kann dir auch keiner einen Strick draus drehen. Bei meiner Weblogzählaktion hatte ich eine fixe Idee und hab nicht lange drüber nachgedacht. Der Nebeneffekt war, dass ich für eine Zeit lang in den deutschen Blogcharts in den Top 100 auftauchte. Das war von mir nicht beabsichtigt, doch es gab etliche Leute, die mir das partout nicht abgenommen haben. Dafür, dass es den anderen dann darum geht, Awarenessgeilheit zu kritisieren, verhalten sie sich relativ “zickig” gegenüber solchen Aktionen und der Aktionisten. Man könnte fast meinen, sie seien eifersüchtig.

  3. Kommentar von Flom
    January 8, 2008 · 3:11 pm

    Naja, das die Firma darüber sehr viel Werbung bekommt ist mir natürlich klar! Aber wieso auch nicht. Den wer das nicht möchte, der macht einfach nicht mit! Aber ich hätte gern diese T-Shirts, weil sie mir bei VistaPrint&Co zu teuer sind… ;-)

  4. Kommentar von Flom
    January 8, 2008 · 3:24 pm

    Tut mir leid, wegen diesem Doppel-Comment, aber ich habe noch eine frage zu deinem Blog, undzwar, wie lange gibt es deinen blog bereits und wieviele Einträge hast du hier bereits geamcht?

  5. Kommentar von Alexander Trust
    January 8, 2008 · 3:34 pm

    Für mich ist das kein Problem. ;) Also, die Frage ist aber leider auch nicht so einfach zu beantworten… zunächst ein Mal die absoluten Zahlen: 1106 Beiträge seit November 2005 (an dieser Stelle). Denn ich habe früher eine Webseite gehabt, die sich inhaltlich verschiedensten Dingen und eben auch privaten Dingen widmete. Heute habe ich dafür zwei Blogs, zunächst hatte ich nur eines. Irgendwann habe ich die Themengebiete dann getrennt. Den anderen findest du unter http://www.alext.de, dort finden sich 711 Beiträge seit Juli 1997. Aber streng genommen blogge ich nicht seit 1997. – Auf Sajonara schreibt übrigens mit Herrn Tjaden, und früher auch Timo Heuer, nicht nur meine Wenigkeit, wenngleich meine Artikel schon in der Mehrzahl sind. Herr Tjaden hat schon 92 Beiträge fabriziert, Timo 17. Von ihm werden aber voraussichtlich erst Mal keine neuen dazu kommen.

  6. Kommentar von Flom
    January 8, 2008 · 4:16 pm

    WOW! Nicht schlecht…

  7. Kommentar von Blog-abfertigung Nürnberg
    January 8, 2008 · 5:58 pm

    Unterm Strich gehts doch um zwei unterschiedliche Dinge: 1) einen ziemlich jungen Blogger und 2) das leidige Thema Werbung! Darum würde ich das auch nicht verbinden!

    Wenn er jung ist, wird er “jung” bloggen – wäre er alt… na Du weißt schon!

    Wie offensichtlich und offensiv jeder mit seiner Werbung umgeht ist eine individuelle Entscheidung und Entwicklung!

    Ich hab auch mal gemeint, ich mach den Lesern eine Freude, wenn ich sie auf 10Euro-Rabatt-Aktionen meiner Werbepartner hiweise… das Echo ging komplett in die andere Richtung!!

  8. Kommentar von Herr G.
    January 8, 2008 · 7:53 pm

    Ob das auch kein “Fake” ist? Begriffe wie “Advertising” und “Provider” schreibt er korrekt und an ganz banalen Wörtern wie “den” (denn) und “gerant” (gerannt) scheitert er mehrmals kläglich. Das lässt den Eindruck erwecken, dass jemand bewusst Fehler in die Texte verpackt, um zu suggerieren, dass tatsächlich ein Jungspund schreiben würde. Junge Schreiber, die quasi noch feucht hinter den Ohren sind, werden heute durchaus gern gelesen. Vielleicht steckt da mitunter auch die Faszination dahinter, dass ein so junger Mensch schon derartiges zustande bringt, während gleichaltrige sich noch in Sandkästen tummeln.

    Hat man ja bei diesem Yannick Eckel beispielhaft gesehen, dass die Leute ganz begeistert von diesem Jungschreiberling sind, obwohl der Schreibstil selbst ja eher “altersgemäß” ist, um es mal so zu formulieren. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt, aber ich hab im Web schon so oft erlebt, was sich die Leute aus purer Profitgier alles ausdenken, da wär dieser Fall kein Novum.

  9. Kommentar von Alexander Trust
    January 8, 2008 · 8:07 pm

    Nun, das ist eine Diskussion, die kann man führen – aber egal ob das ein Fake ist oder keiner, es wird halt konsumiert, und darauf kommt es letztlich an. Nebenbei bemerkt, Eckl, wie der Yannick heißt, ist mit seiner Schreibe noch in Ordnung, ich kenne schlimmere Vertreter. Ich weiß jedoch nicht, ob die Leute einzig durch’s Alter angezogen werden. Denn Timo bloggt nicht eben länger und kommt trotzdem auf keinen grünen Zweig. Seine Schreibe ist im Übrigen nicht ganz so massentauglich, was aber seine Schulnoten, die er im eigenen Blog freiwillig preisgibt, auch nicht anders erwarten lassen. Nur – kommt es darauf an? Was man wohl festhalten kann, je weniger die Blogger nebenher konsumieren an Texten, desto flacher fällt ihr Wortschatz aus. Manches wird dann recht schnell langweilig zu lesen, finde ich jedenfalls.

  10. Kommentar von Herr G.
    January 8, 2008 · 8:51 pm

    Letztendlich ist es natürlich mehr oder weniger belanglos, ob das nun ein Fake ist, oder hier tatsächlich ein 12-Jähriger schreibt – wäre ja durchaus möglich. Wem der Stil gefällt, wird diesen Blog weiterhin lesen. Ich halte nur prinzipiell nichts von Schwindeleien.

    Man kann natürlich darüber diskutieren, weshalb Timo Heuer nicht so bekannt geworden ist, wie Yannick Eckl, trotz gleichen (?) Alters. Es wird sicher nicht unwesentlich mit der Vermarktung des Blogs zusammenhängen. Während von Herrn Eckl desöfteren verschiedene Aktionen mit gegenseitigen Verlinkungen gestartet wurden, regelmäßig bzw. in großer Menge knappe Kommentare in diversen “A-Blogs” abgegeben wurden (bzw. auch bewusst bekannte Blogs mit ‘Scheiss Kommerz’ verunglimpft wurden, um Aufmerksamkeit zu erregen) und die Vermarktung allgemein meiner subjektiven Einschätzung nach “aggressiver” gewesen sein muss, hat Timo Heuer sich mit diesen Aktionen eher zurückgehalten, was seinem Ruf sicher nicht geschadet hat.

    Im Übrigen würde ich Herrn Heuer auch nicht als schlecht besucht einstufen, das wäre m. E. ihm gegenüber alles andere als fair. Würde man dem Herrn Eckl all die Besucher abziehen, die über Suchmaschinen nach den Porno-Artikeln suchen, wäre der Unterschied freilich weniger stark ausgeprägt. Herr Heuer überzeugt übrigens durch einen angenehmen Schreibstil – wie viel Literatur er sich nebenbei zuführt kann er nur selbst beurteilen. Die Schulnoten geben darüber nur bedingt Auskunft.

  11. Kommentar von yannick eckl
    January 9, 2008 · 2:31 pm

    Hallo Herr G.,
    zuersteinmal muss ich sagen, dass meine Wenigkeit real und nicht das “unechte” Ergebnis eines erwachsenen ist ;)

    Die Aktion mit dem Shopblogger wird mir -leider- auch heute noch immer angehängt. Ich hatte schon einmal überlegt, nochmals darüber zu bloggen und ein paar Dinge klarzustellen. Ich hatte den Mist irgendwo aufgeschnappt und dachte echt, da sei was dran. Eine beabsichtigte Aktion mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu bekommen, war es nicht.

    “Würde man dem Herrn Eckl all die Besucher abziehen, die über Suchmaschinen nach den Porno-Artikeln suchen,..”

    Natürlich habe ich ein paar Besucher über entsprechende Keywords, welche ca. die Hälfte meines Traffics von 2000-2500 Besuchern pro Tag ausmachen. Die restlichen 1000 entstehen durch Verlinkungen und durch einige Feedabonennten, als auch durch Verlinkungen.

  12. Pingback von Timo Heuers Weblog » Meine Schreibe ist nicht massentauglich…
    January 9, 2008 · 6:47 pm

    [...] Trust von Sajonara.de schreibt über Florian, einen jungen Blogger und bezeichnet ihn als naiv (wenn auch nicht negativ [...]

  13. Kommentar von Herr G.
    January 9, 2008 · 9:29 pm

    “zuersteinmal muss ich sagen, dass meine Wenigkeit real und nicht das “unechte” Ergebnis eines erwachsenen ist ;)

    Das hatte ich auch nicht unterstellt, insofern musst du dich nicht rechtfertigen.

    “Ich hatte den Mist irgendwo aufgeschnappt und dachte echt, da sei was dran. Eine beabsichtigte Aktion mit dem Ziel, Aufmerksamkeit zu bekommen, war es nicht.”

    Ob beabsichtigt oder nicht ist in diesem Fall auch irrelevant. Mir ging es einzig um die deutlich “aggressivere” Vermarktung, wozu ich einige Beispiele genannt habe, die mir ad hoc eingefallen sind.

    PS: Vielleicht sollte man sich seines eigenen Verstandes bedienen und nicht willfährig jeden “Mist”, den man irgendwo im Web aufgabelt, abschreiben. Da du ja nicht auf dein Alter reduziert werden möchtest, kann ich diesen Punkt nicht mit “jugendlicher Naivität” rechtfertigen, was sonst sicher ein Argument gewesen wäre.

    “Natürlich habe ich ein paar Besucher über entsprechende Keywords, welche ca. die Hälfte meines Traffics von 2000-2500 Besuchern pro Tag ausmachen. Die restlichen 1000 entstehen durch Verlinkungen und durch einige Feedabonennten, als auch durch Verlinkungen.”

    Ein paar Besucher = die Hälfte? :-) Eine gnadenlose Untertreibung :-) . Zur Interpretation der Zahlen ist eigentlich nur zu sagen, dass die Hälfte deiner Besucher gar nicht an deinen Inhalten interessiert ist. Du führst sie mittels Suchmaschinen”optimierung” in eine Sackgasse, aus der sie nur mittels “Zurück”-Button wieder herausfinden. :-)

  14. Kommentar von yannick
    January 10, 2008 · 1:41 pm

    Und das die restlichen 1000 an meinen Texten interessiert sind, ist nicht relevant?

  15. Kommentar von Flom
    January 10, 2008 · 1:45 pm

    Doch ist es… ich hab nur ca. 80 Besucher tägl…

  16. Kommentar von Herr G.
    January 10, 2008 · 9:38 pm

    Wenn von 2 000 Besuchern 1 000 in die Irre geführt werden, liegt es ja wohl auf der Hand, dass die restlichen 1 000 in irgendeiner Weise an deinen Texten interessiert sein müssen. Aber für dein Ego erwähnst du es eben noch mal explizit, ich hab damit kein Problem.

  17. Kommentar von Monika
    January 15, 2008 · 10:14 pm

    Die einen machen eine -aus Marketing Sicht verdammt gute Aktion- die anderen kritisieren genau diese Aktion,

    somit haben die einen auch den anderen zu Bekanntheit verholfen.

    wer vor solchen Marketingaktionen warnt, spielt an vordester Front mit.

    gute Marketingmenschen wissen dies.

    daher finde ich den 12-jährigen Blogger geschickter, der wirbt UND hat die Chance auf T-Shirts,
    die anderen betreiben vermeintliche Anti Werbung und haben keine Chance auf ein T-Shirt…

    ;)

    jeder Blogger -egal wie alt- soll seinen oder ihren Weg gehen, NOCH haben wir wohl wenigst diese Freiheit.

    lg

  18. Kommentar von Alexander Trust
    January 15, 2008 · 10:20 pm

    @Monika: Danke Moni für dein Statement.

  19. Kommentar von yannick eckl
    January 16, 2008 · 5:21 pm

    “liegt es ja wohl auf der Hand, dass die restlichen 1 000 in irgendeiner Weise”

    Eben. Und wieso reduzierst Du mich dann auf die “in die Irre” geführten Besucher?

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