Stirbt der Desktop?!
{4}Ein Mac-affiner Blogger notierte in seinen Voraussagen für 2008, dass er der Meinung sei, der Desktop-Computer würde ausgedient haben. Er würde nur noch für Nischenanwendungen wie Spiele oder besonders rechenintensive Arbeit notwendig sein (vgl. Death comes to desktops, MacMegasite, engl.).
Zwei Dinge möchte ich zu bedenken geben: Zum einen ist nicht jedes Unternehmen auf Mobilität ausgelegt. Wie wollte man beispielsweise in einem Callcenter alle Menschen mit einem Laptop ausstatten? Es ginge selbstredend, doch für die Ergonomie der Arbeit sind Desktoprechner nachwievor die bessere Wahl. Laptoprechner haben gegenüber Desktoprechnern, die mit Flachbildschirmen daherkommen, oder im Falle von Apples iMac gar nur ein Flachbildschirm sind – Desktoprechner haben in so einem Fall, auch ohne großartig darüber nachzudenken, zudem keinen großartigen Vorteil in der Platzersparnis.
Die Mobilität ermöglicht sehr wohl den Betrieb außerhalb. Die Mobilität ist jedoch eingeschränkt. Es ist nicht tatsächlich angenehm 3 oder mehr Kilo mit sich herum zu schleppen, nur um außerhalb online zu sein. Abgesehen davon gibt es Fälle, in denen dann der Computer den Tag regiert und die Aufgaben diktiert. Von der Batterieleistung ein Mal abgesehen. Wenn es etliche Sonnenstunden an einem Tag gäbe, dann könnte trotzdem nicht jeder Student beispielsweise mit dem Laptop im Park arbeiten, bis er keine Lust mehr verspürte.
Ein anderes Problem ist die Halbwertszeit der mobilen Geräte und ihrer Bauteile. Wir merken an allen Ecken und Enden, dass solche Rechner nach zwei Jahren intensiver Benutzung durchaus Schwächen offenbaren. Man hört und liest von vielen Problemen der aktuellen Laptop-Generationen. Apple macht da “leider” keine Ausnahme. Festplatten – und das ist wenig erfreulich – geben äußerst schnell den Geist auf. In meiner Laptopkarriere musste ich die Geräte schon vier Mal einschicken, und drei Mal wurde die Hauptplatine ausgetauscht. Immer derselbe Deffekt, weil die Architektur nicht genügend Abwärmeleistung erzeugte. Mit meinem jetzigen Macbook habe ich noch keine Scherereien gehabt. Teu, teu, teu. Doch ich weiß von Schwierigkeiten, die am Gehäuse entstehen können. Die Sache mit den Festplatten – Flashspeicher wie die neuen Solid State Disks, werden zumindest dieses Problem in den Griff kriegen. Wir erinnerns uns an implodierende Akkus und brennende Geräte. Keine Seltenheit, denn die Batteriehersteller sind gezwungen immer schnellere Innovationssprünge zu erzielen. Es würde mich daher nicht wundern, wenn es eher eines Tages zu einem großen Crash kommt, weil viele Geräte einfach den Geist aufgeben. Solange die Haltbarkeit von Laptops/Notebooks nicht der von Desktoprechnern entspricht, solange spricht nichts dafür, einen Desktoparbeitsplatz durch einen mobilen zu ersetzen.
Wie bereits zu Beginn bemerkt, gibt es auch viele Arbeitsumfelder, in denen ein mobiles Gerät wenig Sinn machen würde. Daher bin ich nicht der Meinung, dass der Desktop in Konkurrenz zum Laptop so schnell am Hungertod nagen wird. Man darf Absatzzahlen nicht willfährig zu schnell interpretieren, sondern sollte Entwicklungen immer auch langfristig analysieren.
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Tags Desktop, Haltbarkeit, Laptop, Mac, MacBook, MacMegasite, Mobilität, Notebook
Kategorie Media · Autor Alexander Trust · 4 Kommentare

January 15, 2008 · 1:00 pm
Ich weiß ja nicht: Zwar bin ich im Moment mit einem Powerbook unterwegs, was für mich sehr praktisch ist, da ich zwischen Wohnung und FH pendele – doch mein nächster Mac wird wieder ein Desktop. In meiner Arbeitnehmer-Zukunft habe ich einen Bürorechner – da brauche ich die Mobilität nicht mehr.
Angenehmer zu arbeiten ist an einem Desktop auf jeden Fall, trotz iCurve-Notebook-Ständer, externer Tastatur und Maus, sowie einem zweiten Bildschirm. Das “Feeling” ist ein anderes.
January 15, 2008 · 2:22 pm
@Martin: Indeed.
January 15, 2008 · 2:26 pm
Wenn man dem Laptop eine gute Docking-Station mit gutem stationärem Bildschirm samt Tastatur/Maus etc.. spendiert, kann der Laptop durchaus ein vollwertiger Desktop sein – wenn auch zu einem im Vergleich zum reinen Desktop höherem Preis.
January 15, 2008 · 4:59 pm
bis man ein Notebook mit Dockingstation, Tastatur, Maus, externem Speicher usw. ausgestattet hat ist man an dem Punkt an dem man genau so gut ein Notebook + ein Desktop anschaffen hätte können. Und das ganze sieht in dem Fall sogar eleganter aus, da das ganze Kabelgewirr weg fällt.
(die Rechnung geht _nicht_ bei Apple auf – also bitte nicht mit “MacBook und iMac kosten mehr als Zubehör für das MacBook” anfangen)
Ich arbeite momentan geschäftlich mit meinem HP/Compaq NX7000, das nun seit 3-4 Jahren im Dauereinsatz ist und noch nie Probleme gemacht hat. Hauptsächlich deswegen ein Notebook, weil ich damit von zu Hause wie auch im Büro und beim Kunden immer mit der gleichen Arbeitsumgebung arbeiten kann.
(ja, ich habe das Geld für 2mal Dockingstation, 3x Netzteil + Zubehör investiert, ich spreche bei meiner Rechnung also aus Erfahrung. Mir ging es in dem Fall einfach um Komfort, nicht um günstig.)
Privat werde ich aber wohl dieses Jahr auf das Gespann iMac + MacBook setzen.
IMHO hat der Desktop 3 gravierende Vorteile:
1) Einfach mehr Platz auf der Platte. Nein, mein Fileserver ist keine Alternative zum Speichern. Wenn ich Videos vom DV-Band überspiele brauche ich Platz und Performance. Das ist nicht über eine externe HD zu lösen und die Notebook Platte die ganze Zeit frei halten ist IMHO Schwachsinn
2) egal wie leise ein Notebook ist, man hört den kleinen Lüfter doch deutlich bei rechen-intensiven Aufgaben die länger dauern. Ein Desktop ist einfach angenehmer zu kühlen und leiser.
3) es ist einfach mehr Platz auf dem Monitor – und um für den Desktop zu haben, muss ich nicht einen extra Monitor an das Notebook hängen und habe somit nicht wieder Kabel, Arbeit mit dem Anstecken und abziehen und wieder ein hässlichen Arbeitsplatz.